Zucker bei Diabetes - Ernährung für Diabetiker
Bei Diabetes mellitus gelangt kein Zucker in die Zelle
Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselkrankheit: Der Körper produziert entweder kein Insulin mehr (Typ 1) oder die Zellen können es nicht mehr aufnehmen (Typ 2). Bei beiden Varianten kann der mit der Nahrung aufgenommene Zucker nicht ins Zellinnere gelangen und so auch nicht als Energielieferant oder Energiespeicher wirken. Der aufgenommene Zucker wird stattdessen im Blut angereichert, der Blutzuckerspiegel steigt, und der Zucker wird ungenutzt mit dem Urin ausgeschieden. Diabetikern wurde daher jahrelang empfohlen, Zucker in der Nahrung streng zu kontrollieren oder auf Lebensmittel mit Zuckeraustauschstoffen wie Fructose zurückzugreifen.
Diabetiker brauchen individuelle Ernährungspläne
Doch Diabetes ist keine reine "Zuckerkrankheit", sondern geht auch mit Störungen des Protein- und Fettstoffwechsels einher. Deshalb brauchen Diabetiker ganz individuelle Ernährungspläne. Neben normalen Blutzuckerwerten sind optimierte Blutfettwerte, normaler Blutdruck und normales Körpergewicht Ziele der Diabetes-Therapie. Eine ballaststoff- und vitaminreiche Ernährung kann dazu beitragen. Auf dem täglichen Speisezettel der Diabetiker sollen also Obst, Gemüse und Salat, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte stehen. Dies gilt ebenso für gesunde Menschen. Fette Wurst- und Käsesorten, Schokolade, Kuchen und Kartoffelchips sind für Diabetiker dagegen so gut wie tabu, Gesunde dürfen gelegentlich daran naschen. Diabetiker sollten fettarme Milchprodukte und zum Kochen Öle statt Butter verwenden. Außerdem sollte ihre Nahrung nicht zu viel Kochsalz enthalten. Und Alkohol? Immerhin sind ein bis zwei Gläser Wein am Tag erlaubt.
Diabetes in Deutschland und weltweit
Prof. Werner A. Scherbaum vom Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf schätzt, dass in Deutschland sieben bis acht Millionen Diabetiker leben - mit steigender Tendenz und einer hohen Dunkelziffer. Dazu gibt es neue Erhebungen, die aus dem Deutschen Diabetes-Zentrum stammen: "Danach beträgt diese im Alter zwischen dem 65. und 74. Lebensjahr 100 Prozent", erklärt Prof. Scheerbaum – aber das sind wie gesagt Hochrechnungen. Die Resultate des so genannten KORA Survey 2000 (Cooperative Health Research in the Region of Augsburg) nennen etwas andere Zahlen, die nicht minder besorgniserregend sind: Demnach leiden 8,2 Prozent der 55 -bis 74-jährigen an Diabetes mellitus, ohne dass ihnen dieses Krankheitsbild zuvor bekannt gewesen wäre. "Die Rate der nicht entdeckten Erkrankungen ist damit in dieser Altersgruppe ebenso hoch wie die Rate der bekannten Diabeteserkrankungen", erklärte Dr. Wolfgang Rathmann vom Deutschen Diabetes-Forschungsinstitut in Düsseldorf bei der Präsentation der KORA Survey 2000.
Weltweit gibt es mehr als 285 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus (Stand: 2010), das sind 6,4 Prozent der Weltbevölkerung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die internationale Diabetes-Vereinigung (IDF) rechnen mit einem Anstieg dieser Zahl bis zum Jahr 2030 auf 360 Millionen.
Autor/Quelle: bo

