Herzinfarkt - Anzeichen und Vorzeichen

Herz-Artikel.jpg
© istockphoto, Jan-Otto

Bei Verdacht auf Herzinfarkt zu zögern, bis ein Rettungswagen gerufen wird, kann verheerende Folgen haben. Je früher eingegriffen wird, desto größer sind die Überlebenschancen des Patienten. Jede Minute zählt. Alles hängt daran, dass der Patient so schnell wie möglich in die Klinik kommt, wo mit wirkungsvollen Verfahren sein Leben gerettet und der Schaden des Infarkts begrenzt werden kann. Jeder kann lernen, den Herzinfarkt zu erkennen und schnell zu reagieren.

Todesursache Nr. 1: Herzinfarkt

Jeden Tag erleiden 789 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt. Das sind im Jahr 288.000 Menschen. Rund 183.000 der betroffenen Männer und Frauen sterben an den Folgen, ein gutes Drittel noch vor Aufnahme in das Krankenhaus. Der Grund: Noch immer warten viele Patienten viel zu lange, bis sie den Rettungswagen rufen; weil sie erst einmal abwarten wollten oder weil sie den Herzinfarkt verdrängen, weil sie aus falscher Rücksichtnahme niemanden stören wollten und vor allem auch, weil sie die Alarmzeichen nicht richtig deuteten. Professor Dr. Helmut Gohlke, Chefarzt der Kardiologie am Herzzentrum Bad Krozingen: "Lieber den Rettungswagen einmal zu viel rufen als gar nicht oder zu spät."

 

Herzinfarkt: Alarmzeichen

Häufigste Alarmzeichen für einen Herzinfarkt sind schwere, länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer, Oberbauch ausstrahlen könnten. In diesem Fall sofort den Rettungswagen unter 112 oder die örtliche Notrufnummer anrufen. Weitere Alarmzeichen:

  • Starkes Engegefühl
  • heftiger Druck im Brustkorb
  • Angst

Zusätzlich zum Brustschmerz können Luftnot, Übelkeit und Erbrechen auftreten, bei Frauen sind sie in vielen Fällen sogar alleinige Alarmzeichen. Außerdem evtl. Bewusstlosigkeit, blasse, fahle Gesichtsfarbe, kalter Schweiß.

 

Kein Blitz aus heiterem Himmel

Ein Herzinfarkt bedeutet, dass ein Herzkranzgefäß durch ein Gerinnsel (Blutpfropf) verschlossen wird. Dadurch ist ein Teil des Herzmuskels von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten: daher die Schmerzen und die Übelkeit.  
Zwei große Gefahren bringt der Herzinfarkt mit sich:

  • Die eine Gefahr ist eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, das Kammerflimmern, ausgelöst durch den Herzinfarkt. Das Herz pumpt nicht mehr und es kommt zum Herz-Kreislaufstillstand. Im Rettungswagen und in der Klinik stehen Defibrillatoren zur Verfügung, die diese Herzrhythmusstörung elektrisch beseitigen können.
  • Die andere Gefahr, die ein Herzinfarkt mit sich bringt, ist das Pumpversagen des Herzens. Je länger der Herzinfarkt andauert, desto mehr Herzmuskelgewebe geht unwiederbringlich verloren.
  •  

Herzinfarkt: Vorzeichen bei Belastung

Unerwartet und plötzlich - so erleben Menschen ihren Herzinfarkt. Aber viele haben schon vorher Beschwerden gehabt. Vorzeichen, die deutlich vor dem Infarkt gewarnt haben, aber nicht ernst genommen wurden. Ein Warnsignal, das dem dramatischen Ereignis Tage, Wochen, manchmal sogar Monate vorausgeht, ist die Angina pectoris (Enge des Brustkorbes). Dabei kommt es zu Schmerzen oder zu einem Druckgefühl in der Brust oder nur Luftnot.

Der Unterschied zum Herzinfarkt ist, dass diese Vorzeichen nur bei Belastung (z.B. Treppen steigen, Bergwanderungen, Schnee fegen) auftreten und nach wenigen Minuten in Ruhe wieder verschwinden. Bei Brustschmerzen, auch bei ungeklärten Magen- oder Rückenschmerzen, die nur unter Belastung auftreten, muss das Herz gründlich untersucht werden.

 

Weitere Informationen

Wer sich ausführlich über Alarmsignale bei Herzinfarkt, über Vorzeichen und über besondere Symptome bei Frauen informieren möchte, kann bei der Deutschen Herzstiftung ein umfangreiches Informationspaket anfordern. Neben der Broschüre "Herzinfarkt - ein Wettlauf mit der Zeit" gibt es Sonderhefte z.B. zu den Themen Schlaganfall, Angina pectoris, Bluthochdruck, Diabetes.