Erfrierungen beim Wintersport - ohne Frostbeulen von der Piste

Zwar werden die Winter immer milder, doch es gibt sie immer noch, vor allem beim Wintersport: Erfrierungen. Schlimmstenfalls können diese sogar zum Absterben von Fingern oder Zehen führen. Vorbeugen ist einfach: Warme Kleidung und grundsätzlich keinen Alkohol beim Wintersport.
Raus aus dem Büro und rauf auf die Skipiste – nach diesem Motto strömen im Winter jedes Wochenende hunderttausende von Ski-Fans auf die Pisten. Doch solche "Kaltstarts" führen nicht nur zu Bänderdehnungen und Muskelfaserrissen, sondern bergen weitere Gefahren. So wird nicht selten versucht, die Winterkälte durch Alkoholisches zu vertreiben. Das Problem? Nicht nur alkoholbedingte Gefährdungen wie Konzentrationsschwäche, Tunnelblick und das Unterschätzen von Risiken, sondern auch das mangelnde Kälteempfinden. So werden Warnhinweise wie Kribbeln an Zehen, Fingern oder Nase ignoriert. Doch auch falscher Ehrgeiz ist dafür verantwortlich, dass Erfrierungen mit zum Teil gravierenden Folgen auftreten.
Schweregrade von Erfrierungen
Erfrierungen sind durch Kälte hervorgerufene, lokale Gewebeschäden. Sie sind nicht zu verwechseln mit einer – lebensbedrohlichen – Unterkühlung, einem Absinken der Körpertemperatur unter 35 Grad Celsius. Bei Erfrierungen unterscheidet man ähnlich wie bei Verbrennungen verschiedene Schweregrade:
- Erfrierungen ersten Grades sind leichte Erfrierungen, bei der die Haut bläulich-weiß marmoriert aussieht. Das Aufwärmen bei solchen oberflächlichen Erfrierungen ist häufig schmerzhaft. Es bleiben in der Regel keine Schäden zurück.
- Bei einer Erfrierung zweiten Grades ist die Haut tiefrot bis violett und fühlt sich sehr kalt an.
- Bei einer Erfrierung dritten Grades ist die Haut eiskalt, weiß, gefühllos und hart, und sie stirbt ab. Nach dem Auftauen verfärben sich die abgestorbenen Stellen schwarz. Es kommt zu bleibenden Schäden der betroffenen Körperstellen.
Jede Erfrierung erscheint anfangs wie eine Erfrierung ersten Grades. Die Folgeschäden mit Blasenbildung und absterbenden, schwarzen Gewebe treten erst nach einer Zeit von mehr als 24 Stunden auf. Das Ausmaß einer Erfrierung dritten Grades ist unter Umständen erst nach Wochen erkennbar.
Was ist bei Erfrierungen zu tun?
Bringen Sie eine unterkühlte Person nach Möglichkeit an einen warmen Ort. Lockern Sie zu enge Kleidung und ziehen Sie nasse Kleidung aus. Bei leichteren Erfrierungen erwärmen Sie die betroffenen Stellen – Wangen, Nase, Finger oder Zehen – mit der eigenen Körperwärme, mit warmen, trockenen Kleidungsstücken oder unter lauwarmem (nicht heißem!) Wasser. Bei stärkeren Erfrierungen müssen Sie unbedingt den Notarzt benachrichtigen.
Halten Sie die betroffenen Körperteile möglichst ruhig und bewegen Sie sie nicht. Reiben Sie erfrorene Körperstellen nie mit Schnee ab!. Geben Sie dem Betroffenen etwas Warmes zu trinken. Erwärmen Sie den gesamten Körper durch zusätzliche Kleidung oder Decken.
Joggen und Radfahren im Winter
Warm anziehen heißt es auch für Radler und Jogger im Winter. Bei Temperaturen unter minus zehn Grad Celsius hilft selbst beim Laufen kaum noch etwas gegen den Frost; beim Radsport ist die kritische Grenze bereits bei minus fünf Grad erreicht. Schutz gegen klirrende Kälte bietet atmungsaktive Kleidung, in der man nicht ins Schwitzen gerät – denn das lässt den Körper rasch auskühlen.
Als winterliche Empfehlung gilt auf jeden Fall für beide Sportarten eine verlängerte Warmlaufphase; Radsportler sollten zudem Streckenprofil und Geschwindigkeit den Temperaturen anpassen. Um das Immunsystem von Wintersportlern zu stärken, helfen regelmäßige Saunagänge und eine vitaminreiche Ernährung mit viel Vitamin A, zum Beispiel in Möhren, Vitamin C wie in Zitrusfrüchten, sowie einer konstanten Zufuhr von Zink, zum Beispiel in Fleisch.
Autor/Quelle: Dagmar Reiche / Quelle: Deutsches Grünes Kreuz
