Arbeiten im Flow ? Zeit und Raum vergessen!
Der Begriff Flow stammt von Mihaly Csikszentmihalyi, der damit das Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit beschreibt. Das Flow-Erlebnis ist die Erfahrung absoluten Wohlbefindens, das bei einer herausfordernden Tätigkeit entsteht, ähnlich wie bei Kindern, die beim Spielen Zeit und Raum vergessen.
Flow ist also so etwas wie der Idealzustand des Handelns. Gewöhnlich tun Menschen etwas und denken dabei an andere Dinge. Beim Handeln im Flow dagegen ist alle Energie auf die Tätigkeit in diesem Moment gerichtet. Dieses Hochgefühl bezeichnen Menschen, die es erleben als ein Schweben oder Fließen (Flow), als würde man von einer Energie durchströmt.
Wir Menschen tun vieles, das uns subjektiv nichts einbringt. Dazu gehören beispielsweise Spielen mit Kindern, Wandern, Basteln und alle anderen kreativen Tätigkeiten. Alle diese Beschäftigungen bieten uns keinerlei materielle Belohnung, hier ist das Motiv in der Tätigkeit selbst begründet bzw. in der Art der Durchführung. Weist die Tätigkeit zusätzlich bestimmte Qualitäten auf, kann es zu einem Flow-Erlebnis kommen. Wenn wir dann solchen Tätigkeiten nachgehen, spielen für uns weder die Zeit, noch wir selbst eine Rolle und das Handeln geht mühelos vonstatten. Wenn wir im Flow sind, sind unser Fühlen, unser Wollen und unser Denken in diesen Augenblicken in Übereinstimmung.
Flow ist also der erstrebenswerte Bewusstseinszustand
- in einer Tätigkeit voll aufzugehen und
- dabei Befriedigung, Vergnügen, Freude und Glück zu empfinden.
Viele Tätigkeiten können Flow erzeugen
Flow-Erleben wird häufig durch Bewegung beim Tanz oder Sport erlebt aber auch bei einer geistigen Anstrengung wie z. B. dem Schach spielen oder dem Schreiben eines Briefes.
Flow-feindlich dagegen ist beispielsweise das Fernsehen als passive Tätigkeit. Besser sind da Hobbys und Freunde, um seine Freizeit aktiv bzw. im Austausch mit anderen zu verbringen. Folgende Bestandteile sind flowerzeugenden Aktivitäten gemeinsam, dabei müssen nicht alle Bestandteile gleichzeitig vorhanden sein:
- Sicheres Kennzeichen von Flow ist das Verschmelzen von Handlung und Bewusstsein. Die ungeteilte Aufmerksamkeit gilt ganz der Tätigkeit. Ablenkende Nebengedanken treten nicht auf. Wir handeln in Harmonie und Verbundenheit mit der Welt und sind völlig vertieft in die Tätigkeit – gehen ganz in ihr auf. Unser Zeitgefühl verändert sich: man ist völlig selbstvergessen, blendet Wahrnehmungen, die nicht auf die Aktivität gerichtet sind, aus - überhört z. B. Geräusche oder übergeht Körpersignale. Es ist keine Zeit zur Selbsterforschung – wir sind einfach.
- Wenn man abschalten und sich gleichzeitig entspannen möchte, muss man sich mit der Tätigkeit intensiv auseinandersetzen. Um Flow zu erleben, muss deshalb eine gewisse Energie investiert werden. Intensive Auseinandersetzung bedeutet, sich anzustrengen.
- Die Aufgabe, die Herausforderung entspricht unseren Fähigkeiten – sie ist weder zu leicht, noch zu schwierig. Damit die Aufgabenstellung für uns attraktiv ist, hat sie meist einen ganz persönlichen Bezug, der uns zum Handeln motiviert.
- Das Gefühl, in der Situation alles unter Kontrolle zu haben, gehört zu den wichtigen Merkmalen des Flow-Erlebens. Dabei ist es nicht wichtig, ob wir tatsächlich die Kontrolle haben - unser Gefühl für die Kontrolle ist entscheidend. Man weiß einfach, was zu tun ist. Das Ziel steht klar und deutlich vor unserem „Inneren Auge" und wir wissen intuitiv, was wir tun müssen, um das Ziel zu erreichen.
- Ein weiteres wichtiges Merkmal von Flow ist, dass man rasch eine Rückmeldung sowohl in positiver und als auch negativer Hinsicht bekommt. So kann man seinen Kurs immer wieder korrigieren.
Auf eine Kurzformel gebracht, lässt sich die Situation eines Flow-Gefühls so beschreiben: Man ist in eine herausfordernde Tätigkeit so vertieft, dass alles um einen herum - auch die Alltagssorgen - an Bedeutung verlieren. Man gerät in eine Art Selbstvergessenheit und verliert jedes Gespür für die Zeit. Es ist das vertraute Gefühl, das die Zeit wie im Fluge vergeht.
