Beitrag vom 27.03.2011
22:16 Uhr
Herzstolpern, psychosomatisch oder Krankheitswert?
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich leide seit ca einer Woche unter teilweise von mir als stark unangenehm empfundenen Extrasystolen. Zwar bin ich geneigt diese als stressbedingt abzutun, da ich einen konkreten Anlass habe, mache mir aber natürlich trotzdem ein wenig Sorgen.
Zu mir: Ich bin männlich, 27 Jahre alt und studiere Molekulare Biologie. Die Beschwerden fingen am Vorabend einer Klausur nach Mitternacht an, wo ich dann auch gefühlt fast umgekippt wäre (bin allerdings vielleicht auch nur in Panik geraten, da ich dachte mein Herz schafft es nicht mehr den Kreislauf aufrecht zu erhalten).
Da ich im letzten Semester 2 Klausuren krankheitsbedingt nicht mitschreiben konnte, hatte ich jedenfalls 5 Klausuren anstatt der regulären 3 zu schreiben und stand deswegen natürlich unter enormem Stress. Mein Vater meint jedenfalls, dass ich die letzten Wochen während der Klausuren wie ein Berserker gelernt hätte. Vielleicht bin ich also nur total ans Limit meiner Möglichkeiten gegangen.
Jetzt sind die Klausuren allerdings vorbei und die Beschwerden sind nach wie vor vorhanden.
Nachdem die Extrasystolen zuerst besser geworden waren, hatte ich vor 2 Tagen ca. ‘ne Stunde am Stück damit Probleme. Ich hatte allerdings während dieser Zeit keine Atemprobleme und schwindelig war mir eigentlich auch nicht. Ich war nur sehr müde (was allerdings auch gut an der Uhrzeit gelegen haben kann, um 3 Uhr morgens sollte man i.d.R. sehr müde sein). Schlimmer wurde es immer dann, wenn ich versucht habe mich wieder hinzulegen.
War natürlich sehr unangenehm, da ich prinzipiell schon ganz gerne geschlafen hätte. Ich weiß leider nicht, wie schnell mein Puls war, da ich doch nur wieder in Panik geraten wäre, wenn ich den Fehler begangen hätte diesen zu messen wie beim ersten Auftreten, glaube allerdings, dass ich eine Tachykardie zur Kenntnis genommen hätte.
Ich dachte zuerst an Kalium- und/oder Magnesiummangel und hab entsprechend die letzten Tage mehr Gemüse und Obst gegessen, allerdings persistieren die Probleme nach wie vor. Auch ist mir aufgefallen, dass mein Herz seit neuestem (also seit Beginn der Problematik vor anderthalb Wochen) nach Phasen körperlicher Anstrengung Schwierigkeiten zu haben scheint zurück in den normalen Takt zu finden, da ich öfters danach für ein paar Minuten Extrasystolen habe, sobald der Herzschlag sich anfängt zu verlangsamen.
Wichtig zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass Herzrhythmusstörungen in meiner Familie ein verbreitetes Phänomen sind. Sowohl meine Mutter, als auch Schwester und Bruder leiden darunter. Teilweise auch in der von mir beschriebenen Schwere. Bruder und Mutter haben deswegen bereits ein Langzeit-EKG machen lassen, was allerdings keinen Krankheitswert hatte.
Da ich aber nie damit Last hatte, ist es natürlich schon beunruhigend für mich. Ich möchte dann doch irgendwie nicht, dass mein Herz stehen bleibt und mich ständig belauern deswegen will ich mich ebenfalls nicht.
Lange Rede, kurzer Sinn: Sollte ich ein Langzeit-EKG machen oder tendieren Sie dazu, dass die Probleme stress bedingt sind, da ich, wie ich ja schrieb, einen konkreten Auslöser ausmachen kann?



Beitrag vom 29.03.2011
17:12 Uhr
AW: Herzstolpern, psychosomatisch oder Krankheitswert?
Hallo und danke für die Antwort. Einen möglichen Schlaganfall hatte ich bislang eigentlich nicht berücksichtigt, da ich eigentlich nicht zur Risikogruppe gehöre Ich bin sportlich aktiv, (wobei das während der Klausurphase enorm zurückstehen musste), nicht übergewichtig, rauche nicht, trinke nicht und mein Cholerestinspiegel lag bei meinem letzten Blutbild vor einem halben Jahr bei 180. Dennoch werde ich wohl tatsächlich mal ein Langzeit-EKG ins Auge fassen, allein um mich, wie Sie schon schrieben, zu beruhigen.
Viele Grüße
Beitrag vom 28.03.2011
08:42 Uhr
AW: Herzstolpern, psychosomatisch oder Krankheitswert?
Hallo Fatalframe,
ein Langzeit-EKG könnte dazu beitragen, Sie psychisch zu beruhigen, ein guzes Ergebnis vorausgesetzt.
Dazu müßte ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Belastung und Ruhe unter Berücksichtigung gesunder Ernährung und Sport hinzukommen, wenigstens tägliche Spaziergänge an frischer Luft.
Wie Sie aus Ihrem Verwandtenkreis wissen, ist die Herzrhytmusstörung schwierig zu behandeln.
Trotzdem könnten Sie einen mind. 4-wöchigen Versuch mit Coenzym Q 10, Carnitin, Vitamin C u. Magnesium in Hochdosis machen.
Um einem befürchteten Schlaganfall zuvorzukommen, falls Ihre Befürchtung soweit gehen sollte, könnten prophylaktisch tgl. 1 EL Leinsamen sowie 3-4 x wöchentlich fetter Seefisch als "Blutverdünner" berücksichtigt werden.
Gruß
Kurt Schmidt