TIA - Ein oft verkannter Vorbote des Schlaganfalls
"Ich habe einen Moment nicht aufgepasst, bin im Flur gestolpert und hingefallen. Ich weiß auch nicht, wie das kam", berichtet Ursula K. ihrer Tochter. Diese ist beunruhigt: Im Flur des Hauses gibt es keine Teppiche oder andere Stolperfallen. Auch war die Mutter schon vorher einmal ohne erkennbaren Grund gestürzt. Zufällig befand sich die Tochter in der Nähe und konnte ihr wieder aufhelfen. Dabei lallte die alte Dame kaum Verständliches. Ein erschreckender Zustand, der glücklicherweise nur ein oder zwei Minuten andauerte.
Bei einem Arztbesuch Wochen später ist der Vorfall schon vergessen und wird nicht erwähnt. Mit dieser Fallgeschichte macht die Zeitschrift „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“ in ihrer Ausgabe 10 A/2008 auf ein häufig verkanntes Warnsignal für einen Schlaganfall aufmerksam. Die Transitorische Ischämische Attacke – kurz TIA – ist eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns. Die Beschwerden ähneln denen eines "richtigen" Hirnschlags, sind jedoch leichter und gehen meist rasch wieder vorüber. Ohne ärztliche Behandlung kommt es aber in der Folgezeit häufig tatsächlich zu einem Schlaganfall mit bleibenden Schäden. Auslöser der Durchblutungsstörung im Gehirn sind meist Verengungen und Verschlüsse von Gehirnarterien durch eine fortgeschrittene Arteriosklerose ("Arterienverkalkung”) oder ein kleines Blutgerinnsel.
Woran man eine TIA erkennt
Bei einer TIA können sehr unterschiedliche Symptome auftreten, je nachdem, welche Gehirnareale durch die Mangeldurchblutung betroffen sind. Die Symptome gleichen denen eines Schlaganfalls:
- Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen
- hängender Mundwinkel oder Taubheitsgefühl um den Mund
- Schwäche oder Taubheit in einem Arm oder Bein oder einer Körperhälfte
- Sehstörung bis zum Erblinden auf einem Auge
- Doppelbildsehen
- Gleichgewichtsstörungen mit oder ohne Schwindel
- andere plötzlich einsetzende, uncharakteristische Störungen, die sich wieder zurückbilden, wie unsicheres Zugreifen, starke Verwirrtheit, Schwindel mit heftigen Kopfschmerzen.
Autor/Quelle: RaIA/dgk

