Übergewicht - ein gewichtiges Problem
Nicht jedes Pfund über dem Normalgewicht macht krank. Aber nach wie vor gilt, dass Übergewicht, wenn es über einen längeren Zeitraum besteht, ein Wegbereiter für zahlreiche Krankheiten ist. Oft sind die ersten Beschwerden Kurzatmigkeit beim Treppensteigen, Schlafapnoe (länger als zehn Sekunden anhaltende Atemstillstände im Schlaf), verstärkte Schweissneigung, Kreuz-und Gelenkschmerzen. Viel gefährlicher aber sind Begleit- und Folgeerkrankungen, die sich schleichend über Jahre oder Jahrzehnte entwickeln. Heute kennt man viele chronische Erkrankungen und Störungen, die durch Adipositas ausgelöst oder verschlimmert werden.
Insulinresistenz und metabolisches Syndrom
Von Insulinresistenz spricht man, wenn ein erhöhter Insulinspiegel bei gleichzeitig verminderter Ansprechbarkeit des Körpers auf die Wirkung von Insulins, vorliegt. Die häufigste Ursache dafür ist Überernährung mit leicht verwertbaren Kohlenhydraten. Die Bauchspeicheldrüse produziert immer mehr Insulin, damit endlich der Blutzuckerspiegel sinkt. Trotzdem bleibt dieser infolge von Resistenzbildung auf Insulin zu hoch. Resultate sind Diabetes mellitus Typ 2 und eine erschöpfte Bauchspeicheldrüse.
Folge- und Begleiterkrankungen
Laut Professor Arnold Astrup aus Kopenhagen (9th European Congress on Obesity, ECO, Juni 1999, Mailand) gilt für Adipöse ein mehr als dreifach höheres Risiko als Normalgewichtige zu erkranken an:
- Diabetes mellitus Typ 2
- Gallenblasenerkrankungen
- Bluthochdruck
- Fettstoffwechselstörungen
- Atembeschwerden, Schlafapnoe
Zwei bis drei mal häufiger als bei Normalgewicht treten auf:
Bis zu 2 mal häufiger können folgende Erkrankungen auftreten:
- bestimmte Krebserkrankungen (Gebärmutter-, Brust-, Gebärmutterhals-, Prostata- und Gallenblasenkarzinom)
- Sexualhormonstörungen
- Rückenschmerzen
Übergewicht erhöht zusätzlich die Thrombose- und Emboliegefahr und bedeutet nicht zuletzt auch ein erhöhtes Risiko bei Operationen und Narkosen. Adipositas führt zu psychosozialen Problemen und Einschränkungen der Lebensqualität. Betroffene leiden häufig unter Depressionen, einem verminderten Selbstwertgefühl sowie einer geringeren Anerkennung durch die Umgebung.
Jedes Kilo weniger erhöht die Lebenserwartung!
Übergewicht stellt nicht nur eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit dar, sondern kann, neben den verschiedenen gesundheitlichen Einschränkungen, auch eine Verkürzung der Lebenszeit bedeuten. Das Sterblichkeitsrisiko ist bereits bei mässig erhöhtem BMI (= 27) 1,3fach höher als bei Normalgewichtigen. Bei einem BMI von 35 erhöht es sich sogar auf das 2,5fache.
Diesem Risiko kann jedoch durch Abnehmen entgegengewirkt werden. So zeigt eine 12-Jahres-Studie mit 15?069 übergewichtigen 40 bis 64-jährigen Frauen, dass Gewichtsreduktion die Sterblichkeitsrate bis zu 20 Prozent senkt. Jedes Kilo weniger erhöht also die Lebenserwartung.
Autor/Quelle: gesundheit.de
