Deutsche Büros zum Arbeiten zu laut

Das Problem von Lärm im Baugewerbe oder in der Industrie ist bekannt – noch immer steht die berufsbedingte Schwerhörigkeit an erster Stelle der Berufskrankheiten. Doch auch im Büro kann Lärm stören. Er führt dann zwar eher selten zu Hörschäden, kann aber zu stressbedingten Störungen beitragen.
Um konzentriert arbeiten zu können, ist eine ruhige Arbeitsatmosphäre unabdingbar. Vor einigen Jahren befragte das Forum Gesundes Hören knapp 1000 Büroangestellte, die in Einzelbüros, kleinen Büroräumen mit zwei bis vier Kollegen oder Großraumbüros arbeiten, nach ihrer individuellen Lärmbelastung. Die Mehrheit der befragten Büro-Angestellten war überwiegend mit konzentrierter geistiger Tätigkeit (33 %), Telefon- oder persönlichen Gesprächen (25 %) beschäftigt.
Das Ergebnis: Jeder Zweite der Befragten fühlte sich bei der Ausübung seiner Tätigkeit durch zu viele Geräusche am Arbeitsplatz gestört.
Die Folge: Bei Besprechungen bekommt man nicht alles mit; Aussagen werden häufig falsch verstanden, sodass oft nachgefragt werden muss; bei Gruppengesprächen fühlen sich die Befragten leicht unsicher und schneller gestresst. Zu den am ehesten störenden Geräuschquellen am Arbeitsplatz zählen PC, Drucker und Telefon. In vielen Büroräumen sind zudem noch Faxgerät und Kopierer untergebracht. In größeren Büros ist auch der Geräuschpegel durch Gespräche, Telefonklingeln und Umherlaufen der Kollegen ständig erhöht, was ebenfalls die Konzentration erschwert.
Lärm im Büro vermindern
Gegen störende Hintergrundgeräusche im Büro helfen oft schon kleine Schritte – was auch die Kommunikation merklich verbessert:
- Computer in einiger Entfernung platzieren, z. B. unter dem Tisch, lärmintensive Geräte in einem separaten Raum unterbringen und Gebrauchsspuren an Geräten (Quietschen, Klappern) beseitigen.
- Bei der Neuanschaffung von Geräten auf geringe Lautstärke achten.
- Im Raum schallschluckende Gegenstände (z. B. Gardinen, Teppiche) oder Raumteiler verwenden.
- Büroräume nicht als Durchgangszimmer nutzen.
- Konferenzraum auch für kleine Besprechungen nutzen, Besprechungen "zwischen Tür und Angel" vermeiden.
Fällt ein Kollege häufiger durch Missverständnisse und häufiges Nachfragen auf, könnten neben der zu lauten Arbeitsatmosphäre jedoch auch Hörstörungen die Ursache für Verständnisprobleme sein. Sprechen Sie Ihren Kollegen freundlich darauf an und schlagen Sie ihm vor, sein Gehör bei einem HNO-Arzt oder Hörgeräte-Akustiker überprüfen zu lassen.
Wer häufiger wichtige Informationen nicht mitbekommt, riskiert nicht nur irritierte Blicke der Kollegen, sondern gefährdet unter Umständen sogar seinen Arbeitsplatz. Da sich Hörminderungen meist schleichend einstellen, werden sie von den Betroffenen selbst oft erst spät wahrgenommen. Der Hörtest ist kostenlos und dauert nur fünf Minuten.
Autor/Quelle: Quelle: Forum Gutes Hören / Überarbeitung: Dagmar Reiche
