Bei Winterdepression auch die Schilddrüse untersuchen
Jahreszeitliche Stimmungsschwankungen, so genannte Winterdepressionen, können ein Zeichen für eine gestörte Funktion der Schilddrüse sein. Gerade in der trüben Jahreszeit leiden viele Menschen darunter, dass sich Kälte und Dunkelheit auch über ihre Seele legen - meist ohne erkennbaren Einfluss wie z.B. durch negative Erlebnisse oder Veränderung der Lebensumstände.
Erkrankungen der Schilddrüse und der Psyche oft ähnlich
Seit langem ist bekannt, dass seelische Erkrankungen durch bestimmte Stoffwechselstörungen im Körper ausgelöst werden können. Dennoch wird der Einfluss der Schilddrüse auf die psychische Gesundheit oft unterschätzt: "Störungen der Schilddrüsenfunktion können die Psyche der Patienten erheblich in Mitleidenschaft ziehen", so Privatdozent Dr. Joachim Feldkamp, Arzt für Innere Medizin und Endokrinologie.
Wie der Bielefelder Schilddrüsenspezialist für das Forum Schilddrüse e.V. berichtet, leiden mehr als die Hälfte aller Patienten mit einer Unterfunktion der Schilddrüse gleichzeitig unter Depressionen. "Bei depressiver Stimmungslage sollte deshalb immer auch die Schilddrüsenfunktion vom Arzt untersucht werden" so die Forderung des Experten.
Steuerorgan Schilddrüse
Insgesamt beeinflusst das Steuer-Organ Schilddrüse mit seinen Botenstoffen die Persönlichkeit und die Psyche auf vielfältige Weise. Bei Erkrankungen dieses kleinen Organs am Hals bringt ein Zuviel oder Zuwenig an Schilddrüsenhormon deshalb auch die Seele aus dem Gleichgewicht.
So können bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auch die Gefühle stark "überreagieren": mit Reizbarkeit, Ungeduld, Rastlosigkeit und verstärkter Ängstlichkeit, manchmal sogar mit Panikattacken - ähnlich wie bei einer psychisch bedingten Angststörung.
Die Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) macht sich dagegen durch Antriebslosigkeit, verlangsamtes Denken oder Verwirrung sowie Rückzug aus der sozialen Gemeinschaft bemerkbar. Da diese Anzeichen bei depressiven Erkrankungen ebenfalls häufig auftreten, wird bei der Behandlung zunächst oft nicht an eine Schilddrüsenstörung gedacht. Auch viele Betroffene vermuten selbst keine körperliche Krankheit, sondern machen äußere Lebensumstände für ihre Beschwerden verantwortlich.
Autor/Quelle: Forum Schilddrüse e.V.

