Alkoholschädigungen in der Schwangerschaft - ein vermeidbares Risiko

Etwa 10.000 Kinder pro Jahr leiden in Deutschland an den gesundheitlichen Folgen des Alkoholkonsums ihrer Mütter während der Schwangerschaft. Bei jährlich über 2.000 Kindern äußern sich diese Schädigungen in Form von Wachstumsstörungen, körperlichen Deformierungen sowie geistigen und seelischen Behinderungen in dem Krankheitsbild des Fetalen-Alkohol-Syndroms (FAS). Intensivere Aufklärung tut Not.

Tag des alkoholgeschädigten Kindes 2003

Anlässlich des weltweiten Tages des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, dass schätzungsweise 9,3 Millionen Menschen in Deutschland Alkohol in riskanter Weise trinken, 1,6 Millionen seien behandlungsbedürftig alkoholkrank. Rund ein Drittel davon sind Frauen und haben das Risiko, ein durch Alkohol geschädigtes Kind zur Welt zu bringen.
"Die Schädigung des Kindes ist abhängig von der Dauer, der Menge und der Art und Weise des Trinkens während der Schwangerschaft. Schon ein geringer Alkoholkonsum während der Schwangerschaft oder vereinzelte Trinkexzesse können zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen des ungeborenen Kindes führen. Deshalb ist ein Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft der einzig richtige Weg", so Caspers-Merk.

Einstellen des Alkoholkonsums auch spät noch sinnvoll

Die meisten Frauen reduzieren ihren Alkoholkonsum während der Schwangerschaft bzw. stellen ihn ganz ein. Psychisch stark belastete Frauen setzen ihren Alkoholkonsum während der Schwangerschaft jedoch oft fort. Frauen mit einem problematischen Alkoholkonsum werden zudem von ärztlichen oder psychologischen Hilfsangeboten nicht ausreichend erreicht oder sie entziehen sich diesen Hilfen. Dabei ist die Einstellung des Alkoholkonsums selbst im späteren Schwangerschaftsstadium noch sinnvoll.
"Wichtig ist eine breite und frühzeitige Aufklärung über mögliche Schädigungen des Kindes im Mutterleib durch Alkohol. Bestehende Suchtprobleme müssen in der Schwangerenberatung erkannt und geeignete Hilfs- und Unterstützungsangebote den betroffenen Frauen vermittelt werden", betont Caspers-Merk.

Materialien bestellen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat deshalb im Jahr 2002 Materialien zur Früherkennung von alkoholbedingten Problemen in der Schwangerschaft publiziert. Ein Beratungsleitfaden zur Kurzintervention bei Patienten mit Alkoholproblemen wurden für Gynäkologen, Hebammen und andere medizinische Berufe in einzelnen Bundesländern vertrieben. Diese werden auf Anfrage an alle Interessenten verschickt.
Die Broschüre "Alkoholfrei durch die Schwangerschaft" wurde inzwischen zehntausendmal, der Beratungsleitfaden für die ärztliche Praxis zwanzigtausendmal und das Faltblatt "Auf dein Wohl mein Kind" über hunderttausendmal vertrieben.Bestellung der Broschüren: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln, Fax: 0221-8992257, E-mail: order@bzga.de
Betroffene können sich zur Beratung an die Suchtberatungsstellen in jeder Stadt in Deutschland wenden. Auch über das Internet stehen unter www.fasworld.de hilfreiche Informationen und Kontaktadressen über eine Selbsthilfeorganisation zur Verfügung.