Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 2 verursacht keine Schmerzen und wird daher oft erst viel zu spät entdeckt. Dann hat der Zucker im Körper bereits gefährlichen Schaden angerichtet. Dabei gibt es verschiedene einfache Methoden, den hohen Blutzuckerspiegel zu senken. Wer an Diabetes erkrankt ist, fühlt sich nur ab und zu etwas schlapp. Ansonsten existieren zunächst keine Symptome. Diabetes Typ 2 macht vor allem im Alter meist keine Beschwerden. Doch im Inneren des Körpers findet eine gefährliche Entwicklung statt. Schuld daran ist Zucker. Dabei ist Zucker ein sehr wichtiger Stoff für unseren Körper.
Diabetes: Ernährung und Energie
Die weißen Kristalle liefern jede Menge Glukose (Traubenzucker), die wichtigste Energie für unseren Körper. Ohne Glukose könnten wir nicht leben. Jede Sekunde verschlingen unsere Zellen Mengen an Energie, damit wir atmen, denken oder laufen können. Allein unser Gehirn verbrennt täglich rund 140 Gramm Glukose – die Menge von zehn Esslöffeln.
Mithilfe des Hormons Insulin nehmen unsere Körperzellen ständig Traubenzucker aus dem Blut auf und wandeln ihn in Energie um. Wie ein Schlüssel öffnet Insulin die Tür zu den einzelnen Körperzellen, damit diese den Zucker aufnehmen können. Ist dieser Mechanismus aber gestört, und schwimmt der Zucker ungenutzt in unseren Adern, kann das schwerwiegende Folgen wie Diabetes Typ 2 haben.
Foglen von Diabetes mellitus 2
Etwa 90 Prozent der gut acht Millionen Betroffenen in Deutschland leiden unter dem Typ-2-Diabetes, auch unter Diabetes mellitus Typ 2 bekannt. Ihre Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig Insulin. Zudem reagieren die Zellen des Körpers nur noch schwach auf das Hormon. Dadurch können die Zellen den Zucker aus der Blutbahn jedoch weder aufnehmen noch als Energie nutzen. Die Folge: Immer mehr Zucker verbleibt im Blut.
Von Diabetes spricht man, wenn bei der Nüchternblutabnahme in der Vene pro Deziliter Blut mehr als 125 Milligramm Zucker enthalten sind. Die hohe Zuckermenge beschädigt die Gefäße und begünstigt eine Arteriosklerose und damit einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch Durchblutungsstörungen und Blutungen in der Netzhaut können die Folge sein. Im schlimmsten Fall kann eine Erblindung eintreten.
Bei Diabetikern stellen zudem nicht selten die Nieren ihren Dienst ein. Darüber hinaus greift zu viel Zucker im Blut die Nerven an, deshalb hat jeder fünfte Diabetiker eine sogenannte Neuropathie, einen Nervenschaden. Oft werden die Nerven der Füße durch die Zuckerkrankheit geschädigt. Man merkt es daran, dass die Füße kribbeln, die Haut kann sich aber auch wie taub anfühlen. Diabetes ist in Deutschland die häufigste Ursache für Amputationen. Von Altersdiabetes spricht heute niemand mehr, denn während vor 50 Jahren tatsächlich fast nur alte Menschen diese Zuckerkrankheit entwickelten, trifft es heute auch Jugendliche und selbst Kinder.
Diabetes Typ 2: Ursachen und Symptome
Diabetes Typ 2 gehört zu den Wohlstandskrankheiten – ausgelöst durch Ursachen wie Übergewicht und Bewegungsmangel. Etwa 80 Prozent aller Typ-2-Diabetiker weisen massives Übergewicht auf, wenn die Diagnose gestellt wird. Jedes Kilo zu viel auf der Hüfte erhöht das Risiko, die Zuckerkrankheit zu entwickeln. Speziell das Bauchfett bereitet Probleme, da es entzündungsfördernde Stoffe und Hormone produziert, die verhindern, dass die Zellen den Zucker aufnehmen.
