Aquaboxing - Stressbewältigung an heißen Tagen

Männer sind bei Wassergymnastik eher zurückhaltend, in den einschlägigen Kursen tummeln sich fast nur Frauen. Nun bieten Schwimmbäder und Freizeiteinrichtungen auch eine Wasser-Sportart an, die so richtig männlich daherkommt: Aquaboxen, auch Aquadrill genannt.

Aqua-Sportarten haben Konjunktur

BlaueAugen und blutige Nasen gibt es dabei zum Glück nicht, da diese Sportart ohne Körperkontakt und ohne Partner ausgeführt wird, die Fausthiebe gehen in die Luft oder ins Wasser.


Das sehr intensive Ganzkörpertraining ist natürlich auch für Frauen geeignet. Das Ziel ist, sich so richtig auszupowern und dabei Stress abzubauen.

Guter Trainingszustand erforderlich

Aquaboxing heißt nicht umsonst Aquadrill: man trainiert, um sich körperlich abzureagieren – wie beim "richtigen" Boxen. Die Kommandos werden von einem Trainer oder einer Trainerin vom Beckenrand aus gegeben, Musik gibt den Rhythmus vor. Das Training findet im stehtiefen Wasser statt. Das Wasser selber bietet wie bei Aquajogging und Aquagymnastik einen Widerstand, der die Muskeln hervorragend trainiert ohne die Gelenke zu belasten. Um den Wasserwiderstand weiter zu steigern zieht man spezielle Boxhandschuhe an. Die Bewegungen fördern das Gleichgewicht, die Konzentration und die Ausdauer. Gezielte Rechts- und Links-Übungen erfordern die Aufmerksamkeit der Wassersportler. Ein positiver Effekt: Wasser ist der ideale Fettkiller, entscheidend ist die hohe Wärmeleitfähigkeit des Wassers. Der gesamte Stoffwechsel wird enorm angeregt, denn der Körper versucht, dem permanenten Verlust an Körperwärme entgegen zu wirken. Der Energieverbrauch im Wasser ist daher erheblich höher als bei Aktivitäten an Land. Die Arm- und Beinbewegungen sind aus dem Boxen und Thai-Boxen entlehnt, auf diese Weise werden Beweglichkeit, Reaktionsfähigkeit und Körperbeherrschung trainiert. Doch hier sind die Bewegungen verlangsamt, die dadurch deutlichere Wahrnehmung ermöglicht kontrollierte Bewegungsabläufe. Ruckartige Bewegungen und Schläge sind nahezu unmöglich. Die Teilnehmer gewinnen nach einigen Trainingseinheiten ein neues Körperbewusstsein. Ausdauer, Koordinationsvermögen, Beweglichkeit und Gewandtheit sowie Körperbeherrschung werden besonders geschult. Kampfsporterfahrung jedoch ist nicht nötig. Gesteigert wird auch die Ausdauer- und Kraftausdauer, was aber auch bedeutet, dass man körperlich erschöpft. Peter Freyer, Sportreferent beim Schwimmverband Nordrhein-Westfalen, Ausbilder von offiziellen Aqua Fitness Trainern seit 1994, warnt daher ausdrücklich davor, als untrainierter Neuling in einen Aquaboxing-Kurs einzusteigen, "denn das Training verlangt dem Körper Einiges ab, der Puls schnellt hoch". Dass kann bei älteren Menschen oder Teilnehmern, die nur selten Sport treiben, zu Herz-Kreislaufproblemen führen. Man sollte daher vorher einen Arzt befragen, ob das eher anstrengende Aquaboxen wirklich geeignet ist.
 
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