Adrenalin

Adrenalin (auch Epinephrin) ist wie das ähnlich wirkende Noradrenalin ein Hormon, das man auch als Stresshormon bezeichnet, weil es in Stresssituationen in der Nebenniere gebildet und ins Blut ausgeschüttet wird. Die Wirkung von Adrenalin auf den Organismus war für unsere Vorfahren von besonderer Wichtigkeit. Denn die Freisetzung von Adrenalin ermöglicht es dem Körper, schnell an Energiereserven heranzukommen, um rasch fliehen oder auch kämpfen zu können.

Adrenalin und Noradrenalin

Adrenalin wird aber auch bei psychischer Belastung gebildet, um Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel schnell an die jeweilige Situation anzupassen. Die Freisetzung von Adrenalin bewirkt, dass sich unser Blutdruck und die Herzfrequenz erhöhen, während gleichzeitig die Bronchien erweitert und der Blutzuckerspiegel gesteigert werden. Normalerweise wird das Adrenalin schnell wieder abgebaut; lässt jedoch der Stress nicht nach, werden Adrenalin und Noradrenalin dauerhaft überproduziert, was dem Herzen und dem Kreislauf schadet.

Adrenalin: Wirkung in der Medizin

Die Medizin hat sich die Wirkung von Adrenalin schon lange zu Nutzen gemacht. Ein wichtiges Einsatzgebiet ist hier besonders die Notfallmedizin. Häufig kommt Adrenalin infolge eines Kreislaufschocks oder im Zuge einer Herz-Lungen-Wiederbelebung zur Anwendung. Während der Reanimation kann Adrenalin eine lebensrettende Wirkung haben.

Die Dosierung richtet sich nach der Darreichungsform; wird das Adrenalin intravenös verabreicht, so wird es in der Regel in einem Verhältnis von 1:10 mit einer 0,9 prozentigen Natriumchloridlösung verdünnt. Die Dosierung ist höher bei einer endobronchialen Anwendung: Hier ist das Verhältnis 3:10. Außer in der Reanimation wird Adrenalin beispielsweise als zusätzliches Mittel in der lokalen Anästhesie benutzt, um die betäubende Wirkung zu verlängern.

Künstliches Adrenalin: Epinephrin

Zudem ist Adrenalin aufgrund seiner gefäßverengenden Wirkung häufig in Nasensprays enthalten. Auf die Bronchien hat Adrenalin eine entkrampfende Wirkung, weshalb es bis vor einigen Jahren auch zur Behandlung von Asthma bronchiale eingesetzt wurde – diese Medikamente wurden jedoch aufgrund eines 2002 erlassenen FCKW-Gesetzes nicht mehr zugelassen.

Adrenalin wird bei Medikamenten oft als Epinephrin angegeben, weshalb Epinephrin bisweilen als künstliches Adrenalin bezeichnet wird. Sportler sollten bei der Einnahme von Mitteln mit Adrenalin Vorsicht walten lassen, da die leistungssteigernde Wirkung als Doping gelten kann.

Adrenalin: Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Die Nebenwirkungen von Adrenalin stimmen insgesamt mit jener Wirkung überein, die das Stresshormon in einer Extremsituation hervorrufen soll - jedoch kann die systematische Anwendung je nach Dosierung und Zustand des Patienten zu schwerwiegenden und gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen führen. Zu diesen gehören Herzinsuffizienz, Durchblutungsstörungen am Herzen, Herzinfarkt bis hin zum Herzstillstand.

Weitere Nebenwirkungen können eine Verringerung des Magnesium- und Kaliumspiegels oder ein überhöhter Blutzuckerspiegel sein. Kopfschmerzen, Krämpfe, Übelkeit und Erbrechen sowie Schwindel hingegen gehören zu den harmloseren Nebenwirkungen. Auch die normale Wirkung von Adrenalin auf die Psyche kann zu einer Übersteigerung in Form von nervöser Unruhe, Angst, Halluzinationen und sogar Psychosen führen.

Nicht nur die Nebenwirkungen, auch die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten geben Anlass zur Vorsicht. Die Wirkung und Nebenwirkungen von Adrenalin werden besonders verstärkt durch die gleichzeitige Einnahme trizyklischer Antidepressiva, Reserpin, MAO-Hemmern, Theophyllin und L-Thyroxin. Wechselwirkungen können auch im Zusammenhang mit blutdrucksenkenden Medikamenten, Antidiabetika und Pharmazeutika auftreten.

Weitere Artikel



Adrenalinstoß: Sucht nach dem Adrenalinkick

Einen Adrenalinstoß nennt man die vermehrte Ausschüttung von Adrenalin. Vor allem Sportler nutzen den Adrenalinstoß, um Höchstleistungen zu erzielen. Umgekehrt ist Sport wichtig, um Adrenalin abzubauen und dadurch den Hormonhaushalt auszugleichen, denn da wir uns viel weniger bewegen als unsere Vorfahren, wird die Energie nicht in ausreichendem Maße in Bewegungsenergie umgewandelt.

Manche Menschen werden regelrecht süchtig nach diesem Adrenalinstoß, der sie in eine Art Rauschzustand versetzt. Die Sucht nach dem Kick treibt sie zu ausgefallenen Hobbies und Sportarten wie etwa Bungee-Jumping, Fallschirmspringen, Rafting oder Kite-Surfing. Dabei sind auch manche Leistungssportler einer enormen Belastung durch den Adrenalinstoß ausgesetzt, wie etwa die Skispringer.

Zwar hält sich die körperliche Anstrengung beim Skispringen im Vergleich zu anderen Sportarten in Grenzen, doch stehen die Sportler unter hoher Anspannung und teilweise auch Angst. Da Adrenalin Fettreserven freisetzt, um schnell handeln zu können, kann ein Skispringer an einem Turniertag schon mal zwei Kilo abnehmen. Zu den Nebenwirkungen zählt aber auch, dass der Körper stark erschöpft und ermüdet wird.