AIDS: Safer Sex notwendiger denn je!

Der Fall eines Patienten aus New York mit einem hochresistenten HI-Virus hat die Aidsprävention weltweit, aber auch in Ländern mit guten Präventionserfolgen wie in Deutschland, wieder in den Mittelpunkt gerückt. Verantwortliches Verhalten und Schutz für sich und andere sind auch heute ein hochaktuelles Thema. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) ist eine Zunahme von sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis und Gonorrhöe schon seit längerem zu beobachten. Seit etwa 2002 steigen auch die HIV-Neuinfektionen vor allem in der Gruppe der Männer mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten (MSM) wieder an. Diese Entwicklung ist in den anderen westlichen Industrienationen seit einigen Jahren zu beobachten und betrifft nun auch Deutschland. Die Gefahr steigender HIV-Neuinfektionen muss sowohl von der Gruppe der homosexuell lebenden Männer als auch von allen heterosexuell aktiven Menschen heute genauso ernst genommen werden wie zu Beginn der Epidemie.

Safer Sex

Nach Erkenntnissen der Repräsentativerhebungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nimmt das Schutzverhalten auch außerhalb der MSM-Gruppe ab. Verwendeten beispielsweise noch 78 Prozent der unter 45-jährigen Alleinlebenden im Jahr 2000 zu Beginn einer neuen Beziehung Kondome, so ging dieser Anteil im Jahr 2003 auf 73 Prozent zurück. Besonders in Risikosituationen mit wechselnden Partnern oder bei "one night stands" werden immer weniger Kondome benutzt.

Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland über 80 Prozent aller HIV-Neuinfektion durch sexuelle Kontakte entstehen, darf niemand die Gefahr einer Ansteckung verdrängen. Beigetragen zu dieser Entwicklung hat die Wahrnehmung in der Bevölkerung, dass dank verbesserter Behandlungsmöglichkeiten eine HIV-Infektion heute gut therapierbar sei und vor allem nicht mehr zum Tode führen müsse. Dies ist allerdings eine trügerische Einschätzung.

Zwar ist die Zahl derer, die an den Folgen einer HIV-Infektion verstorben sind, auf etwa ein Drittel der Mitte der 90er Jahre erreichten Spitzenwerte zurückgegangen. Aber noch immer sterben im Durchschnitt in Deutschland pro Tag zwei Menschen an den Folgen ihrer HIV-Infektion. Das sind im Jahr rund 700 bis 800 Todesfälle.

 

Anstieg der Neuinfektion

"Auch wenn es sich im aufgeführten Fall um einen Patienten in New York handelt, so muss die HIV-Gefahr als ein weltweites Problem gesehen werden. Angesichts offener Grenzen und wachsender Mobilität betrifft diese weltweite Entwicklung auch Deutschland", erklärt Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

"Nicht nur in Afrika und Asien, auch europaweit und insbesondere in Osteuropa steigen die Neuinfektionen dramatisch an. Deutschland liegt mit seiner HIV-Neuinfektionsrate im europäischen Vergleich sehr günstig. Angesichts der Gefahren von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten muss alles getan werden, um diesen neuen Herausforderungen wirksam zu begegnen. Niemand darf die Augen vor dieser Gefahr verschließen. Dies gilt nicht nur für die Gruppe der homosexuell lebenden Menschen, sondern auch für alle heterosexuell Aktiven. Die konsequente Benutzung von Kondomen ist die zentrale Botschaft der Aidsprävention. ‚Safer Sex’ ist unverzichtbar, wenn Aids keine Chance haben soll", so die Direktorin.

 

Aids-Beratungs-Telefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Das Beratungs-Telefon ist unter der Rufnummer: 01805-555 444 (12 Cent/Minute) von Montag bis Donnerstag zwischen 10.00 und 22.00 Uhr und von Freitag bis Sonntag zwischen 10.00 und 18.00 Uhr erreichbar.