Hepatitis E: Eine Form der Leberentzündung

Über verunreinigte Lebensmittel oder Trinkwasser gelangt das Hepatitis-E-Virus in den Körper, der Mensch erkrankt. In den meisten Fällen verläuft diese Form der Hepatitis ohne Komplikationen, nicht aber bei Schwangeren. Jede fünfte Frau, die im letzten Schwangerschaftsdrittel erkrankt, stirbt an den Folgen. Bisher ist das Virus vor allem in Asien, Mexiko, Nord- und Westafrika verbreitet.

Vorsicht in der Schwangerschaft

Schwangere sollten deshalb Reisen in diese Gebiete vermeiden. In den USA sowie Mittel- und Westeuropa ist die Hepatitis E noch selten. Derzeit ist kein Impfstoff gegen Hepatitis E verfügbar. Die Forschung wurde dadurch erschwert, dass sich das Virus nur schwer in Zellkulturen vermehren lässt. Deshalb wurde ein gentechnischer Ansatz gewählt. Ein auf diese Weise entwickelter Impfstoff wird zur Zeit in Amerika getestet.

Verbreitung von Hepatitis E

Leberentzündungen können durch sehr unterschiedliche Viren verursacht werden. Die Erreger von Hepatitis B, C und D werden über das Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen, so dass eine Ansteckung durch Blut oder Geschlechtsverkehr möglich ist. Hepatitis-A- und Hepatitis-E-Viren hingegen werden mit dem Stuhl ausgeschieden und verbreiten sich über kontaminierte Nahrungsmittel oder Trinkwasser weiter.

Symptome von Hepatitis E

Die Symptome sind ähnlich wie bei Hepatitis A. Die Patienten leiden unter Gelbsucht, Lebervergrößerung, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Eine Hepatitis E heilt in der Regel vollständig aus und wird im Gegensatz zu Hepatitis B und C nicht chronisch. Sie betrifft vor allem Jugendliche und Erwachsene zwischen 15 und 40 Jahren, Kinder erkranken dagegen selten. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) beträgt drei bis acht Wochen, die Erkrankung selbst zieht sich über mehrere Wochen hin. Eine einmal überstandene Hepatitis-E-Erkrankung schützt vor einer erneuten Erkrankung, nicht aber vor einer Infektion mit den den anderen Hepatitis-Viren.

Verlauf und Ansteckung

Warum die Krankheit bei Schwangeren so aggressiv verläuft, konnte bislang noch nicht geklärt werden. Möglicherweise beeinträchtigt sie auch die Nieren und löst dadurch eine so genannte Gestose aus. Erhöhter Blutdruck, Wasseransammlungen in Händen und Füßen, Eiweiß im Urin sowie starke Kopfschmerzen, Augenflimmern, Übelkeit und Magenschmerzen sind die Anzeichen dieser "Schwangerschaftsvergiftung".
Hepatitis E tritt vor allem in Regionen auf, in denen unzureichende hygienische Bedingungen herrschen. Bisher wurden Ausbrüche in Asien wie zum Beispiel in China (auch Hongkong), Indien und Nepal beobachtet. Ebenso sind Länder in Nord- und West-Afrika betroffen: Ägypten, Äthiopien, Algerien und die Elfenbeinküste. Auch aus Griechenland und Mexiko wurden Fälle gemeldet. Sie traten meistens als Folge von Monsunregen, Überschwemmungen und Verschmutzung von Quellen auf, oder wenn ungeklärtes Abwasser in die Wasserwerke der Städte gelangte.
In einigen Fällen verursachte der Verzehr von rohen Schalentieren Hepatitis-E-Ausbrüche. Reisende in betroffenen Regionen sollten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachten: Trinkwasser nur aus industriell abgefüllten Flaschen trinken, auf rohe Lebensmittel ganz verzichten bzw. Obst und Gemüse selbst schälen oder zubereiten.