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Zucker bei Diabetes - Zucker für Diabetiker ist nicht tabu
Zucker war für Diabetiker lange Zeit tabu. Doch neue Studien haben gezeigt: Diabetiker brauchen keine speziellen Lebensmittel. Was sie brauchen ist eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Nahrungsmittel mit der Kennzeichnung "für Diabetiker geeignet" gelten sogar als schädlich.
Nach Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigen neuere wissenschaftliche Erkenntnisse: Ein Zuckerverbot ist bei Diabetes nicht notwendig. Den Haushaltszucker aus der Nahrung zu entfernen ist wissenschaftlich inzwischen überholt. Vielmehr sollten sich Diabetiker bei ihrer Ernährung an den Empfehlungen orientieren, die auch für die Allgemeinbevölkerung gelten. Vor allem der tägliche Verzehr von Obst und Gemüse ist wichtig, weil diese Lebensmittel nicht nur antioxidativ wirkende Substanzen enthalten, sondern auch viele Ballaststoffe.
Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe
Das Stichwort für Diabetiker heißt "Zuckeraustauschstoffe". Wie der Name schon sagt ersetzen sie den Zucker, denn Diabetikern wird sehr häufig eine strenge Diät mit dem Verbot von Zucker und dem genauen Abzählen von Broteinheiten (BE) verordnet. Die Industrie hat dazu spezielle Diabetiker-Lebensmittel entwickelt: Das sind in den meisten Fällen Süßwaren wie Kekse oder Schokolade, in denen statt Zucker Süßstoffe und /oder Zuckeraustauschstoffe enthalten sind - meist der Zuckerersatzstoff Fructose (Fruchtzucker). Zuckeraustauschstoffe sind süß schmeckende Kohlenhydrate und können wie "normaler" Zucker verarbeitet werden. Ihre Süßkraft beträgt zwischen 40 – 70 Prozent der des Haushaltszuckers bzw. bei Fruchtzucker ca. 150 Prozent. Zu den Zuckeraustauschstoffen zählen neben der Fructose und die Zuckeralkohole Xylit, Sorbit, Mannit (Mannitol), Isomalt, Maltit und Lactit. Süßstoffe hingegen sind chemische Verbindungen mit einer Süßkraft, die um das 30- bis 3.000-fache über der des Haushaltszuckers liegt. Sie liefern keine beziehungsweise nur sehr wenige Kalorien. Spezielle Diabetiker-Lebensmittel sind gar nicht erforderlich. Damit erübrigen sich aus Sicht des BfR besondere Vorschriften für Diabetiker-Lebensmittel. "Vielmehr sollte eine einheitliche und erweiterte Nährwertkennzeichnung auf verpackten Lebensmitteln Diabetikern die Auswahl erleichtern", sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. Eine solche Kennzeichnung käme auch allen anderen Verbrauchern zugute. Außerdem enthalten zahlreiche angebotene "Diabetiker-Lebensmittel" hohe Anteile ungünstiger Fette, die das Gewichtsproblem vieler Diabetiker noch verstärken. Doch die Bezeichnung kann dazu führen, dass Diabetiker glauben, sie könnten unbegrenzt davon essen. Außerdem sind Diabetiker-Produkte in der Regel teurer als übliche Lebensmittel.Aktualisiert: 12.11.2009
Autor/Quelle: bo
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