Vogelgrippe: Ausbreitung, Übertragung, Symptome

Die Vogelgrippe, die sich möglicherweise von Russland und Kasachstan her nach Westen ausbreitet, versetzt Geflügelhalter in erhöhte Alarmbereitschaft und verunsichert Verbraucher.

Was ist eigentlich Vogelgrippe?

Die Geflügelpest oder fachsprachlich Aviäre Influenza ist eine weltweit auftretende Infektion, die durch Viren übertragen wird und von der vor allem Hühner, Puten und Enten, seltener auch Wildvögel, Fasane und Perlhühner betroffen sind. Die Erkrankung wird von Tier zu Tier, über den Kot sowie die Luft übertragen und endet für 80-100% der betroffenen Tiere tödlich. Die Krankheit bricht beim Geflügel etwa 3-14 Tage nach der Infektion aus. Symptome sind hohes Fieber, Atemprobleme, Fressunlust und Mattigkeit, Durchfall sowie Schwarzfärbung von Kamm und Kehllappen. Manchmal ist der Erreger so aggressiv, dass das betroffene Tier ohne Vorwarnung tot umfällt oder erstickt.

Vogelgrippe auf dem Weg nach Deutschland

Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des hochpathogenen H5N1 Virus aus Asien durch Zugvögel auf heimisches Geflügel auf direktem Weg wird eher als gering eingeschätzt. Wahrscheinlicher ist eine natürliche, langsame Virusausbreitung nach Westen durch die Überlappung von Brutgebieten von Enten.
Derzeit ist es jedoch besonders wichtig, die Bevölkerung für die Gefahr der Einschleppung des Virus zu sensibilisieren. Dazu gehören umfangreiche Informationskampagnen vor allem von Reisenden nach Asien. Der Versuch illegaler Geflügelimporte, das Schmuggeln von Singvögeln oder das unwissentliche Einschleppen des Virus bedeuten die größten Gefahren für die Verbreitung.

Geflügelhalter in Alarmbereitschaft

Für den Fall eines Ausbruchs der Vogelgrippe werden alle bereits in der Geflügelpestverordnung festgelegten Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehören bei Seuchenausbruch Betretungsverbote, Verbringungsverbote, unverzügliche Tötung und unschädliche Beseitigung des Geflügels sowie die Einrichtung von Sperrbezirken und Beobachtungsgebieten.

Neuer Impfstoff in Sicht

Einer Arbeitsgruppe im Institut für Molekularbiologie des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems ist es zwar nun gelungen, einen neuartigen Impfstoff gegen die Geflügelpest zu entwickeln, aber nach der ersten erfolgreichen Versuchsreihe müssen erst noch weitere Tests bis zur Zulassung erfolgen.

Übertragung der Vogelgrippe auf den Menschen

Das Virus - H5N1 - ist besonders aggressiv. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind seit 1997 bereits zweimal kleine Epidemien ausgebrochen, bei denen 18 Menschen infiziert wurden, sechs davon tödlich.
Bisher gehen Experten davon aus, dass die Übertragung direkt vom infizierten Geflügel auf den Menschen über Kot und Blutspritzer erfolgt, sehr wahrscheinlich jedoch nicht durch den Verzehr infizierten Fleisches. Ersteres erklärt auch, dass solche Infektionen vor allem in Asien stattfanden: Zum einen leben dort Menschen häufig sehr eng mit Geflügel zusammen, zum anderen ist es üblich, Hühner sehr frisch kurz nach dem Schlachten auf dem Markt anzubieten und zuzubereiten. Laut WHO erkrankten in Südostasien vor allem solche Personen, die während der Schlachtung, dem Rupfen oder beim Kochen Kontakt mit den Tieren hatten.

Die große Sorge

Sorge macht die Möglichkeit, dass sich solche Vogelgrippe-Viren mit einem herkömmlichen Grippevirus zu einem neuen Erreger kombinieren könnten, der dann direkt für den Menschen gefährlich ist ("humanpathogen"), dann von Mensch zu Mensch übertragen werden und damit die Gefahr für eine größere Epidemie bergen würde. Auch Schweine könnten Wirte sein, in denen sich neue Virenstämme entwickeln können.

Welche Symptome haben infizierte Menschen?

Das Spektrum reicht von Fällen ohne Krankheitszeichen bis hin zu einer tödlich endenden Verlaufsform. Die Symptome wie Fieber, Husten und Erkältung sind vergleichbar mit denen einer normalen Grippe, d.h. die Infektion lässt sich ohne weitere Blutuntersuchungen nicht erkennen.

Hygieneregeln beim Umgang mit Geflügelfleisch

Gekochte oder anderweitig erhitzte Lebensmittel gelten als frei von krankmachenden Viren. Einfrieren inaktiviert das Virus jedoch nicht. In diesem Zusammenhang sei aber dennoch erneut auf die wichtigsten Hygieneregeln beim Umgang mit Geflügelfleisch hingewiesen.
Geflügelfleisch sollte immer gut durchgegart sein, alle Arbeitsflächen und Küchengeräte, die mit rohem Fleisch in Kontakt gekommen sind, müssen gut - möglichst unter fließendem Wasser - abgespült werden. Wisch- und Spüllappen am besten immer auswechseln.