Gut Hören - auch im Alter noch ganz Ohr

Viele ältere Menschen haben Hörprobleme. Jeder Dritte zwischen 60 und 70 hört nicht mehr gut. Jenseits des 70. Geburtstages hat jeder Zweite eine Hörminderung. "Doch nicht allen Menschen ist ihre Hörminderung bewusst", so Dr. Karin Uphoff von der Fördergemeinschaft Gutes Hören. "Hörminderungen entwickeln sich oft langsam über Jahre hinweg, so dass man sich an das schlechtere Hören gewöhnt. Die Mehrzahl der hörgeminderten älteren Menschen ist daher auch gar nicht mit Hörgeräten versorgt. Diese Menschen verzichten auf einen wesentlichen Teil ihrer Lebensqualität."
Hören auf Raten
Die meisten der älteren Menschen haben Schwierigkeiten, hohe Töne wahrzunehmen, vor allem wenn sie leise sind. Vogelzwitschern und Tür- oder Telefonklingeln werden dann oft gar nicht mehr gehört. Auch die menschliche Sprache ist in dem geschädigten Frequenzbereich angesiedelt. Daher werden häufig Konsonanten nicht mehr richtig verstanden. So sind "d" und "t" oder "f" und "s" und andere Konsonanten beim Zuhören kaum zu unterscheiden.
Gespräch wird zum Lückentext
Jedes Gespräch wird so zum Lückentext. Das Zuhören verlangt dann eine enorme Konzentration. Man versteht es nur, wenn man sowieso weiß, worum es geht. Vieles aber wird falsch oder gar nicht mehr verstanden. Die Folgen liegen auf der Hand: Begegnungen mit anderen Menschen werden immer schwieriger. Die Menschen ziehen sich zurück, weil sie den Gesprächspartnern nicht zur Last fallen wollen oder um sich von vornherein Frustrationen zu ersparen. Misstrauen und Einsamkeit oft auch Depressionen sind häufige Folgen. Mit Hörgeräten verbessert sich daher nicht nur die Kommunikation der Menschen, sondern damit auch ihr Leben.
Alltagsgeschichten
Der Linienbus fährt in die Innenstadt. Hannelore L. (71) sitzt mitten im vollbesetzten Bus. Die nette junge Frau auf dem Nachbarsitz hat etwas zu ihr gesagt. Hannelore L. hat es verstanden. Ein nettes Gespräch entwickelt sich... Noch vor wenigen Jahren hätte diese alltägliche Situation ganz anders ausgesehen. Frau L. hat eine Hörminderung, die sie aber lange Zeit nicht wahr haben wollte. Verständnisprobleme waren ihr peinlich und sie versuchte, sie zu überspielen.
Bei der Situation im lauten Bus hätte sie sicherlich nichts verstanden. Wahrscheinlich aber hätte sie flüchtig genickt in der Hoffnung, dass es um eine belanglose Feststellung ging. Ein Gespräch hätte sich so wohl kaum ergeben, eher deprimierendes Schweigen. Inzwischen ist Frau L. mit Hörsystemen vom Hörakustiker versorgt und hat dadurch kaum noch Verständigungsprobleme. Und wenn, dann sagt sie das auch: "Können Sie das noch mal wiederholen. Ich habe Sie nicht verstanden." Der Kontakt zur Familie, zu den Nachbarn und Freunden ist seitdem besser und entspannter geworden. Eine langjährige Freundin stellte fest: "Früher warst du oft so misstrauisch und distanziert. Heute interessierst du dich für viele Dinge und wir können wieder zusammen lachen.
Telefonische Beratung
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Eine erste Einschätzung des Hörvermögens bietet ein telefonischer Hörtest der Fördergemeinschaft Gutes Hören unter der Telefonnummer 0180/ 5 32 37 54.
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Die Fördergemeinschaft Gutes Hören bietet in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der HNO-Ärzte und dem Deutschen Grünen Kreuz ein Beratungstelefon mit einem HNO-Arzt (Tel. 0800 - 0112 113) und einem Hörakustiker (Tel. 0800 - 0112 112) an. Das kostenlose Beratungstelefon "Gutes Hören" ist mittwochs zwischen 14 u. 16 Uhr zu erreichen.
Quelle: Fördergemeinschaft Gutes Hören
