Sport bei Multipler Sklerose

Sowohl der Körper als auch die Seele können von regelmäßigem Sport profitieren. Dieser Leitsatz ist auch für ein Leben mit Multiple Sklerose, kurz MS, zu übertragen. Spezielle Aktivitäten im Sport können bei MS positive therapeutische Effekte erzielen. Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Nervensystems, sie wird zu den Autoimmunerkrankungen gezählt. Je nach Stadium der Multiplen Sklerose sowie je nach aktuellem Schub kann der Alltag eines MS Patienten in seinen Bewegungsabläufen zu Einschränkungen führen. Sport kann hier nicht nur das Risiko von möglicher Depression senken, sondern bei gezielten Übungen wichtige Körperfunktionen positiv unterstützen.
Sport als Plus bei Multiple Sklerose
Generell kann Sport eine Vielzahl von Vorteilen für die Gesundheit mit sich bringen. Wer regelmäßig in Bewegung ist, bringt sein Herz-Kreislauf-System in Schwung, kann den Cholesterinwert senken sowie das Risiko, an Osteoporose oder Arteriosklerose zu erkranken, positiv beeinflussen. Auch das Immunsystem kann von Sport und Bewegung profitieren. Wer an MS erkrankt ist, kann durch die Ausübung bestimmter Sportarten die Physiotherapie sinnvoll ergänzen. Es ist ratsam vor der sportlichen Betätigung Rücksprache mit dem Arzt beziehungsweise dem Physiotherapeuten zu halten, um bestmögliche therapeutische Effekte erzielen zu können. Viele Turnvereine bieten spezielle Sportgruppen für Menschen mit Multiple Sklerose an. Ebenfalls hat der deutsche Behindertensport Angebote für MS Patienten in seinem Programm. Wer keiner speziellen Sportgruppe beitreten möchte, sollte vor Beginn des Trainings den Übungsleiter über die MS Erkrankung informieren, so dass dieser geeignete Übungen integrieren kann.
Wahl der Sportart bei Multiple Sklerose
Mehrere Faktoren sind für die Wahl der Sportart bei MS entscheidend. Zum einen spielt die körperliche Verfassung eine große Rolle sowie die bislang aufgetretenen Symptome der Krankheit MS. Zum anderen sind natürlich auch individuelle Fähigkeiten sowie persönliche Neigungen zu bestimmten Sportarten ausschlaggebend. Ideal sind die Arten von Sport, die sich positiv auf mögliche MS Symptome auswirken können. Häufig sind – je nach Stadium von Multiple Sklerose – Probleme in den Bewegungsabläufen vorhanden, was im Fachjargon als Ataxie bezeichnet wird. Ebenfalls kann Fatigue, das sogenannte Erschöpfungssyndrom bei MS auftreten. Durch einen MS Schub können auch Paresen, Lähmungen, verschiedene Körperteile treffen. Durch verschiedene Übungen im Sport können die Symptome von MS gezielt angesprochen werden und gegebenenfalls vorbeugend wirken.
Sportarten und Multiple Sklerose
Möglicherweise lassen sich einige MS Symptome durch Sport auch lindern. Generell gilt bei Sport mit MS, dass Sport keinesfalls zu einer Überanstrengung führen sollte. Um eine Überforderung zu vermeiden, ist es sinnvoll, mit kurzen Trainingsphasen den gewählten Sport zu beginnen und diese nach und nach zu steigern. Auch kann es hilfreich sein, je nach Körpergefühl zwischendurch kleine Pausen einzulegen. Da die Temperaturregulierung bei MS Patienten oftmals beeinträchtigt ist, ist beim Sport mit MS besonders darauf zu achten, dass dieser nicht in überhitzten Räumen oder bei extremer Wärme im Freien durchgeführt wird. Zudem ist es ratsam vor, während sowie nach dem Sport ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Sportarten, die sich bei Patienten mit MS bereits bewährt haben, sind zum Beispiel Schwimmen, Tai Chi, Nordic Walking oder Yoga.
Schwimmen mit MS
- Für viele Patienten mit MS ideal, da durch die Schwerelosigkeit im Wasser sogar Gymnastikübungen möglich sind, die außerhalb des Wassers durch die Erkrankung MS eingeschränkt sein können.
- Kann die Ausdauer sowie die Koordination fördern, daher positive Wirkung auf Ataxie sowie Fatigue möglich.
- Durch die Bewegungsabläufe im Schwimmen kann es möglich sein, eine vorhandene Spastik zu minimieren. Allerdings ist beim Schwimmen zu beachten, dass bei einer stark ausgeprägten Spastik das Risiko einer Muskelhypertonie durch den Auftrieb des Wassers sogar möglicherweise erhöht werden kann. Daher sollte Sport im Wasser bei MS zuvor mit einem Arzt beziehungsweise Physiotherapeuten abgeklärt werden.
Yoga mit MS
- Typische Yoga-Bewegungen sowie Dehnungsübungen können zu Verbesserungen der Spastik führen.
- Atemübungen im Yoga bewirken eine ganzheitliche Entspannung im Körper.
- Kräftigung sowie Koordination können dazu führen, dass Störungen in den Bewegungsabläufen trainiert werden.
Nordic Walking mit MS
- Ideal für das Herz-Kreislauf-System ist Nordic Walking.
- Training von Ausdauer, Kräftigung der Arme sowie Beine, Koordination.
- Nordic Walking kann je nach MS Stadium Ataxie, Spastik sowie Lähmungen positiv beeinflussen.
Tai Chi mit MS
- Langsame sowie bewusst ausgeführte Übungen beim Tai Chi.
- Koordination sowie Training des Gleichgewichts.
- Bewegungen können auch im Stehen das Minimieren der Spastik fördern.
Autor/Quelle: Sabrina Haas
