Immer wieder gehen entsprechende Meldungen durch die Presse, die behaupten, hohe Cholesterin-Werte im Blut seien nun doch harmlos und würden also keinen unheilvollen Einfluss auf die Herzkranzgefäße haben. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt in diesem Zusammenhang, sich von derartigen Falschmeldungen nicht verunsichern zu lassen. Ernährungsumstellung und cholesterinsenkende Medikamente dürfen nicht als unwichtig oder sogar gefährlich abgetan werden.
Die Zellmembran ist mit einem rot fluoreszierenden Farbstoff eingefärbt. Bildquelle: dpa" src="uploads/RTEmagicC_c37e49dce6.jpg.jpg" width="230" align="right" /> Regelmäßig melden sich selbst ernannte Experten mit der Behauptung zu Wort, hohe Cholesterin-Werte im Blut würden kein Risiko für Herzinfarkte und andere Gefäßerkrankungen darstellen. Pommes frites, Schwarzwälder Kirschtorte oder Sahnesoßen könne man deshalb bedenkenlos konsumieren. Und auch die medikamentöse Senkung des Cholesterin-Spiegels sei angeblich nicht notwendig, sondern eher schädlich und in vielen Fällen sogar lebensgefährlich.
Wissenschaftlich nicht haltbar
Doch aus wissenschaftlicher Sicht sind solche Behauptungen nicht zu belegen. "Bereits vor Jahren haben Forscher in großen Untersuchungen nachgewiesen, dass cholesterinsenkende Medikamente bei Menschen mit verkalkten Herzkranzgefäßen nicht nur das Leben verlängern, sondern auch deutlich die Lebensqualität verbessern können", so Professor Dr. med. Helmut Gohlke, Chefarzt im Herz-Zentrum Bad Krozingen. Um dies zu bekräftigen, hat der Kardiologe in der aktuellen Ausgabe von "Herz heute", der Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung, die wichtigsten Studien zum derzeitigen Stand der Cholesterin-Forschung zusammengefasst (online unter www.herzstiftung.de/Herzheute_2003.htm abrufbar).
Keine Mangelzustände durch Einschränkung des Cholesterins
Blenden lassen sollte man sich bei der Diskussion auch nicht von irreführenden Erklärungen, warum Cholesterin angeblich harmlos sei. Zwar wird oft völlig korrekt erläutert, dass Cholesterin ein unverzichtbarer Bestandteil der Körperzellen ist und als wichtiger Baustein in vielen Hormonen vorkommt. Allerdings ziehen die vermeintlichen Experten daraus den Schluss, dass die Senkung des Cholesterin-Spiegels zu Mangelzuständen mit schweren Gesundheitsstörungen führe und sogar Krebs auslösen könne.
Doch aus medizinischer Sicht gibt es für diese Behauptung keine Grundlage. "Wer die Cholesterin-Zufuhr bei seiner Ernährung einschränkt, erleidet keinen Cholesterin-Mangel", versichert Prof. Gohlke. "Denn der Körper kann das benötigte Cholesterin vollständig selbst herstellen und ist deshalb nicht auf eine hohe Zufuhr von außen angewiesen."
Warum aber dennoch so viele Menschen auf die Behauptungen über angeblich harmloses Cholesterin hereinfallen, lässt sich nach Einschätzung von Prof. Gohlke mit etwas psychologischem Hintergrundwissen einfach erklären. "Wer Sahnetorten oder Pommes frites liebt, wird natürlich gerne hören, dass cholesterin- und fettreiche Speisen völlig unbedenklich sind und die Aussagen nicht besonders kritisch überprüfen. Folglich wird der alte Ernährungsstil beibehalten."
Gesunde Ernährung muss nicht freudlos sein
Dabei ist eine fettarme Ernährung sowohl optisch als auch geschmacklich als d urchaus lustbetont einzustufen. Schon seit langem ist bekannt, dass die traditionelle mediterrane Kost den idealen Ernährungsvorstellungen entspricht und zu vielen leckeren Gerichte anregt, die darüber hinaus noch gesundheitsfördernd sind. Statt paniertem Schnitzel kann man zum Beispiel eine delikate Gemüsepfanne auf den Speiseplan setzen. Auch ein herzhafter Salat mit Tomaten, Gurken, Paprika und etwas Olivenöl, das günstige einfach ungesättigte Fette enthält, ist ideal. Möglichst vermeiden sollten Menschen mit problematischen Cholesterin-Werten dagegen Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an Cholesterin oder gesättigten Fetten, wie zum Beispiel Eigelb, Innereien und Butter.
Quelle: Deutsche Herzstiftung e.V.