Diabetes und Bluthochdruck

Bei vielen Diabetikern tritt neben der Stoffwechselerkrankung Diabetes zusätzlich noch ein hoher Blutdruck auf. Diabetes und Bluthochdruck erhöhen das Risiko für Folgeschäden – vor allem am Herz-Kreislaufsystem und den Nieren. Deshalb sollte nicht nur der Diabetes gut eingestellt sein, sondern auch der Blutdruck wirksam gesenkt werden. Etwa 20 Prozent der Typ 1-Diabetiker und 75 Prozent der Typ 2-Diabetiker leiden an einem erhöhten Blutdruck (Hypertonie), also Werten über 140/90 mmHg.

Folgen von Bluthochdruck

Die Hypertonie hat dabei zum Teil dramatische Veränderungen des Herzens und der Gefäße zur Folge: Herzinfarkte, Aneurysmen und Schlaganfälle können durch einen hohen Blutdruck ausgelöst werden. Eine weitere Folge kann die Beeinträchtigung der Nierenfunktion sein. Das große Problem: Eine Störung der Nierenfunktion kann zu einem Bluthochdruck führen. Umgekehrt führt ein hoher Blutdruck auf Dauer zu einer Nierenschädigung – so beginnt für viele Betroffene ein regelrechter Teufelskreis.

Bluthochdruck und Diabetes wirken also synergistisch für die Entwicklung schwerer Folgeerkrankungen. So hat ein Diabetiker mit Bluthochdruck gegenüber einem Nichtdiabetiker mit normalem Blutdruck ein vierfach höheres Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden bzw. daran zu versterben.

Richtwerte in der Behandlung

Daher ist eine effektive Behandlung des Bluthochdruckes enorm wichtig. Der Blutdruck sollte – so weit verträglich - beim Diabetiker auf einen Wert unter 135/85 mmHg gesenkt werden, bei einem Diabetiker mit erhöhter Eiweißausscheidung unter 130/80 mmHg.

Die Blutdruckmessung

Eine wichtige Maßnahme in der Behandlung des hohen Blutdruckes ist die regelmäßige Blutdruckmessung. Die gemessenen Werte sollten anschließend im Diabetiker-Tagebuch dokumentiert werden. Eine regelmäßige Kontrolle ist deshalb notwendig, weil nur so der Blutdruck unter Alltagsbedingungen erfasst werden kann und der Arzt alle wichtigen Informationen für eine optimale Behandlung erhält. Der Arzt legt dann unter Berücksichtigung aller Faktoren das individuelle Therapieziel fest.

Richtig Blutdruck messen

Um vergleichbare Werte zu erhalten, sollte der Blutdruck immer unter den gleichen Bedingungen gemessen werden.

  • Messen Sie Ihren Blutdruck morgens und abends immer zur gleichen Zeit, jeweils vor den Mahlzeiten und vor der Einnahme von blutdrucksenkenden Tabletten.
  • Warten Sie mit der Messung immer erst 2 bis 3 Minuten, bis Sie zur Ruhe gekommen sind. Sitzen Sie bei der Messung in einer entspannten Körperhaltung.
  • Solange die Messung läuft sollten Sie nicht sprechen und sich nicht bewegen.

Was Sie sonst noch tun können...

  • Gewichtsabnahme hilft auch Ihrem Blutdruck.
  • Gehen Sie sparsam mit Kochsalz um. Benutzen Sie stattdessen Kräuter, Essig oder Zitronen zum Würzen.
  • Rauchen schädigt die Gefäße - deshalb sollte man mit hohem Blutdruck nicht mehr rauchen.
  • Gesunde Ernährung ist ebenfalls sehr wichtig. Essen Sie viel Kohlenhydrate mit reichlich Ballaststoffen, jedoch weniger Fett und Eiweiß.
  • Weniger Alkohol dankt Ihnen auch Ihr Blutdruck.
  • Bewegung ist gesund. Gut geeignet sind leichte Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren oder Schwimmen.
  • Befolgen Sie die Anweisungen Ihres Arztes und achten Sie auf die korrekte Einnahme Ihrer Tabletten.