HIV und AIDS - Schutzverhalten stagniert

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Mehr als 45 Millionen Menschen sind weltweit mit HIV infiziert. Die Abkürzung HIV steht für das Human Immunodeficiency Virus (Menschliches Immunschwächevirus), das die Immunschwächekrankheit AIDS auslöst. 70% davon leben in Afrika südlich der Sahara. Dort, so schätzt man, trägt jeder Dritte das Virus in sich. Die Folge der HIV-Infektion, das Acquired Immune Deficiency Syndrome oder einfach nur AIDS genannt, gehört in dieser Region zur häufigsten Todesursache. Aber auch weltweit zählt AIDS zu den fünf häufigsten infektiösen Todesursachen.

In Deutschland sterben statistisch gesehen täglich zwei Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion, und 2000 bis 3000 Menschen infizieren sich bei uns pro Jahr neu, Tendenz steigend.So lassen Singles immer wieder in riskanten Situationen das Kondom lieber in der Tasche, und manche scheinen die Angst vor dem tödlichen Virus durch die besseren Behandlungsmöglichkeiten heutzutage verloren zu haben. Dabei gibt es bis heute kein Heilmittel gegen dieses Virus, und jede HIV-Infektion endet nach wie vor unweigerlich tödlich.

Die Ansteckung erfolgt über Blut, Sperma, Scheidensekret oder Muttermilch, wenn diese Flüssigkeiten auf Schleimhäute kommen oder in offene Wunden. Hauptübertragungsweg ist Geschlechtsverkehr ohne Kondome. Weiterhin wird das Virus vorzugsweise über Blut und Blutreste übertragen.

 

HIV sabotiert die Immunabwehr

Das Virus zerstört nach und nach die Immunabwehr des Körpers. Denn das HI-Virus hat die Eigenschaft, in Zellen der körpereigenen Abwehr einzudringen, dort die Erbsubstanz zu verändern und die Zellen langfristig zu zerstören. Betroffen ist hiervon eine Vielzahl von Zellen, aber ganz besonders die CD4-Zellen, die so genannten Helferzellen, die eine wichtige Funktion in der Immunabwehr spielen, da sie unter anderem andere Zellen des Immunsystems steuern.

Nach und nach sinkt dadurch die Anzahl der wichtigen CD4-Zellen, bis schließlich das Immunsystem zusammenbricht. Der Körper ist wehrlos und in diesem Stadium werden normalerweise völlig harmlose Infektionen zu einer lebensgefährlichen Bedrohung für den Körper. Diese typischen Infektionen nennt man opportunistische Infektionen. Auch bestimmte Tumorerkrankungen treten in diesem Stadium gehäuft auf, und nun erst spricht man von AIDS.

 

Impfung gegen HIV-Viren

Impfstoffe gegen das HI-Virus sind in der Entwicklung. Dass dies erreicht wird, ist jedoch maximal als Silberstreifen am Horizont zu erahnen. Ein Grund ist, dass das Virus seine Oberfläche immer wieder verändert, und das innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums.

 

HIV in Blutkonserven

Blutkonserven und andere Blutprodukte werden in Deutschland sehr aufwendig auf HIV untersucht, sind also theoretisch HIV-frei. Das minimale Restrisiko, das jedoch immer bestehen bleibt, lässt sich nur durch eine Eigenblutspende umgehen. Das bedeutet, dass man rechtzeitig vor einem geplanten operativen Eingriff sein eigenes Blut spendet, das einem während der Operation dann wieder zugeführt wird.

 

HIV-Test

Einen HIV-Test kann der Hausarzt durchführen, ebenso die Gesundheitsämter, die oftmals sehr preisgünstig sind, sowie einige AIDS-Beratungsstellen. Der HIV-Test besteht aus einer einfachen Blutentnahme und darf stets und ohne Ausnahme nur mit dem ausdrücklichen Einverständnis des Untersuchten durchgeführt werden. In allen Einrichtungen, die einen HIV-Test durchführen, gilt zudem für die Mitarbeiter eine strenge Schweigepflicht! Das Ergebnis hat man spätestens nach drei Tagen.

Gesucht werden in dem Test Antikörper gegen das Virus, die der Körper bei dem Versuch bildet, sich gegen das Virus zu wehren. Bis diese nachweisbar werden, vergehen nach einer Infektion im Durchschnitt 10 bis 12 Wochen. Über eine Ansteckung, die nur wenige Tage zurückliegt, kann also keine Aussage getroffen werden.

Werden Antikörper im Blut gefunden, also fällt das Testergebnis positiv aus, muss stets eine zweite Untersuchung zur Überprüfung dieses Ergebnisses durchgeführt werden. Denn da der Test sehr empfindlich ist, kann er auch einmal fälschlicherweise andere Antikörper, die nichts mit HIV zu tun haben, im Blut anzeigen. Erst, wenn beide Untersuchungen positiv waren, darf das Ergebnis dem Betroffenen mitgeteilt werden. Und auch dann sollte noch einmal Blut abgenommen und untersucht werden, um etwa Pannen bei der Beschriftung oder beim Transport bzw. im Labor auszuschließen.

 
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