Diabetes - Erkennen und Therapieren

Zur Früherkennung dienen einfache Urin-Teststäbchen, die vom Betroffenen selbst angewendet werden können. Die typische Verfärbung (positives Ergebnis) tritt auf, wenn der überschüssige Blutzucker über die Niere in den Urin abgegeben wird.
Diabetes erkennen
Der Diabetes lässt sich im Prinzip ganz einfach durch wiederholte Messungen der Zuckerwerte im Blut feststellen (z. B. Bluttropfen aus der Fingerbeere).
Bewegen sich die Blutzuckermesswerte im Graubereich zwischen eindeutiger Erhöhung und Norm (nüchtern unter 100 mg/dl; nach der Mahlzeit unterhalb von 140 mg/dl) werden zusätzliche Untersuchungsmethoden eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise die Erstellung eines Blutzuckertagesprofils und der oralen Glukosetoleranztest (OGTT).
Wird ein Diabetes festgestellt, muss untersucht werden, ob er möglicherweise auf andere Krankheitsursachen oder Umstände zurückgeführt werden kann. Beispiele dafür sind der Schwangerschafts-Diabetes, Krankheiten der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), bestimmte Medikamente und andere Ursachen (siehe auch Sonderformen des Diabetes).
Therapie
Die Behandlung des Typ-2-Diabetes erfolgt nach einem Stufenplan:
Zuerst wird versucht, den Patienten zu körperlicher Aktivität und einer Gewichtsabnahme anzuhalten. In Verbindung mit einer speziellen Diabetes-Diät wird in vielen Fällen schon dadurch eine Normalisierung des Blutzuckers erreicht.
Lässt sich der Patient nicht motivieren oder fruchten diese Maßnahmen aus anderen Gründen nicht, beginnt die medikamentöse Therapie. Anfänglich werden oral einzunehmende Medikament (orale Antidiabetika) eingesetzt. Zu diesen Medikamenten gehören die sogenannten Resorptionsverzögerer, Sulfonylharnstoffe, Biguanide und Insulinsensitizer.
Führt die Behandlung mit diesen oralen Präparaten - möglicherweise auch mit mehreren gleichzeitig - nicht zur Normalisierung der Zuckerwerte, werden Insulin oder Insulinartige Medikamente eingesetzt. Insuline gibt es in vielen Zubereitungsformen mit unterschiedlich langer Wirkungsdauer.
Konventionelle Insulintherapie (CT)
Der Tagesbedarf an Insulin wird bei der herkömmlichen (konventionellen) Insulintherapie mit 2 Mischinsulin-Injektionen (morgens und abends) durchgeführt. Die Nahrungsmenge und die körperliche Aktivität werden darauf abgestimmt.
Intensivierte Insulintherapie (ICT)
Die intensivierte Insulintherapie nach dem Basis-Bolus-Konzept besteht aus dem nahrungsunabhängigen Grundbedarf (Basalinsulin, meist als Langzeitinsulin) und der zusätzlich notwendigen Insulinmenge (Bolus-Insulin als schnellwirkendes Normalinsulin gegeben), die vor dem Essen gespritzt werden muss. Berechnet wird die jeweils aufgenommene Nahrungsmenge und die geplante körperliche Aktivität. Die intensivierte Behandlung führt zu einer besseren Einstellung der Blutzuckers, ist für den Patienten aber aufwendiger, weil er den Blutzucker häufiger messen und häufiger Insulin spritzen muss. Nicht für jeden Patienten ist diese Form der Behandlung geeignet.
Insulinpumpentherapie
Eine weitere Form der Insulin-Behandlung besteht in der Einpflanzung einer kleinen Pumpe unter die Haut, welche die jeweils benötigte Insulinmenge automatisch in das Blut abgibt (Insulinpumpentherapie). Alternativ wird die Pumpe am Körper getragen, das Insulin gelangt über einen Schlauch (Katheter) in den Körper.
