Milben

Für gesunde Menschen sind Hausstaubmilben kein Problem, für Allergiker allerdings oft der Auslöser schlafloser Nächte. Hustenanfälle, Niesattacken und Atemnot rauben ihnen den Schlaf und führen, wenn die Hausstaubmilbenallergie nicht rechtzeitig behandelt wird, zu chronischen Erkrankungen der Atemwege.

Schätzungsweise 6–12 % der Bevölkerung leiden an einer Hausstauballergie. Genau genommen richten sich die allergischen Reaktionen nicht gegen den „Hausstaub“, sondern gegen den Kot der Milben, die in diesem leben (deshalb: Hausstaubmilbenallergie).


Die Milben gehören zu den Spinnentieren und sind bei einer Größe von 0,1 bis 0,5 mm mit bloßem Auge nicht sichtbar. Trotzdem kommen sie (unabhängig von den Hygieneverhältnissen!) in großer Zahl vor – in einem Gramm Hausstaub finden sich bis zu 4000 dieser Tierchen.

Spinnentiere gibt es in jedem Haushalt

Hausstaubmilben ernähren sich hauptsächlich von menschlichen und tierischen Hautschuppen sowie Haaren. Diese finden sie in ausreichendem Maße z. B. in unseren Betten, Polstermöbeln, Teppichen, Plüschtieren, Haaren, ja sogar Wimpern und Augenbrauen. Besonders wohl fühlen sie sich bei Temperaturen um 25 °C, bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von rund 70 Prozent. Kein Wunder also, dass unsere Bett ihr bevorzugter Orte ist. Schließlich findet sich dort Milbennahrung im Überfluss, unsere Körperwärme macht es dort schön kuschelig und unser Schweiß, von dem wir nachts rund 500 ml verlieren, angenehm feucht. Der Mensch verliert pro Tag ca. 1,5 Gramm Hautschuppen – Tagesration für 1,5 Millionen Milben. Bis zu 10 Millionen der Tierchen bevölkern unsere Matratze – egal ob diese aus Natur- oder Kunstfasern besteht.

In der kalten Jahreszeit haben viele Allergiker besonders zu kämpfen: Durch die trockene Heizungsluft verteilt sich der Staub in den Innenräumen besonders gut und mit ihm die allergieauslösenden Substanzen wie der Hausstaubmilbenkot. Dieser wird dann ausgiebig eingeatmet.

Tipps zur Allergenvermeidung

Wenn Sie nicht sensibel auf unsere unvermeidlichen Mitbewohner reagieren, brauchen Sie gar nichts zu tun. Besteht allerdings eine Milbenallergie (bzw. der Verdacht darauf), können Sie eine so genannte Wohnraumsanierung in Betracht ziehen. Allerdings sind sich die Wissenschaftler uneins, ob diese wirklich erfolgreich sind, zumal wir auch mit umfassenden Maßnahmen Milben nie ganz los werden. Folgende Empfehlungen geben die Experten:

  • Die Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur sollten möglichst gering gehalten werden.
  • Alle Räume, besonders das Schlafzimmer, täglich gut durchlüften.
  • Luftbefeuchter von den Heizkörpern entfernen.
  • Bettwäsche mindestens 1 x wöchentlich wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen. Milbenundurchlässige Allergieüberzüge (Encasing) für das Bettzeug können zusätzliche Erleichterung bringen, da sie die Milben von ihrer Nahrungsquelle abschotten und sie damit aushungern. Auch Niembaumsamenspray-Extrakt (aus der Apotheke) soll ähnlich wirken.
  • Kleidung und Schuhe nie im Schlafbereich wechseln, Haare nie im Schlafzimmer kämmen oder bürsten.
  • Für Haustiere sollte das Schlafzimmer tabu sein, evtl. ist ein Verzicht auf Haustiere angeraten.
  • Keine Pflanzen (auch nicht mit Hydrokultur) im Schlafzimmer aufstellen.
  • Feucht Staubwischen; Staubsauger mit Mikrofilter verwenden.
  • Kuscheltiere regelmäßig im Tiefkühlfach (–20 °C) über Nacht einfrieren oder noch besser in den Wäschetrockner geben. Das tötet die Milben.

Allergieimpfung

Ob bei Ihnen eine Allergieimpfung – als wirksame Behandlungsform bei Hausstaubmilbenallergie und einzige kausale Therapie, die Asthma verhindern kann – infrage kommt, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt. Studien haben jedenfalls gezeigt, dass bei einem durch eine Hausstaubmilbenallergie verursachten mittleren bis schweren allergischen Schnupfen die Symptome merklich reduziert werden können. Die Allergieimpfung ist die einzige Allergietherapie, die nicht nur die Beschwerden bekämpft, sondern durch langsame Gewöhnung des Körpers an die allergieauslösende Substanz das Übel an der Wurzel packt. Vorteil: Die bei einer länger anhaltenden, schweren Hausstaubmilbenallergie auftretende Gefahr für eine chronische Schädigung der Atemwege wird in vielen Fällen reduziert.

Bei der Allergieimpfung wird dem Patienten nach einer genauen Austestung durch den Facharzt das Allergen entweder unter die Haut gespritzt oder in Tropfenform verabreicht. Das Immunsystem soll –vereinfacht gesagt – so trainiert werden, dass es beim Kontakt mit dem Allergieauslöser nicht mehr überreagiert. Die Therapie braucht allerdings Geduld: Sie dauert meist mehrere Jahre.






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