Narben: Entstehung, Typen

Wird die Haut z. B. durch einen Unfall oder eine Operation verletzt, bleiben Narben zurück. Im Idealfall ist am Ende des Bildungsprozesses einer Narbe nur noch eine blasse Kontur zu sehen, aber leider ist das nicht immer so. Häufig entstehen unschöne Narben.
Narben – wie entstehen sie?
Die Haut baut sich in drei Schichten auf, der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis) sowie der Unterhaut (Subcutis). Wird durch eine Verletzung nicht nur die Oberhaut durchtrennt sondern auch die darunter liegende(n) Hautschicht(en), entsteht eine Narbe. Unser Organismus ist nicht in der Lage, das zerstörte Gewebe in gleicher Weise zu erneuern. Typische Eigenschaften des neuen Gewebes:
- Es ist weniger elastisch.
- Die Funktion ist eingeschränkt (keine Haare, Schweißdrüsen etc).
Narben können - bedingt durch die Beschaffenheit des neuen Gewebes - röter oder heller sein. Befinden sich solche Narben an gut sichtbaren Stellen, fühlen sich die Betroffenen häufig stigmatisiert und ausgegrenzt. Darüber hinaus können Narben Spannungsgefühle und Bewegungseinschränkungen verursachen.
Narben – welche Typen gibt es?
- Narbenwucherungen (Hypertrophe Narben): Sie entstehen durch übermäßige Bildung von Bindegewebe. Sie können jucken oder schmerzhaft sein, aber sie bleiben auf das ursprüngliche Verletzungsgebiet beschränkt. Bei einer Wunde, die während der Heilung ständiger Bewegung ausgesetzt ist, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine solche Narbe bildet. Narbenwucherungen entwickeln sich innerhalb einiger Wochen nach der Verletzung.
- Narbenwülste (Keloide): Auch diese Narben entstehen durch Überproduktion von Bindegewebe. Sie sind dick, gewölbt, oft stark gerötet, erscheinen dunkler als das umliegende Gewebe und gehen über das ursprüngliche Verletzungsgebiet hinaus. Die Narbenstruktur kann eine unregelmäßige Form aufweisen.
- Narbenvertiefungen (Atrophe Narben): Bei Narbenvertiefungen wird im Gegensatz zu den beiden obigen Narbentypen zu wenig Bindegewebe gebildet, so dass eine „eingesunkene" Narbe entsteht. Sie liegt tiefer als die umgebende Haut. Typisches Beispiel dieser Narbenform sind Aknenarben.
Narben – was beeinflusst ihr Erscheinungsbild?
Verschiedene Faktoren beeinflussen die Entwicklung einer Narbe.
- Alter: Die Haut älterer Menschen heilt langsamer. Bei Kindern oder jüngeren Personen neigt die Haut zur Überreaktion und produziert mehr Bindegewebe als erforderlich. Dadurch entstehen größere, dickere Narben.
- Erbliche Faktoren/Hauttypen: Die Veranlagung zu auffälliger Narbenbildung kann auch erblich bedingt sein. Menschen afrikanischer oder asiatischer Abstammung neigen stärker zu Narbenwucherungen oder -wülsten als Europäer.
- Ort der Narbe: Narben, die über oder in der Nähe von häufig beanspruchten Körperstellen liegen (z. B. Schulter, Rücken und Gelenke), sind größerer Zugspannung ausgesetzt und dadurch in der Regel stärker ausgebildet oder sichtbarer als solche an weniger beanspruchten Körperstellen.
- Wundinfektionen/Komplikationen bei der Wundheilung: Wundinfektionen oder -entzündungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit auffälliger Narbenbildung.
Narben – was können Sie dagegen tun?
Je nach Beschaffenheit der Narbe kann man unter einer Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten wählen. Zu diesen Methoden zählen: Laser, Operation, Unterspritzungen, Kryotherapie, Abrasion (Schleifung), Druckverbände, Silikon-Gel-Folien/-Kissen sowie Salben und Crèmes. Welche Behandlung für eine Narbe die richtige ist, kann am besten der Arzt entscheiden.