So leben heute fast eineinhalbmal so viele mit der Diagnose Diabetes wie im Jahr 2000. Weltweit sind es etwa 285 Millionen Menschen. Meist vergehen Jahre, bis Betroffene von ihrer Krankheit erfahren. Zu viel Zucker im Blut tut nicht weh.
Die Symptome von Diabetes Typ 2 wie Lustlosigkeit, Müdigkeit oder vermehrter Durst erklären sich Betroffene meist mit Stress oder Unpässlichkeiten und gehen daher nicht zum Arzt. Und so wird Diabetes häufig zufällig bei einer Blutuntersuchung oder vor einer Operation diagnostiziert. Obwohl die Zuckerkrankheit lange Zeit keine eindeutigen Warnsignale aussendet, gibt es doch einige Symptome, die Diabetes Typ 2 verraten können:
- Abgeschlagenheit oder ein großes Schlafbedürfnis
- Ständiger Durst
- Häufiger Harndrang
- Ungewollte Gewichtsabnahme
- Juckende Haut am Körper
- Trockene Haut an den Füßen
Auch wenn Störungen beim Farbensehen auftreten und das Lesen schwerfällt, oder selbst wenn es Probleme beim Geschlechtsverkehr gibt und eine Trockenheit der Scheide oder Erektionsstörungen auftreten, kann eine Zuckerkrankheit dahinterstecken. Lassen Sie bei diesen Anzeichen auf jeden Fall einmal Ihren Blutzuckerspiegel von Ihrem Hausarzt überprüfen.
Nicht die Gene allein bestimmen das Risiko
Ob man Diabetes bekommt, bestimmt ein Zusammenspiel von Vererbung und Lebensweise. Doch die Gene allein besiegeln nicht das Schicksal für Diabetes. Bei kaum einer anderen Krankheit können Betroffene so viel selbst dafür tun, eine Erkrankung zu verhindern. Studien haben gezeigt, dass bis zu 50 Prozent der Menschen mit erhöhtem Diabetes-Risiko nicht zuckerkank wurden, weil sie sich viel bewegten und auf ihr Gewicht achteten. Auch an Diabetes Typ 2 Erkrankte fördern damit ihre Genesung. Bei Frauen sollte der Bauchumfang möglichst unter 88 Zentimetern liegen, bei Männern unter 102 Zentimetern.
Zudem sollte man auf eine ausgewogene Ernährung achten, bei der oft Obst und Gemüse und Vollkornprodukte, aber wenig Fleisch und Süßes auf dem Speiseplan stehen. Was sich einfach anhört, fällt den Betroffenen allerdings oft schwer, gerade älteren Menschen. Zu lange haben sie ihren ungesunden Lebensstil gepflegt. Und wer nie Sport getrieben hat, muss nun viel Willen aufbringen, um den inneren Schweinehund zu bekämpfen. Ein Diabetes-Berater kann dabei helfen, einen Ernährungs- und Bewegungsplan aufzustellen.
Medikamente bei Diabetes Typ 2
Sinkt trotz Sport und Ernährungsumstellung der Zuckerwert nicht ausreichend, gibt es eine Reihe von Wirkstoffen, die den Zuckerstoffwechsel regulieren. Im Gegensatz zu Typ-1-Diabetikern können Menschen mit Diabetes Typ 2 häufig mit Tabletten behandelt werden. Sie verzögern die Aufnahme von Glukose aus dem Darm oder regen die Muskeln an, mehr von der Süße zu speichern. Doch wie alle Medikamente können auch Wirkstoffe gegen Diabetes Nebenwirkungen haben – wie Übelkeit, Durchfall, ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche oder eine Herzschwäche.
Ein Produkt mit dem Wirkstoff Rosiglitazon darf seit dem 1. November 2010 nicht mehr vertrieben werden. Denn Studien haben gezeigt, dass das Medikament das Herzinfarktrisiko erhöht. Sprechen die Patienten auch auf Medikamente nicht an, oder hat die Bauchspeicheldrüse aufgehört, Insulin zu produzieren, lässt sich das Hormon letztendlich auch spritzen. Welche Therapie für Sie die beste ist, wird Ihr Hausarzt oder Ihr Diabetologe mit Ihnen herausfinden.
Autor/Quelle: Nicole Simon
