Gallensteine (Cholelithiasis): Behandlung und Verlauf
Verursachen die Steine keine Beschwerden, lässt man sie schlummern und wartet ab. Es besteht eine sehr gute Chance, dass der Träger nie von ihnen belästigt werden wird. Sind bereits Symptome aufgetreten, richtet sich die Behandlung nach der aktuellen Situation.
- Eine akute Gallenkolik wird mit krampflösenden und schmerzstillenden Medikamenten, eine Infektion mit Antibiotika therapiert. Für kurze Zeit darf der Betroffene nichts essen, um nicht die Verdauung "herunterzufahren" und so die Gallenblase zu entlasten. Mit der Steinentfernung wartet man, bis der akute Schub abgeklungen ist.
- Chronisches Steinleiden: Zur Steinentfernung gibt es mehrere Möglichkeiten: Meist wird gleich die gesamte Gallenblase entfernt (Cholezystektomie) - so können sich keine neuen Übeltäter bilden. In vielen Fällen erfolgt dieser Eingriff als Bauchspiegelung (Laparoskopie), also über einen sehr kleinen Schnitt und mittels eines Schlauchs mit Fiberoptik. In schweren Fällen oder bei Voroperationen kann eher eine offene Operation mit einem großen Bauchschnitt angezeigt sein.
Kleine Steine lassen sich mittels ERCP entfernen. Außerdem besteht bei bestimmten Steinarten oder Patienten die Möglichkeit, diese mit Medikamenten aufzulösen oder mittels Stoßwellen von außen zu zertrümmern. Allerdings liegt dabei das Risiko, wieder Steine und Beschwerden zu entwickeln, bei 30–50%. Weiterer Nachteil: Die Behandlung dauert mehrere Monate bis Jahre.
Verlauf und Prognose bei Gallensteinen
Nach der Entfernung der Gallenblase ist die Lebensführung nur gering beeinträchtigt. Die Leber produziert weiterhin Gallenflüssigkeit. Da diese aber nicht mehr gespeichert werden kann, werden möglicherweise sehr fette oder stark gewürzte Speisen schlecht vertragen. Nach dem Eingriff sollte die Nahrung fettarm und leicht bekömmlich sein. Bei den meisten Betroffen verschwinden Beschwerden nach den ersten Monaten komplett und sie können wieder alles essen.
Ist die Gallenblase noch vorhanden, sollte die Ernährung umgestellt werden. So lässt sich das Risiko für neue Steine vermindern, und evtl. noch vorhandene Gallensteine lassen sich dadurch verkleinern. Dabei gelten folgende Richtlinien:
- Lebensmittel mit hohen Gehalt an Cholesterin und anderen tierischen Fetten (z. B. Eier, Butter) vermeiden
- Hoher Ballaststoffgehalt der Nahrung
- Langfristige Gewichtsabnahme, keine Radikaldiäten (diese können auch zu Steinen führen)
- Viel Flüssigkeit (2-3 Liter täglich)
- Ausreichende Bewegung
Autor/Quelle: Dagmar Reiche

