Ozon - Jetzt lieber mit dem Joggen pausieren

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Der Schwellenwert für die Unterrichtung der Bevölkerung über die Ozonwerte liegt bei 180 µg/m³ (Ein-Stunden-Mittel). Ab dieser Konzentration sollten Personen, die gegenüber Luftschadstoffen empfindlich reagieren, insbesondere ungewohnte und starke Anstrengungen im Freien am Nachmittag vermeiden.

Ozon und seine Nebenprodukte

Das für den Sommersmog typische Photo-Oxidantien-Gemisch enthält eine Vielzahl von Reizstoffen, allerdings nicht immer in der gleichen Zusammensetzung. Die starke Reizwirkung des "photochemischen Smogs" auf die Augen und Schleimhäute der oberen Atemwege (Nasen-Rachen-Raum) kommt nur zu einem geringen Teil durch Ozon zustande, hauptsächlich aber durch andere Photo-Oxidantien, die als Nebenprodukt der atmosphärischen Ozonbildung entstehen, zum Beispiel Peroxiacetylnitrat, Peroxibenzoylnitrat, Acrolein und Formaldehyd. Diese Substanzen sind - im Gegensatz zu Ozon - gut wasserlöslich. Im Hinblick auf ihre gesundheitlichen Wirkungen sind sie allerdings weniger bedeutend als Ozon, da sie in geringeren Konzentrationen auftreten und weniger toxisch (giftig) sind.

Ozon selbst reagiert fast ausschließlich am Auftreffort, das heißt an den Oberflächen des Atemtraktes. Durch seine geringe Wasserlöslichkeit wird es in viel geringerem Maße als beispielsweise Schwefeldioxid in den oberen Atemwegen zurückgehalten. Folglich dringt Ozon viel weiter in die Lunge ein. In der Lungenperipherie trifft es auf Gewebe, das nicht durch eine Schleimschicht geschützt ist. Hier kann es zur Schädigung der Zellmembran mit den damit verbundenen entzündlichen Prozessen kommen.

 

Wann schadet Ozon?

Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind umso eher zu erwarten:

  • je höher die Konzentration des Ozons in der inhalierten Luft ist,
  • je länger man dem Ozon ausgesetzt ist
  • je höher das Atemminutenvolumen (Luftvolumen, das während einer Minute ein- oder ausgeatmet wird) während des Einwirkens ist.

Wenn wir uns körperlich anstrengen, steigt das Atemminutenvolumen. Es ist deshalb gut nachvollziehbar, dass Ozon besonders Personen zu schaffen macht, die sich in Sommersmog-Episoden häufig draußen aufhalten und sich dabei körperlich anstrengen.

Aber auch Säuglinge und Kleinkinder sind gefährdet, da sie, bezogen auf ihre Körpergröße, ein relativ erhöhtes Atemminutenvolumen haben. Außerdem ist ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet: Eine zusätzliche Reizung durch Ozon kann die Anfälligkeit gegenüber Infektionen des Atemtraktes erhöhen.

 

Wie wirkt sich Ozon aus?

Abhängig von der Konzentration und der Dosis können beim Menschen sensorische Wirkungen (Geruch), Wirkungen auf die Lungenfunktion und auf die körperliche Leistungsfähigkeit auftreten. Folgenden Symptome treten nur nach mehrstündiger Einwirkung bei gleichzeitiger körperlicher Aktivität auf:

  • Veränderungen der Lungenfunktion
  • Reduzierung der körperlichen Ausdauer-Leistungsfähigkeit ab 240 µg/m 3
  • Entzündliche Reaktion des Lungengewebes ab 160 µg/m 3 bei 6,6-stündiger Einwirkung mit intermittierender körperlicher Belastung
  • Zunahme der Häufigkeit von Asthmaanfällen (240 bis 300 µg/m 3)

Diese funktionellen Veränderungen und Beeinträchtigungen normalisieren sich im allgemeinen im Laufe von ein bis drei Stunden nach Einwirkungsende. Bei besonders starken Belastungen lassen sich allerdings geringe Abweichungen noch nach 24 bis 48 Stunden feststellen.

Befindlichkeitsstörungen wie Tränenreiz (verursacht durch Begleitstoffe des Ozons), Reizung der Atemwege, Husten, Kopfschmerzen und Atembeschwerden werden ab 200 µg/m 3 genannt. Die akuten Reizerscheinungen an Augen und Schleimhäuten sind von der körperlichen Aktivität weitgehend unabhängig; ihr Ausmaß wird vor allem durch die Aufenthaltsdauer in der ozonbelasteten Atmosphäre bestimmt.

 

Einfache Regeln gegen den Smog

Um gesundheitliche Beeinträchtigungen durch hohe Ozon-Konzentrationen zu vermeiden, sollte man folgende Regeln beachten:

  • Da hohe Ozon-Konzentrationen üblicherweise bei hohen Temperaturen auftreten, kann als Faustregel gelten: Vernünftiges Verhalten im Hinblick auf hohe Temperaturen ist auch vernünftig im Hinblick auf Ozon.
  • Bevor Sie sportlich aktiv werden, sollten Sie sich über die Ozon-Wetterlage informieren.
  • Längere körperliche Anstrengungen sollten möglichst nicht in die Mittags- und Nachmittagsstunden gelegt werden, wenn sie auch zu anderen Tageszeiten möglich sind. Weichen Sie gegebenenfalls in eine gut belüftete Halle aus. In Innenräumen ist die Ozonkonzentration geringer.
  • Legen Sie mehr Pausen ein, machen Sie Lockerungsübungen im Schatten.

 

Stündlich aktualisierte Ozonwerte

Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht auch in diesem Jahr stündlich aktualisierte Ozonwerte und bundesweite Ozonprognosen, auch an den Wochenenden.

Unter gleicher Adresse stellt das UBA seine aktualisierte Zusammenstellung "Hintergrundinformation: Sommersmog" zur Verfügung. Auf 24 Seiten werden Grundlagen rund um das Thema Ozon vermittelt, Ergebnisse präsentiert, Trends analysiert und allgemein interessierende, oft gestellte Fragen beantwortet.

Die "Hintergrundinformation: Sommersmog" kann auch bei der Pressestelle des Umweltbundesamtes angefordert werden.