Grippe: Impfung nützt und schützt!

Die Influenza, die "echte Grippe", wird in Ihrer Gefährlichkeit bis heute von vielen Menschen unterschätzt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass unter "Grippe" meist der harmlose so genannte "grippale Infekt" verstanden wird. Ein grippaler Infekt kann ähnliche Symptome wie die Influenza hervorrufen, der Verlauf der Erkrankung ist jedoch in der Regel weit weniger dramatisch. Influenza-Erkrankungen können sehr unterschiedlich verlaufen. Das Spektrum reicht von erträglichen Symptomen bis zu schwersten Verlaufsformen mit tödlichem Ausgang. Dies betrifft insbesondere die Risikogruppen.
Daher ist die "echte Grippe" in jedem Winter für eine große Anzahl von Todesfällen verantwortlich - sie ist mit Abstand die Infektionskrankheit mit der höchsten Sterblichkeit in Deutschland! Dies erscheint umso erstaunlicher, als in Deutschland ein wirksamer und gut verträglicher Impfstoff existiert, der jedes Jahr neu auf die zirkulierenden Viren überprüft wird.
Dass die Influenza keine harmlose Erkrankung ist, zeigt auch die Zunahme der Sterbefälle zu Zeiten der Influenzaausbrüche. Während der Influenzasaison 1998/99 kam es allein in Deutschland zu etwa 15.000 Influenza-Bedingten Todesfällen. Die schwerste heute bekannte Pandemie war die von Spanien ausgehende spanische Grippe von 1918 bis 1920. Damals erkrankten etwa 500 Millionen Menschen - etwa 22 Millionen verstarben an der Influenza und deren Folgen.
Grippe: Wie erfolgt die Übertragung?
Die Ansteckung mit dem Influenzavirus erfolgt durch Tröpfcheninfektion durch die ausgeschiedenen Sekrete einer infizierten Person. Diese werden insbesondere beim Husten und Niesen aus den Atemwegen freigesetzt. Bereits mit Beginn der ersten Krankheitszeichen beginnt die Ausscheidung der Viren und damit die Möglichkeit der Ansteckung anderer.
Typische Grippe-Symptome
Die Infektion ist in der Regel gekennzeichnet durch einen abrupten Krankheitsbeginn. Die charakteristischen Symptome der Influenza sind ein plötzlicher, hoher Fieberanstieg, Husten und Halsschmerzen sowie Schüttelfrost, allgemeine Schwäche, Kopf- und Muskelschmerzen. Bei komplikationslosem Verlauf dauert eine Influenza etwa ein bis zwei Wochen. Die Erholungsphase, während der sich der Patient immer noch müde und schlapp fühlen kann, dauert oft noch einmal so lange.
Wann bricht die Grippe aus?
Die Inkubationszeit – also die Zeit vom Eindringen der Viren bis zum Ausbruch der Grippe - beträgt in der Regel nur 1 bis 3 Tage. Die Zeit vom Eindringen der ersten Viren in die Epithelzellen bis zum massiven Befall weiterer Zellen durch neu gebildete Viren ist relativ kurz. Das Maximum der Virusvermehrung wird bereits am zweiten Tag erreicht.
Komplikationen - das große Problem
Schon vom zweiten Krankheitstag an können so genannte bakterielle Superinfektionen hinzukommen, die in der schwer vorgeschädigten Schleimhaut einen idealen Nährboden finden. Superinfektionen sind für eine große Anzahl schwerer Verläufe z. B. Lungenentzündung oder Entzündungen des Herzmuskels verantwortlich. Ältere Menschen und chronisch Kranke sind als Risikogruppen durch Komplikationen der Atemwege und des Herzkreislaufsystems besonders gefährdet. Deshalb gilt: Wer akut an einer Influenza erkrankt ist, muss so früh wie möglich den Arzt aufsuchen!
Die Grippe-Impfung
Da die Impfung nach wie vor den besten Schutz gegen die Influenza darstellt, wird sie für alle Risikopersonen von der STIKO (Ständige Impfkommission) dringend empfohlen. Der Impfstoff ist in der Regel sehr gut verträglich. Mit der Impfung gelingt es, ca. 80 bis 90 % der Geimpften vor einer Erkrankung zu schützen oder zumindest einen milderen, komplikationslosen Verlauf zu erreichen. Der optimale Zeitraum für die Impfung liegt zwischen Oktober und November eines jeden Jahres. Nach der Impfung benötigt das Immunsystem rund 14 Tage, um einen vollständigen Immunschutz aufzubauen - er beginnt frühestens nach einer Woche.
Risikopersonen
- Ältere Menschen über 60 Jahre
- Patienten mit chronischen Erkrankungen, z. B. Erkrankungen der Atemorgane, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen
- Menschen mit geschwächter Immunabwehr
- Personen mit erhöhter Gefährdung z. B. Krankenhauspersonal
- Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
Nebenwirkungen der Schutzimpfung gegen Influenza
Sie beschränken sich in der Regel auf lokale Beschwerden an der Injektionsstelle wie zum Beispiel Rötung, Schwellung oder leichte Schmerzen. Darüber hinaus sind Allgemeinbeschwerden wie Fieber, Gliederschmerzen oder Mattigkeit möglich. Impfungen haben sich als erfolgreichste vorbeugende Maßnahme gegen Infektionskrankheiten weltweit bewährt – auch die Grippeschutzimpfung. Denn die Influenza ist nach wie vor eine ansteckende und gefährliche Infektionskrankheit. Mit einer Schutzimpfung können sich alle – besonders Risikogruppen – schützen.
