Nordic Blading - Vorbereitung auf die Langlaufsaison

Die Ski- und Langlaufsaison naht. Für ganz Ungeduldige bietet sich jetzt Nordic Blading an: das ist Inlineskaten mit Stöcken im Langlauf-Freistil. Der Körper wird ganzheitlich belastet und gut trainiert.
Nordic Walking hat sich mittlerweile bei den Fitnessprogrammen aller Sportveranstalter einen festen Platz erobert. Dass das intensive Walking steigerungsfähig ist beweist Nordic Blading: Langlauf mit Inlinern.
Wer nun glaubt, dass Nordic Blading eine noch junge Trendsportart sei, der irrt. Zumindest das Prinzip Rollschuh ist seit über 200 Jahren bekannt. Schon 1760 bastelte der Belgier John Josef Merlin Rollen unter seine Schlittschuhe und nannte sie "Patins á roues alignées“ - Rollschuhe mit Rollen in einer Reihe. 1863 stellte der Amerikaner James Leonard Plimpton Rollschuhe mit vier Holzrädern her, zwei vorn und zwei hinten. 1894 brachte die Gummiwarenfabrik Bäumcher & Co. Reifen-Rollschuhe mit zwei hintereinander liegenden Reifen auf den Markt. Der Amerikaner Scott Olson schließlich, ein Eishockeyspieler, bastelte Rollschuhe, bei denen sich die Rollen in einer Reihe befinden: die Inline-Skates waren geboren. Er nannte sie "Rollerblades“ und wurde reich. Inline Skates oder Rollerblades sind aus dem Fitnesssport nicht mehr wegzudenken.
Gelenkschonend ja, doch Verletzungsgefahr
Geübte Fahrerinnen und Fahrer erreichen schnell 20 bis 30 km/h, besonders, wenn es bergab geht auch schneller. Knochenbrüche und Prellungen sind die häufigsten Verletzungen, bei älteren Menschen im Oberschenkelhalsbereich, aber auch Handgelenke, Unterarm, Unterschenkel, Kopf und Gesicht werden in Mitleidenschaft gezogen.
Neben einer Schutzausrüstung wie Helm, Knie und Handgelenkschoner ist es in jedem Fall sinnvoll, Nordic Skating unter Anleitung eines Trainers zu lernen, denn es ist gar nicht so leicht, die Arm- und Beinbewegungen bei dem Tempo zu koordinieren, Bremstechniken zu üben und das Gleichgewicht zu halten, die Füße nicht nach innen zu knicken und genügend Abstand zu den anderen Fahrern zu halten. Doch dank der Stöcke ist es für einige sogar leichter, das Skaten zu erlernen als ohne Stütze.
Mit Nordic-Blading werden alle Ausdauertrainingsformen, Intervalltraining, Langstreckentraining, Schnelligkeit, und Kraft trainiert. Durch den Armeinsatz werden mehr Muskeln beansprucht als beim "normalen" Skaten. Das Training soll, so erklärt der Sportmediziner Dr. Klaus Gerlach, um 40 Prozent effektiver sein als reines Skaten. Neben der Beinmuskulatur wird auch der komplette Oberkörper inklusive Rücken und Bauch trainiert, alles in allem beansprucht man etwa 90 Prozent der Skelettmuskulatur. Pro Stunde verarbeiten einigermaßen gut Trainierte ca. 600 Kcal. Durch den stoßfreien Bewegungsablauf werden die Gelenke geschont und die Kombination von Arm- und Beinbewegung trainiert die koordinativen Fähigkeiten.
Technik wie beim Langlauf
Die Nordic-Blading-Technik gleicht der Bewegungsausführung des Skilanglaufs mit symmetrischen und asymmetrischen Ablaufen. Man bewegt sich z.B. vorwärts mit dem Doppelstockschub, das bedeutet langsam rollen lassen, Oberkörper etwas vorbeugen, Arme auf Schulterhöhe anheben und vorn auf den Boden aufsetzen dann kräftig abstoßen. Dabei muss man die Arme nach hinten führen und den Oberkörper wieder aufrichten.
Bei der Zwei-zu-Eins-Technik wird bei jedem zweiten Schritt die Armbewegung begonnen, d.h. z.B. immer wenn das rechte Bein vorn ist. Beim Rollen auf dem linken Bein richtet sich der Oberkörper wieder auf und die Arme schwingen nach hinten durch. Bei der Eins-zu-Eins-Technik, einer schnelleren Variante, wird jeder Beinstoß mit der Armbewegung kombiniert.
Die aus Carbon hergestellten Stöcke ähneln den Langlaufstöcken, sind allerdings mit einer Kombispitze aus Metall und Gummi, bzw. mit speziellen Nordic-Blading-Spitzen ausgestattet, um auf Asphalt optimalen Halt zu bieten. Die optimale Länge errechnet man mit folgender Formel: Körpergröße (in cm) x 0,9 + 2,5 cm.
Skike
Eine Variante des Nordic Blading ist Skiken. Ein Skike besitzt im Gegensatz zu Inline Skates nur zwei Räder, die sich jeweils vor und hinter dem Fuß befinden. Die luftbefüllten Räder haben einen Durchmesser von 15 cm und besitzen, das ist das Besondere, am Hinterrad ein Bremssystem, das mit der Wade bedient wird. Skikes können mit normalen Turn-, Jogging- oder Trekkingschuhen benutzt werden. Klettverschlüsse fixieren den Fuß. Mit 4 cm Bodenfreiheit und einem Radstand von bis zu 47 cm ist sogar das Befahren von unebenen Strecken kein Problem. Insbesondere die Bremsen geben zusätzliche Sicherheit und das Skiken ist auch für Anfänger schnell erlernbar.
Autor/Quelle: bo
