Kawasaki-Krankheit - Diagnose, Therapie und Prognose
Wie wird die Diagnose gestellt?
Besteht der Verdacht auf ein Kawasaki-Syndrom, wird das Kind ins Krankenhaus eingewiesen. Da die Laborbefunde insgesamt recht unspezifisch sind, wird die Diagnose überwiegend aufgrund der Symptome vor allem in der akuten Phase gestellt. Trotzdem gibt es eine Reihe verschiedener Untersuchungen, die durchgeführt werden, auch um andere Ursachen und Komplikationen auszuschließen und um den Krankheitsverlauf zu überwachen. Dazu gehören vor allem Bluttests (Blutbild, Entzündungszeichen, Antikörper, Blutsenkungsgeschwindigkeit u.a.) und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens.
Welche Therapie gibt es?
Ziel der Behandlung ist, die entzündlichen Prozesse und so die Komplikationsrate zu verringern. Entscheidend ist der Beginn der Therapie vor dem 10. Krankheitstag – Studien haben gezeigt, dass dann die Häufigkeit von Veränderungen am Herzen um den Faktor 10 gesenkt wird.
Zur Stimulation des Immunsystems wird einmal (selten zweimal) eine Infusion mit Immunglobulinen über 6–12 Stunden gegeben, daneben Acetylsalicylsäure (über etwa 2 Wochen hochdosiert, danach mit einer niedrigeren Dosis für 6–8 Wochen bzw. – wenn Aussackungen bestehen – über mehrere Monate, anschließend evtl. ersetzt durch gerinnungshemmende Mittel).
Wie sind Verlauf und Prognose?
Die Prognose hängt vor allem davon ab, in welchem Ausmaß das Herz betroffen ist. Meist heilt die Erkrankung folgenlos aus. Seitdem die Therapie mit Immunglobulinen eingeführt worden ist, hat sich die Prognose auch bei einer Organbeteiligung um ein Vielfaches gebessert. Selbst bereits vorhandene Veränderungen der Herzkranzgefäße können sich dadurch zurückbilden. Die ursprüngliche Sterblichkeitsrate von 1–2% hat sich auf derzeit 0,4% vermindert.
Unklar ist derzeit noch, wie weit Herzkranzgefäße, deren Veränderungen sich zurückgebildet haben (oder gar nicht sichtbar waren), krankheitsanfälliger sind und ob im Erwachsenenalter das Risiko für eine Arteriosklerose erhöht ist. Deshalb werden Betroffene langfristig kardiologisch nachuntersucht.
Autor/Quelle: Dagmar Reiche

