Gefäß- und Herzgesundheit

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind zunehmend Folge des ungesunden Lebensstils. Ernährungsfehler und Bewegungsmangel beschleunigen Gefäßverkalkung. Die Basis hierfür wird bereits in jungen Jahren gelegt. Fastfood, Fernbedienung, Fettpolster – der Alltag des modernen Menschen ist geprägt von ungesunder Ernährung und Bewegungsarmut. Knapp 50 Prozent der Deutschen sind übergewichtig; 17 Prozent bereits im Kindes- und Jugendalter. Damit einhergehend entwickeln sich oft hohe Blutfette, hoher Blutdruck und Blutzucker. Ein Cocktail, der in den Blutgefäßen Verheerendes anrichtet, und zwar in immer jüngeren Jahren.
Gefäßgesundheit
Nach Angaben der World Heart Federation (WHF) sind die Menschen heute mindestens zehn Jahre jünger, wenn sie an einer kardiovaskulären Erkrankung sterben. Ursache hierfür ist zunehmend ein ungesunder Lebensstil. "Dabei könnte die Hälfte aller kardiovaskulären Ereignisse, die zum Tod oder zu einer Behinderung führen, durch ein gutes Risikomanagement vermieden werden", so Privatdozent Dr. Markus Flesch, Internist und Kardiologe am Herzzentrum der Universität Köln. "Die Menschen müssten sich nur mehr um ihre Gefäßgesundheit kümmern und beeinflussbare Risikofaktoren ausschalten." Dazu gehört vor allem
- das Rauchen,
- zu hohes Cholesterin (Blutfett),
- ein hoher Blutdruck,
- zu hoher Blutzucker und
- Übergewicht.
Häufig bedingt ein Risikofaktor den nächsten, so dass viele Menschen gleich mehrere dieser krank machenden Faktoren aufweisen. Den gefürchteten Herz-Kreislauf-Erkrankungen Herzinfarkt und Schlaganfall, aber auch der Durchblutungsstörung der Beine geht eine starke Gefäßverkalkung voraus, bei der die Gefäßwand verdickt. Fachleute nennen dies Atherosklerose.
Beschleunigt durch einen ungesunden Lebensstil bilden sich Ablagerungen (Plaques) an den Gefäßinnenwänden. Das geht zunächst schmerzlos und unerkannt vor sich. Im Laufe der Zeit jedoch verengt sich der Durchmesser der Blutgefäße immer mehr, die Elastizität nimmt ab, und irgendwann kann das Blut nicht mehr ungehindert fließen. Geschieht dies in einem Herzgefäß, kommt es zu schmerzhaften Beschwerden, die als Herzenge (Angina pectoris), eine Vorstufe zum Herzinfarkt bezeichnet werden. Sind die Beine betroffen, zwingen Schmerzen den Betroffenen häufig zum Stehen bleiben. Daher wird diese Erkrankung auch Schaufensterkrankheit genannt.
Neben der Gefäßverengung kann es aber auch passieren, dass sich ein Plaque-Teilchen löst, mit dem Blut weitergespült wird und schließlich ein Gefäß in Lunge, Herz oder Hirn verstopft. Oder es kommt zu Einrissen in der verdickten Gefäßwand, die zur Verstopfung der Blutbahn durch Blutgerinnsel führen. Lungenembolie, Herzinfarkt oder Schlaganfall sind dann die katastrophale Folge. Zwar ist die Sterblichkeit beim Herzinfarkt in den vergangenen 30 Jahren durch eine bessere Akutbehandlung deutlich gesunken, aber immer noch überleben 30 Prozent den akuten Infarkt nicht. Bei den Überlebenden bleibt häufig eine lebenslange Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit zurück.
Vorbeugung
Was kann also jeder tun, um nicht Opfer einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu werden? Ein realistischer Weg zu mehr Gefäß- und damit Herzgesundheit ist vor allem regelmäßige Bewegung, am besten in einer Ausdauersportart wie Radfahren, schnelles Gehen oder auch Schwimmen. So werden gleich vier elementare Körperfunktionen verbessert: der Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System, der Bewegungsapparat – also Muskeln, Knochen und Sehnen – sowie der Geist, denn Bewegung fördert die Konzentrationsfähigkeit. Wer sich dann noch bewusst ernährt und auf das Rauchen verzichtet, hat alles getan, um seinen Lebenskreislauf lange fit zu halten.
Autor/Quelle: Quelle: BayNews
