Golf - Sport nach Maß

Konzentration, Gefühl und viel frische Luft – das macht die Boom-Sportart Golf unter anderem aus. Lernen kann man es in jedem Alter und fast mit jedem Geldbeutel. Es ist einfach, mit dem Golfspiel zu beginnen: Man muss nur im Branchenbuch oder Internet nachschauen wo der nächste Golfplatz liegt und nach einem Schnupperkurs fragen.

Golf für Anfänger

Zwei Übungsstunden kosten rund 20 Euro und beim ersten Termin auf der Range – so heißt der Übungsteil des Golfplatzes im englischen Mutterland des Sports – genügen bequeme Kleidung und Sportschuhe. Schläger und Bälle werden natürlich gestellt.

"Ich bin John", stellt sich unser "Pro" der vierköpfigen Anfängerschar vor. "Pro" steht für Professionel, er ist Berufsspieler und hat ein Lehrdiplom. Außerdem verfügt er über ein niedriges "Handicap" – das heißt, er schafft den 18-Loch-Platz mit relativ wenigen Schlägen.

Wir starten auf der sogenannten Driving-Range, wo die Abschläge geübt werden. Schilder markieren Entfernungen bis zu 250 Metern und mehr. Der Rasen ist übersät mit kleinen weißen Golfbällen.

Zuerst zeigt uns John wie man einen Schläger hält. Den ganzen Rest erledigt angeblich der richtige Schwung. "Im Idealfall führen Sie die immer gleichen Bewegungen mit einer kontinuierlichen Schlagkraft aus, während Sie Distanz und Flughöhen nur mit dem passenden Schläger variieren."

 

Erste Versuche

Während wir die Finger am Stiel mehr oder weniger ineinander krampfen, bereitet uns der Pro auf den ersten Schlag vor: "Bei diesem ersten Kontakt merken Sie, ob das tolle Gefühl und der Spaß dabei sind, oder ob Sie sich lieber kopfschüttelnd anderen Betätigungen zuwenden." Dann führt er vor, wie wir im Idealfall weit ausholen sollen, beim Abschwung irgendwann auf den Ball treffen und zum Abschluss der Bewegung wieder mit stark angewinkelten Armen und dem Schläger hinterm Kopf dastehen, um die Fugbahn zu verfolgen.

Wir Anfänger versuchen die Abschläge mit einem mittleren 7er-Eisen. Beim Spiel würde man es auch für Schläge auf mittlere Distanz einsetzen. Der Ball wird auf ein "Tee" gesetzt, ein kleines Plastikstäbchen - und dann ab. Erwartungsgemäß bewegen einige Versuche mehr Erde als den Ball und einige schlecht getroffene Bälle tuckern nur zehn, zwanzig Meter weit. Aber dann passiert es: Der Schwung fühlt sich flüssig und leicht an, ein sattes "Zack" beim Ballkontakt signalisiert einen Volltreffer.

Irgendwo zwischen 100 und 150 Metern landet der Ball. Eine sehr gute Entfernung mit einem 7-er Eisen – und was für ein Gefühl! "Das reizvolle am Golf ist, dass schon Anfänger Topschläge zustande bringen können," sagt John. Und er verspricht: "Dem richtigen Gefühl, wenn der Ball im richtigen Winkel etwa zwei Sekunden 150 bis 200 Meter durch die Luft fliegt, jagen Golfer ständig nach."

Nach einigen Versuchen, die Bälle über kurze Distanz in Richtung Loch zu befördern, üben wir noch das eigentliche Einlochen oder "Putten“: Gerade stehen und sich vorstellen, dass der Ball auf einer Eisenbahnschiene zum Loch rollt.

Am Gras zumindest liegt es nicht, dass die meisten Bälle nachher trotzdem daneben gehen oder vorm Loch stehen bleiben: Das Putting-Green scheint mit dem Rasierapparat gemäht zu werden und ist ohne Makel höchstens sieben Millimeter hoch.

 

Kostenpunkt

Zum Lernen empfehlen sich einige Trainingsstunden beim Pro, Kosten jeweils etwa 25 bis 75 Euro. Training benötigt man ohnehin, wenn man die "Platzreife" erreichen möchte. Erst wer keine Gefahr und kein Hindernis für sich und andere mehr darstellt, darf auf die Plätze.

Wichtig auch: Vor den ersten Abschlägen stets aufwärmen, damit man sich bei seinen Schwungversuchen keine Zerrung holt. Ansonsten wird man auf einem 18-Loch-Platz ohnehin warm, weil dabei bis zu zwölf Kilometer zurückgelegt werden. Ein Grund, warum man bei bequemen Golfschuhen nicht sparen sollte.

Wer ernsthaft anfängt, benötigt noch einen Schlägersatz, den es im günstigsten Fall für rund 200 Euro gibt. Mit Platzreife kann man für eine Jahresgebühr von 350 bis 1500 Euro (oder mehr) pro Jahr Mitglied in einem Golfclub werden.

Günstiger ist es gerade für Anfänger und Wenigspieler, sich durch eine Mitgliedschaft bei der Vereinigung freier Golfspieler gegen 195 Euro Jahresbeitrag das Spielrecht auf rund 800 Anlagen von Mitgliedern des Deutschen Golfverbandes zu sichern. Dann muss man nur noch die übliche Gastgebühr pro Runde, das sogenannte Greenfee, bezahlen.



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