Schlaganfall - Komplikationen und Behandlung

Komplikationen
Beim Hirnschlag sind folgende Komplikationen denkbar:
- Tod
- Auszehrung, Hinfälligkeit
- Schwere motorische Beeinträchtigung
- Schwere Störung der Funktion der Sinnesorgane (zum Beispiel Augen, Ohren, Gleichgewichtsorgan)
- Beinträchtigung der Funktion innerer Organe einschließlich der Ausscheidungsorgane
- Pneumonie
- Thrombose
- Beinträchtigung der intellektuellen Leistungsfähigkeit bis zur Demenz
Behandlung
Grundsätzlich muss zwischen der Behandlung im akuten Stadium und der Rehabilitationsbehandlung einschließlich vorbeugender Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Schlaganfälle unterschieden werden Die Therapieprinzipien im Akutstadium eines Schlaganfalls haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. Als wirksam sind heutzutage folgende Massnahmen anerkannt:
Medikamente zur Blutverdünnung: Durch Gabe bestimmter Medikamente wie zum Beispiel Heparin über die Vene kann die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabgesetzt, die Durchblutung im betroffenen Hirnbezirk verbessert und damit das Ausmaß der Schädigung vermindert werden.
Lysetherapie: Liegt der Beginn der akuten Beschwerden beim Schlaganfall nicht länger als 4-6 Stunden zurück, kommt im Einzelfall die Auflösung des auslösenden Blutgerinnsels durch eine Lysetherapie in Frage. Die Vorteile der Lysetherapie müssen dabei gegen mögliche Risiken aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos abgewogen werden.
Ballondilatation: Unter bestimmen Voraussetzungen kann an spezialisierten Zentren im Akutstadium des Schlaganfalls auch der Versuch unternommen werden, das verschlossene Gefäß mit Hilfe eines Ballonkatheters, der in das Gefäßsystem eingeführt wird, wieder aufzudehnen.
Operation: Liegt dem akuten Schlaganfall eine Einblutung ins Gehirn zum Beispiel bei einem Hirntumor oder nach Gefäßzerreissung zugrunde, kann im Einzelfall auch eine akute Hirnoperation zur Druckentlastung erforderlich werden.
Nach Überwindung der akuten Phase des Schlaganfalls bestehen folgende Behandlungsmöglichkeiten:
- Krankengymnastik
- Medikamente zur Blutverdünnung
- Kontrolle der Risikofaktoren für Schlaganfälle
- Operation großer verengter Halsgefäße
- Behandlung einer zugrundeliegenden Herzerkrankung
Vorbeugende Maßnahmen
Grundsätzlich dienen der Vorbeugung eines Schlaganfalls all diejenigen Maßnahmen, die auch zur Vermeidung anderer Gefäßerkrankungen angezeigt sind:
- Gewichtsregulierung bei Übergewicht
- Diät und Medikamente bei Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung oder Zuckerkrankheit
- Nikotinabstinenz
- Ausreichende körperliche Bewegung
Aufgrund der besonderen Bedeutung des Bluthochdrucks für die Entstehung von Schlaganfällen sollte die adäquate Einstellung des Blutdrucks oberste Priorität genießen.

