Verhütungsmethoden - Natürliche Verhütung

Natürliche Verhütung

Natürliche Methoden haben zwei Dinge gemeinsam: Zum einen sind sie gesundheitlich völlig unbedenklich (wenn auch manchmal psychisch belastend), zum anderen gehen sie mit Einschränkungen des Geschlechtsverkehrs einher. Die Meisten sind unsicherer als die anderen Verhütungsmittel. Deshalb sollte man sie nur dann einsetzen, wenn man eine mögliche Schwangerschaft in Kauf nimmt. Seit dem Altertum bekannte und unsicherste Methode ist der Coitus interruptus, bei dem der Mann den Penis kurz vor dem Samenerguss aus der Scheide zieht (Pearl-Index: 4-18). Die Kalendermethode nach Knaus und Ogino beruht auf der Berechnung des Eisprungs und damit Eingrenzung der drum herum liegenden durchschnittlich 8-9 fruchtbaren Tage (12-16 Tage vor dem Menstruationsbeginn). In dieser Zeit wird dann auf Geschlechtsverkehr verzichtet. Der Pearl-Index liegt bei 9.

Bei der Hormon- und Temperaturmessung mittels Mikrocomputer (z.B. Persona®) werden die Hormonkonzentration im Urin oder die Temperatur am Morgen (Basaltemperatur) bestimmt und daraus die fruchtbaren Tage berechnet. Wie bei der Kalendermethode wird dann in dieser Zeit auf Sex verzichtet. Bei der Hormonmessmethode liegt der Pearl-Index bei 6, bei der Temperaturmethode bei 0,6-3,5. Nicht geeignet sind diese Methoden bei Frauen mit irregulären Menstruationszyklen und unregelmäßigem Alltag. Auch vom Aussehen und der Konsistenz des Zervixschleims kann auf die fruchtbaren Tage geschlossen werden (Billings-Ovulationsmethode). In Erprobung ist derzeit ein Gerät, das als Indikator der Empfängnisbereitschaft den Kohlendioxid-Gehalt in der Atemluft misst.

Welche Methode kommt wann infrage?

Das individuell optimale Verhütungsmittel ist am besten mit Hilfe des Frauenarztes zu finden. Junge Mädchen werden sich häufig für eine niedrig dosierte Pille mit einer Kombination von Östrogen und Gestagen entscheiden. Gute Alternativen sind der Vaginalring und das Verhütungspflaster. Bei älteren Frauen steigt das Risiko für Östrogen-bedingte Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie. Deshalb kann der Umstieg auf ein reines Gestagenpräparat oder auf nicht-hormonelle Verhütungsmethoden wie die Kupferspirale oder das Pessar sinnvoll sein. Während der Stillzeit sind Methoden geeignet, die nicht die Muttermilch beeinträchtigen. Neben Kondomen sind das v.a. Barrieremethoden wie Pessar, Portiokappe oder Lea Contraceptivum®. Auch reine Gestagenpräparate scheinen keinen Einfluss auf die Milchqualität oder das Wachstum des Kindes zu haben.

 
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