Reiseapotheke für den Winterurlaub

Schneebedeckte Hügel, klare Sicht so weit das Auge reicht – die weiße Schönheit der Winterlandschaft lockt jetzt wieder viele Urlauber in die Berge zum Skifahren. Damit der Winterurlaub auch zur echten Erholung wird, ist eine gute Vorbereitung besonders wichtig.
Was muß alles in die Reiseapotheke?
Vielleicht gehören Sie zu denjenigen, die immer ihre Haus- und Reiseapotheke griffbereit haben?
Dann packen Sie diese auf jeden Fall ein. Trotzdem sollten auch Sie darauf achten, dass sich auch die folgenden Dinge im Reisegepäck befinden.
Sonnenschutz In den Bergen ist die UV-Strahlung wesentlich intensiver als im Flachland – pro 1000 Höhenmeter nimmt sie um 20 Prozent zu. Hinzu kommt, dass der Schnee die Strahlung reflektiert. Zu empfehlen ist deshalb ein Sun-Blocker mit UV-A und UV-B Schutz bzw. ein Sonnenschutzmittel mit – je nach Hauttyp – hohem bis sehr hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30–50 bzw. 50+). Cremen Sie jede Stelle im Gesicht gut ein, vor allem den stark gefährdeten Nasenrücken. Fetthaltige Cremes sind besonders gut geeignet, da sie die Haut auch vor dem Austrocknen durch Kälte und niedrige Luftfeuchtigkeit schützen. Verzichten Sie besser auf Sommer-Cremes, sie enthalten zu wenig Fett und haben keinen Kälteschutz. Außerdem ist bei länger stehenden Cremes der angegebene LSF nicht mehr gesichert. Sie können das Produkt dann allerdings durchaus noch als feuchtigkeitsspendende Creme benutzen. Zur Vorbeugung eines Lippenherpes sollten Sie zusätzlich einen Lippenschutz mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor mitnehmen.
Kälteschutz Eine Kältecreme zum Schutz von empfindlichen Körperstellen wie Nase, Ohren oder Wangen gehört ebenfalls in die Reiseapotheke. Sie legt sich als wasserundurchlässiger Film auf die Haut, so dass kaum Feuchtigkeit entweichen kann.
Prellungen und Verstauchungen Solche Verletzungen auf der Piste sollten so schnell wie möglich gekühlt und anschließend mit einer elastischen Binde stabilisiert werden. Für die weitere Behandlung empfiehlt sich eine Heparin-Salbe, die den Bluterguss schneller abklingen lässt, oder entzündungshemmende Salben. Schmerzmittel und Enzympräparate zum Einnehmen helfen ebenfalls gegen die Entzündung.
Schmerzen Auch im schönsten Urlaub wird man nicht immer von Schmerzen verschont. Deshalb sollte ein Schmerzmittel immer Bestandteil der Reiseapotheke sein. Längerfristig dürfen Schmerzmittel jedoch nur auf Anraten des Arztes eingenommen werden. Bei starken oder länger anhaltenden Schmerzen sollte auch im Urlaub ein Arzt aufgesucht werden.
Weitere Tipps für einen gesunden Urlaub
Seit in den letzten Jahren die Zahl von Skiunfällen auch mit tödlichem Ausgang rapide steigt, setzt sich immer mehr die Meinung durch, auf den Pisten einen Helm zu tragen. In Italien besteht Januar 2005 Helmpflicht für Kinder bis zu 14 Jahre, in Österreich seit kurzer Zeit auch in manchen Bundesländern (z. B. in Kärnten). Ob Pflicht oder nicht: sinnvoll ist ein Skihelm in jedem Fall. So waren bei rund 70.000 Unfällen auf Österreichs Pisten rund 8000 Kinder unter 15 Jahren beteiligt, von denen sich wiederum über 15 % am Kopf verletzten, zum Teil schwer.
Wichtig bei einem Helm ist die Passform: Er muss gut sitzen, darf nicht drücken oder wackeln und sollte auch mit einer Ski- oder Sonnenbrille bequem zu tragen sein. Optimalen Schutz bieten Hartplastikhelme der Norm EN 1077 (CE-Zeichen).
Im Folgenden noch ein paar allgemeine Tipps zur Vorbereitung und Reaktion in bestimmten Fällen:
Vorab:- Stärken Sie schon vor dem Urlaub Ihre Kondition mit Skigymnastik.
- Niedrige Temperaturen sowie die Höhenlage belasten das Herz-Kreislaufsystem. Menschen, die unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck leiden, sollten deshalb vor einem Skiurlaub ihren Arzt fragen.
- Je stärker der Wind bläst, desto schneller kühlt der Sportler aus. Die richtige Kleidung ist daher ein Muss: Denken Sie an die richtige Ausrüstung und angemessene, warme Kleidung. Über den Kopf verlieren wir bei Kälte über 50 Prozent der Körperwärme. Deshalb gehört auch immer eine Mütze in die Reisetasche.
- Tragen Sie eine Sonnenbrille mit geeigneten Gläsern – das UV Licht ist für die Binde- und Netzhaut gefährlich. Gut geeignet sind auch Brillen mit einem zusätzlichen seitlichen Lichtschutz.
- Falls ein Wintersportler stürzt, sollte er mit einer Rettungsdecke (Gold-Silber-Folie, Silberfolie als Kälteschutz nach innen, Goldseite nach außen) zugedeckt werden. Führen Sie die dünne Folie stets griffbereit mit.
- Nässe und Kälteeinwirkung können leicht zu unangenehmen Beschwerden und Entzündungen - beispielsweise der Harnwege führen.
- Wer Probleme mit den Gelenken hat, sollte an einen Tapeverband oder eine Bandage im Skirucksack dabei haben.
- Augentropfen gegen Bindehautentzündungen können kurzfristig bei entzündeten Augen helfen.
- Blasenpflaster helfen, falls die Schuhe reiben.
- Denken Sie auch an Ihre Medikamente für den Dauergebrauch.
- Die ungewohnte körperliche Belastung kann zu Mineralstoffdefiziten führen. Präparate in ausreichend hoher Dosierung gibt es in der Apotheke.
- Trinken Sie während Ihrer sportlichen Betätigung reichlich Flüssigkeit.

