Abwehrkräfte stärken

Durchschnittlich zwei- bis dreimal im Jahr erkranken Erwachsene an Erkältung oder Grippe. Schuld sind die rund 200 unterschiedlichen Viruserreger, die sich besonders im Herbst und Winter über uns hermachen. Doch niemand ist den Viren hilflos ausgeliefert.
"Nur ein schwaches Immunsystem ist anfällig“, sagt DAK-Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. "Wer aktiv durch den Winter stapft und ein paar Regeln befolgt, dem können Erkältungsviren nicht viel anhaben.“

Abwehrkräfte stärken durch Bewegung

Das A und O sind regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung. Leichter Sport oder längere Spaziergänge bringen den Kreislauf in Schwung und stärken das Immunsystem. Die ausgeschütteten Glückshormone sorgen zusätzlich für gute Laune. "Doch nicht übertreiben“, warnt die Expertin, "denn körperliche Überanstrengung hat die gegenteilige Wirkung und schwächt die Abwehrkräfte.“

Auch Vitamine bringen das Immunsystem auf Trab. "Vor allem Vitamin A, C und E sind wichtig im Winter“, sagt Dr. Pfarrer. "Sie fördern die Durchblutung, sind gut für die Haut und Schleimhäute und natürlich für die Abwehr.“ Deshalb: Viel rohes Obst und Gemüse essen! Und den Mittagssalat mit Sonnenblumen- oder Olivenöl anreichern, denn hier steckt jede Menge Vitamin E drin.

 

Mit Wechselduschen die Abwehrkräfte stärken

Wer außer Sport und Ernährung noch etwas tun möchte, dem rät die DAK-Ärztin zu Saunagängen und Wechselduschen. "Sie kurbeln nicht nur den Kreislauf an“, so die Expertin. "Die thermischen Reize führen auch zu einer veränderten Reaktionsweise des Organismus. Das härtet ab und erhöht die Abwehrbereitschaft.“ Doch Vorsicht! Wer danach ohne Kopfbedeckung und zu leichten Schuhen in die Kälte geht, gewährt den Viren quasi freien Eintritt. Denn der gestörte Wärmehaushalt schwächt die Abwehrkräfte. Deshalb ein Muss: Hut, dicke Socken und warme Schuhe.

Leichtes Spiel haben Erreger auch in trockenen Räumen. Dr. Pfarrer rät, auf eine angemessene Luftfeuchtigkeit zu achten, um die Schleimhäute vor dem Austrocknen zu schützen. Gut beraten ist außerdem jeder, der um verschnupfte Zeitgenossen einen Bogen macht. Anstecken kann man sich über Kontakt- und Tröpfcheninfektion. Deshalb sparsam sein mit Händeschütteln, Sicherheitsabstand einhalten und vor allem: Händewaschen nicht vergessen.

Ein kleiner Trost für die Pechvögel, die es trotz Vorbeugung schon im Herbst erwischt: Ein paar Monate später gehören sie zu den Glückspilzen, denn das Immunsystem bildet bereits Abwehrstoffe, die im Winter vor dem großen Ansturm schützen.

 

Zwiebellook sorgt für die richtige Körpertemperatur

Wer gerade wehmütig die dünnen Shirts in die hinterste Ecke des Kleiderschranks schiebt und genervt die dicken Wollpullis nach vorne holt, kann innehalten: Dank Zwiebellook ist das Lieblingsshirt auch in den kälteren Monaten nicht tabu. Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung, sagt ein Sprichwort. Und das gilt besonders im Herbst und Winter.

"Oft erkälten wir uns, weil wir nicht den Temperaturen entsprechend angezogen sind“, sagt DAK-Ärztin Dr. Cordula Sohst-Brennenstuhl. "Zu luftige Kleidung ist gefährlich, aber auch dicke Sachen bringen einen nicht immer gesund durch die Wintermonate. Denn wenn der Körper schwitzt, kühlt er leichter aus." Deshalb rät Dr. Sohst-Brennenstuhl zum Zwiebelprinzip: Mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander anziehen und bei Bedarf auspellen. Statt eines dicken Wollrollis lieber ein Shirt mit einem dünnen Pullover oder eine Bluse mit einer leichten Jacke kombinieren. "Das sieht nicht nur gut aus. In den Zwischenräumen bilden sich wärmende Luftpolster und in überheizten Räumen kann schnell eine Schicht abgelegt werden“, sagt die DAK-Ärztin. "So ist stets für die richtige Körpertemperatur gesorgt."

Leider wird oft die unterste Pelle vergessen – das Unterhemd. Wenn der Pulli hoch rutscht, kann es jedoch schnell zur Unterkühlung kommen. Wer sich zu einem klassischen Unterhemd nicht durchringen mag, der sollte zumindest ein Trägertop oder kurzärmliges T-Shirt unter dem Pullover tragen. Auch Mütze und Handschuhe sind Teil der "Zwiebel“. Denn ein kalter Kopf stört den Wärmehaushalt empfindlich.

Eine Kombination, die im Winter immer zusammengehört: Rock und Strumpfhose. "Bereits bei herbstlichen Temperaturen kann es ohne zweite Haut am Bein zu Blasen- oder Nierenbeckenentzündung kommen“, so Dr. Sohst-Brennenstuhl. Ganz sicher gehen diejenigen, die dazu geschlossene Schuhe kombinieren. Und wer hohe Stiefel trägt, hält sich am besten zusätzlich mit einem Paar "versteckter“ Socken warm.