Knoten unter der Haut

Ein Knoten unter der Haut wird häufig mit einer Krebserkrankung in Verbindung gebracht. Doch kleine Knubbel hinter den Ohren, am Hals, in der Brust oder am After können auch ganz andere, harmlose Ursachen haben. Oftmals ist nämlich eine Zyste oder ein gutartiges Lipom der Auslöser. Trotzdem sollte man Veränderungen des Gewebes immer ärztlich abklären lassen, um im Ernstfall frühzeitig reagieren zu können. Lesen Sie hier, welche Ursachen für Knoten unter der Haut in Frage kommen. 

Knoten am Hals

Bei Knoten am Hals handelt es sich meist entweder um geschwollene Lymphknoten oder um Knoten in der Schilddrüse. Daneben können hinter den knotigen Veränderungen aber auch eine Zyste, ein Abszess oder eine Fistel stecken. Nimmt die Schwellung der Lymphknoten langsam immer weiter zu, ohne dass die Knoten schmerzen, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Solche Symptome können nämlich auf einen Tumor im Lymphsystem hindeuten. 

Geschwollene Lymphknoten, die Schmerzen bereiten, werden dagegen meist durch eine Infektion wie eine Erkältung oder eine Mandelentzündung hervorgerufen. Um die Erreger zu bekämpfen, arbeitet das körpereigene Abwehrsystem, zu dem auch die Lymphknoten gehören, auf Hochtouren. Durch die erhöhte Aktivität können die Lymphknoten anschwellen und schmerzen. 

Knoten in der Schilddrüse

Bei Knoten am Hals muss es sich nicht immer um geschwollene Lymphknoten handeln, sondern es können auch Knoten in der Schilddrüse vorliegen. Diese können sehr klein sein und keinerlei Beschwerden hervorrufen, oder aber relativ groß und somit von außen leicht tastbar sein. Unabhängig von der Größe unterscheidet man zwischen kalten, warmen und heißen Knoten. Kalte Knoten produzieren kaum noch Hormone, warme und heiße sind dagegen besonders aktiv. 

Warme und heiße Knoten sind meist gutartig, können jedoch zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen. Auch kalte Knoten deuten oftmals auf eine harmlose Gewebsveränderung hin, in seltenen Fällen kann dahinter jedoch auch ein bösartiger Tumor stecken. Klarheit kann eine Feinnadelpunktion verschaffen, bei der Zellen zur genaueren Untersuchung entnommen werden. 

Knoten hinter dem Ohr

Ein Knoten hinter dem Ohr wird ähnlich wie am Hals häufig durch einen geschwollenen Lymphknoten verursacht. Eine relativ schnell zunehmende, schmerzhafte Schwellung wird meist durch eine Infektion hervorgerufen. Oftmals handelt es sich um eine lokale Infektion, von der das Ohr oder der Kiefer betroffen sind. Entwickelt sich die Schwellung dagegen langsam über mehrere Wochen und bereitet der Knubbel keine Schmerzen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um eine ernsthafte Ursache ausschließen zu lassen. 

Knoten in der Brust

Ähnlich wie bei einem Knoten am Hals steckt auch hinter einem Knubbel in der Brust nur selten eine Krebserkrankung: Brustkrebs stellt in lediglich 20 Prozent der Fälle die Ursache dar. Viel häufiger stecken eine Zyste sowie ein Fibroadenom oder aber eine andere harmlose Ursache hinter der knotenartigen Gewebsveränderung. 

Ist nach der Untersuchung durch den Arzt unklar, ob es sich um eine gut- oder bösartige Veränderung handelt, wird eine feingewebliche Untersuchung durchgeführt. Dabei werden Zellen entnommen und anschließend genauer untersucht. Je nach Ergebnis kann dann eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Hier bei reichen die Möglichkeiten von abwarten und beobachten über punktieren (Zyste) bis hin zu einer vollständigen Entfernung des Knotens. 

