Tai Chi hilft bei Stress und Depression

Sport und Meditation kann Menschen mit den verschiedensten körperlichen und psychischen Erkrankungen helfen. Eine Studie hat die Wirkung von Tai Chi, das Elemente von beidem vereint, untersucht und zeigt eine positive Wirkung der traditionellen chinesischen Technik bei Patienten mit Stimmungs- und anderen Störungen. Dr. Rose Shaw, Psychotherapeutin aus München, stellt im Blog Psychologie Aktuell eine Presseerklärung vom Herausgeber der Studie vor, die auch auf die methodischen Schwierigkeiten bei der Untersuchung solcher Effekte hinweist.
Positive Auswirkungen von Tai Chi
Tai Chi ist eine von fernöstlichen Kampfkünsten abgeleitete Form der Bewegungsmeditation. Studien deuten darauf hin, dass Tai Chi bei gesunden Menschen und chronisch Kranken Stress, Ängste und Depressionen abbauen sowie die Stimmung heben kann. Eine systematische Auswertung dieser Studien, die in dem Journal BMC Complementary and Alternative Medicine erschien, kam nun zu dem Schluss, dass Thai Chi tatsächlich positive Auswirkungen auf die Psyche zu haben scheint. Jedoch sind weitere, besser durchgeführte randomisierte Studien nötig.
Tai Chi: Übungen für Körper und Geist
Dr. Chenchen Wang, Associate Professor am Tufts Medical Center der Tufts University School of Medicine in den USA, und ihre Mitarbeiter werteten die Ergebnisse von insgesamt vierzig Studien über die Wirkung von Tai Chi auf die psychische Gesundheit aus. Darunter befanden sich auch siebzehn randomisierte, kontrollierte Untersuchungen, in denen die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip in Behandlungs- und Kontrollgruppen eingeteilt wurden. Wang erklärt: „Tai Chi, die traditionellen chinesischen Übungen für Körper und Geist, werden im Fernen Osten seit Jahrhunderten zur Stärkung der Gesundheit und Fitness praktiziert und werden in letzter Zeit auch im Westen immer beliebter. Man glaubt, dass sie die Stimmung verbessern und das seelische Wohlbefinden insgesamt fördern, aber bis jetzt gibt es dafür keine überzeugenden Beweise.“
Tai Chi und psychische Erkrankungen
Wang und ihre Kollegen belegten nun jedoch, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Ausüben von Tai Chi und dem Abbau von Stress, Ängsten, Depressionen und Stimmungsstörungen sowie einem erhöhten Selbstwertgefühl gibt. Die Qualität der bislang durchgeführten Studien war allerdings im Allgemeinen nicht hoch. Insbesondere mangelte es an gründlichen, prospektiven und gut kontrollierten randomisierten Untersuchungen mit passenden Vergleichsgruppen und allgemein anerkannten Messmethoden für die Studienergebnisse. Wang betont, dass eine exaktere Kenntnis der physiologischen und psychologischen Wirkungen von Tai Chi-Übungen zu neuen methodischen Ansätzen führen könnte, um die Gesundheit zu fördern und chronische Krankheiten zu behandeln. Sie würde wohl informierte klinische Entscheidungen erleichtern und helfen, die Mechanismen einer erfolgreichen Körper-und-Geist-Medizin besser aufzuklären.
Autor/Quelle: Dr. Rose Shaw
