Kawasaki-Krankheit

Ihr Kind fühlt sich furchtbar krank und hat tagelang Fieber, dem kaum beizukommen ist, eine rote Zunge, Hautausschlag, geschwollene Lymphknoten und Gelenkschmerzen? Nicht immer steckt eine typische Kinderkrankheit wie Masern oder Scharlach hinter solchen Symptomen. Auch das seltene Kawasaki-Syndrom macht sich so bemerkbar.

Was ist das Kawasaki-Syndrom (KS)?

Das Kawasaki-Syndrom (KS) verdankt seinen Namen dem japanischen Arzt Tomisaku Kawasaki, der es um 1967 das erste Mal beschrieb. Die Krankheit wird fachsprachlich auch als mukokutanes Lymphknotensyndrom (MCLS) bezeichnet und betrifft nur Kinder (in 85% der Fälle unter 5 Jahren), Jungen etwas häufiger als Mädchen.

In Japan ist die Erkrankungsrate um ein Vielfaches höher als in anderen Ländern. In Deutschland erkranken jährlich schätzungsweise 5–17 von 100.000 Kindern, also etwa 200–600 Kinder pro Jahr. Es wird immer wieder über kleine Epidemien berichtet, die besonders häufig im Spätwinter und Frühling auftreten.

Ob die Krankheit tatsächlich in den 60er-Jahren neu aufgetaucht ist oder vor der Erstbeschreibung bereits existierte, ist umstritten. Eine These ist z.B., dass erst die Einführung der Antibiotika ermöglicht hat, die Krankheit zu erkennen, die sich sonst hinter anderen Symptomen einer Infektion wie Scharlach versteckt hatte oder dass sie nur eine andere Verlaufsform einer – auch vorher schon bekannten – Form einer Gefäßentzündung (Polyarthritis nodosa) ist.

Interessanterweise wurde Anfang der 70er-Jahre auf Hawaii unabhängig von der – bis dahin nur auf japanisch existierenden – Veröffentlichung Kawasakis die gleichen Krankheitssymptome beschrieben. Auch hier sind sich die Forscher noch nicht einig, ob das Zufall ist oder sich die MCLS Ende der 60er-Jahre von Japan aus über Hawaii auf die westliche Welt ausgebreitet hat.

 

Was ist das Kawasaki-Syndrom und wie entsteht es?

Die Kawasaki-Krankheit gehört zu den Vaskulitis-Syndromen, also fieberhaften Krankheiten verschiedener Ursache, bei denen Entzündungen der Gefäße im Vordergrund stehen. Da die Gefäße im ganzen Organismus vorkommen, sind die Symptome entsprechend vielgestaltig.

Die genaue Ursache ist noch immer unbekannt. Allerdings gehen die meisten Fachleute davon aus, dass ein Erreger bzw. dessen Giftstoffe das Kawasaki-Syndrom auslöst, wobei vermutlich eine erbliche Disposition, also Anfälligkeit des Körpers, entsprechende Beschwerden zu entwickeln, vorhanden sein muss. Faktoren, die für diese These ("Infektion + Gene") sprechen, sind:

  • saisonales und geografisch gehäuftes Auftreten
  • akuter Verlauf; die Symptome gleichen anderen infektiösen Krankheitsbildern, die durch bakterielle Giftstoffe ausgelöst werden
  • bestimmte genetisch festgelegte Strukturen an der Zelloberfläche (Histokompatibilitätsantigen HLA-Bw22) kommen bei Betroffenen häufiger vor.
 
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