Knoten am After

Bilden sich am After Knoten, sind Hämorrhoiden oder eine Analvenenthrombose die häufigsten Ursachen. Bei einer Analvenenthrombose entstehen am After blaurote Knoten. Diese werden durch ein Blutgerinnsel hervorgerufen, das eine Vene am After verstopft. Im Unterschied zu Hämorrhoiden, die aus dem After heraus wachsen, wachsen die Knoten bei einer Analvenenthrombose am Afterrand. Die Thrombose kann sehr schmerzhaft sein und das Sitzen unerträglich machen. Die Behandlung richtet sich maßgeblich nach der Stärke der Schmerzen sowie der Größe der Knoten. 

Während eine Analvenenthrombose oftmals schmerzhaft ist, aber nicht blutet, verhält es sich bei Hämorrhoiden genau andersherum: Sie verursachen im Anfangsstadium in der Regel keine Schmerzen, können dafür aber bluten. Zudem sind sie nicht mit normaler Haut, sondern mit Schleimhaut bedeckt. Stellen Sie bei sich am After Hämorrhoiden fest, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und mit diesem über eine geeignete Behandlung sprechen.

Knoten am Hoden

Hinter Knoten im Hoden können verschiedene Ursachen stecken. Oftmals sind diese relativ harmlos wie beispielsweise eine Zyste. Auch durch erweiterte Krampfadern oder eine Hodenentzündung kann es zu knotenförmigen Veränderungen im Hoden kommen. In einigen Fällen können Knubbel im Hoden jedoch auch ein Symptom für Hodenkrebs sein. Dann bereiten die Knoten im Gegensatz zu einer Infektion oftmals keine Schmerzen. Um knotenartige Veränderungen möglichst früh zu erkennen, sollten Männer ihre Hoden – ähnlich wie Frauen die Brust – regelmäßig abtasten. 

Knoten unter der Haut

Treten an anderen Stellen des Körpers Knoten unter der Haut auf, handelt es sich dabei häufig um Lipome. Darunter sind gutartige Wucherungen des Fettgewebes zu verstehen. Die Wucherungen an sich sind harmlos, allerdings stellen sie oft ein kosmetisches Problem dar. Zudem kann es zu Problemen kommen, wenn ein Lipom beispielsweise auf einen Nerv drückt. Auch wenn Lipome generell harmlos sind, sollten sie immer ärztlich abgeklärt werden. Denn in seltenen Fällen kann hinter dem Knubbel auch ein bösartiger Tumor – ein sogenanntes Liposarkom – stecken.

Lipome bilden sich häufig bei Personen zwischen 40 und 60 Jahren, da in diesem Lebensabschnitt besonders viel Fettgewebe produziert wird. Sie treten vorzugsweise im Nacken, an den Oberarmen, dem Bauch sowie den Oberschenkeln auf. Ihre Größe kann sehr stark variieren: Kleine Lipome haben lediglich einen Durchmesser von wenigen Millimetern, große können es dagegen auf mehrere Zentimeter bringen.  

Neben einem Lipom können hinter Knoten unter der Haut auch noch andere Ursachen stecken. Unter anderem kommen ein Abszess, eine Entzündung der oberflächlichen Venen (Thrombophlebitis), eine Zyste oder eine Entzündung des Unterhautfettgewebes (Erythema nodosum) in Frage. 

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Knötchen unter der Haut: Was tun?

Wenn Sie bei sich einen Knoten unter der Haut feststellen, der über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Nur er kann Ihnen sagen, was hinter dem Knötchen steckt. Verfallen Sie aber auf keinen Fall sofort in Panik:  Eine Krebserkrankung ist nur selten die Ursache. Viel häufiger handelt es sich um harmlose Gebilde wie ein gutartiges Lipom oder eine Zyste. Je nachdem, welche Ursache hinter dem Knoten steckt, können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Auch die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.