Impfen in der Schwangerschaft - geht das überhaupt?

Helle Aufregung: Ein Eichhörnchen hat sich in die Wohnung eingeschlichen, um die Apfeltorte zu plündern. Die ganze Familie macht Jagd auf den Eindringling. Als sie versucht, das Tier an die frische Luft zu setzen, wird die Mutter gebissen. Der Hausarzt versorgt die Wunde am Handballen und fragt nach dem Impfschutz. Die letzte Tetanus-Impfung liegt fast 20 Jahre zurück. Und das Tollwut-Risiko? Die Familie lebt in einem tollwutgefährdeten Bezirk. Wäre alles kein Problem, aber die junge Frau ist wieder schwanger. Kann man da überhaupt impfen?

Die Frage nach Impfungen in der Schwangerschaft wird in der Tat sehr häufig gestellt, so Dr. med. Sigrid Ley-Köllstadt vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK). Die meisten Impfungen dürfen in der Schwangerschaft gegeben werden, manche Impfungen sind sogar zu empfehlen. Totimpfstoffe (1) können im Allgemeinen problemlos gegeben werden, so die Impfexpertin, möglichst jedoch nicht im ersten Schwangerschaftsdrittel. Ausnahme: Impfungen, die zum Schutz der Mutter unbedingt erforderlich sind. Im vorliegenden Fall ist die Tetanus-Auffrischimpfung ein MUSS. Die geimpfte Mutter kann so außerdem einen Nestschutz gegen Wundstarrkrampf an ihr ungeborenes Kind weitergeben und es so schützen. Auch die Tollwutimpfung sollte sicherheitshalber verabreicht werden. Das Risiko, dass das Eichhörnchen infiziert war, ist zwar gering und der Biss passierte im "Kampfesgeschehen" und nicht unprovoziert. Doch lebt die Familie in einem tollwutgefährdeten Bezirk. Außerdem kann Tollwut eine Inkubationszeit von mehreren Monaten haben, in denen die junge Frau in Sorge ist. Das kann durch die Impfung verhindert werden. Immer noch halten sich die Gerüchte, dass die Tollwutimpfung gefährlich sei, da die früher verwendeten Impfstoffe häufig Nebenwirkungen verursachten. Das stimmt für die heutigen Impfstoffe keinesfalls mehr, sie sind genau so gut verträglich wie etwa die Impfungen gegen Tetanus oder Kinderlähmung (Poliomyelitis). Totimpfstoffe (1): enthalten abgetötete Erreger oder nur Bestandteile von Erregern
Lebendimpfungen (2): enthalten abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Erreger

 
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