Alzheimer-Krankheit - Stadien und Prognose

Die Krankheit durchläuft mehrere Stadien
Stadium 1
Der Kranke ist "nur" vergesslich. Seiner Umgebung fällt dies kaum auf. Die Handschrift verändert sich. Er verliert leicht die Orientierung. Der Patient kann nur noch einfache Tätigkeiten selbständig erledigen, bei komplizierten Dingen ist er auf fremde Hilfe angewiesen. Sprechen und Denken verlangsamen sich, der Kranke "verliert den Faden" oft mitten im Satz. In dieser Zeit treten oft Depressionen auf, die Teil des Krankheitsbildes sind.
Stadium 2
Die Krankheit wird offensichtlich. Der Patient kann sich zwar an lange Vergangenes erinnern, aber die Erinnerung an die jüngste Vergangenheit gelingt ihm kaum noch. In diesem Stadium der Krankheit kann der Patient nur noch eingeschränkt die Uhrzeit oder das Datum wahrnehmen und begreifen; er vergisst häufig, wo er ist. Der Patient ist auf Hilfe angewiesen. Betreuer müssen dem Patienten eindeutige Anweisungen geben und sie häufig wiederholen. Da das Gedächtnis immer mehr nachlässt, erfinden beispielsweise einige Kranke Wörter. Sie erkennen vertraute Gesichter nicht mehr. Stimmungsschwankungen (Angst, Frustration, Trauer), die seelischer Natur wie auch neurologischer Natur sein können, werden durchlebt. Das Ende dieses Stadiums ist häufig durch Wahnvorstellungen und Paranoia geprägt. Zwanghafte Verhaltensweisen können auftreten sowie ein Hang zur Ruhelosigkeit.
Stadium 3
Der Kern der Persönlichkeit beginnt sich langsam aufzulösen. Das Erinnerungsvermögen ist äußerst gering, der Patient erkennt niemanden mehr. Er verliert endgültig die Kontrolle über seine Ausscheidungen und muss jetzt rund um die Uhr betreut werden. Der Patient verliert die Fähigkeit zu kauen und zu schlucken. Seine Anfälligkeit für Lungenentzündungen, Infektionen und andere Krankheiten wächst stark. Atemschwierigkeiten verstärken sich, insbesondere wenn der Kranke völlig bettlägerig ist.
Und noch ein paar Fakten
- Die durchschnittliche Krankheitsdauer beträgt sieben Jahre.
- Aus den bisherigen Forschungsergebnissen lässt sich schließen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von Alzheimer-Patienten geringer ist als die von Nichterkrankten.
- Die Alzheimer-Krankheit kann bislang nicht geheilt werden. Allerdings gibt es Medikamente, die den Krankheitsverlauf zeitweilig aufhalten und verzögern können. Daher ist es wichtig, die Krankheit bereits in einem frühen Stadium zu diagnostizieren, wenn der Patient noch weitgehend selbständig leben kann.
- Eine Heimeinweisung kann durch Medikamente bis zu zwei Jahren verzögert werden.
- Viel zu wenig Patienten erhalten eine frühzeitige Diagnose und nur ca. 20% der Alzheimer-Erkrankten werden medikamentös therapiert.
- Zwei Drittel der Demenz-Kranken leben zu Hause und werden durch Angehörige gepflegt.
Autor/Quelle: Quelle: Alzheimer Forschung Initiative e.V.

