Kawasaki-Krankheit- Symptome
Welche Symptome zeigt die Krankheit?
Typisch sind drei Phasen, wobei die Dauer je nach Therapiebeginn und individuellem Verlauf variieren kann:
Akute Phase (7–14 Tage):
Es werden 8 Hauptkriterien (als Zeichen der akuten Entzündung) unterschieden; sind mindestens 5 davon erfüllt, gilt die Diagnose als sicher. Besonders bei kleinen Kindern können allerdings auch weniger Symptome auftreten; dann ist besonders das hohe Fieber, das trotz Behandlung länger als 5 Tage anhält, ein wichtiger Hinweis:
- Fieber >39°C, das länger als 5 Tage anhält und nicht auf Antibiotika anspricht
- Bindehautentzündung beider Augen
- trockene, hochrote Lippen (Lacklippen), rote Zunge (Erdbeerzunge)
- diffus gerötete Mundschleimhaut ohne eitrige Beläge
- Rötung und Schwellung von Handflächen und Fußsohlen, später Abschälen der Haut
- vorübergehender, vielgestaltiger Ausschlag vor allem am Rumpf
- Schwellung der Halslymphknoten
- Zeichen der Entzündung an anderen Organe, z.B. des Magen-Darm-Trakts (Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen), der Gelenke (Schmerzen), der Harnwege (Beschwerden beim Wasserlassen), der Hirnhäute (Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen) oder Nerven (Lähmung, Hörstörungen), des Herzens oder der Leber.
Subakute Phase (ca. 25 Tage):
Fieber, Ausschlag und Lymphknotenschwellungen gehen zurück, Bindehautentzündung, Appetitlosigkeit und Reizbarkeit können noch bestehen bleiben. Neue mögliche Symptome sind eine – typische – halbmondförmige Schuppung der Finger- und Zehenspitzen und Gelenkschmerzen. Bei der Untersuchung lassen sich jetzt evtl. eine Vergrößerung der Gallenblase durch Stauung der Galle (Hydrops) und eine Aussackung großer Gefäße tasten.
Rekonvaleszenz-Phase (bis 70 Tage nach Krankheitsbeginn):
Während dieser Zeit bilden sich bestenfalls alle Symptome zurück und die Blutsenkungsgeschwindigkeit normalisiert sich.
Welche Komplikationen gibt es?
Je später die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto größer ist das Risiko für Komplikationen. Letztlich kann jedes Organ von den Entzündungen betroffen sein – die Liste möglicher Komplikationen ist deshalb lang. Am häufigsten und auch am meisten gefürchtet sind jedoch die Aussackung der Hauptschlagader (Aortenaneurysma) und andere, evtl. lebensbedrohliche Störungen des Herzens.
Obwohl das Kawasaki-Syndrom vergleichsweise selten ist, ist es heute in den Industrieländern die häufigste Ursache erworbener Herzerkrankungen im Kindesalter. Dazu gehören:
- Aussackungen und Verkalkungen der Herzkranzgefäße und der Aorta, die platzen und so zu einem Herzinfarkt oder einer Blutung führen können (auch noch Monate bis Jahre später)
- Entzündung des Herzmuskels oder Herzbeutels, Herzbeutelerguss
- Herzrhythmusstörungen
- Herzklappenprobleme
- Herzschwäche.
Autor/Quelle: Dagmar Reiche


