Meningokokken C - Auslöser von Hirnhautentzündung und Blutvergiftung

Meningokokken sind ausgesprochen tückische Bakterien, die gefährliche Formen von Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung (Sepsis) auslösen können. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 800 Menschen an der hoch ansteckenden Infektion, vorzugsweise Kinder und Jugendliche.
Trotz medizinischer Behandlung stirbt auch heute noch jeder zehnte Betroffene an den Folgen der Infektion. Etwa 20 Prozent der Erkrankten tragen bleibende Schäden davon, wie Lähmungen, Taubheit, Epilepsie oder Amputationen.

Wie kann man sich anstecken?

Rund acht Millionen Deutsche tragen die Erreger im Nasen-Rachen-Raum, ohne daran zu erkranken. Erst wenn die Meningokokken aus den Schleimhäuten in die Blutbahn gelangen, bricht die eigentliche Krankheit aus. Warum so viele Menschen die Bakterien als Mitbewohner tragen, ohne zu erkranken, lässt sich nicht genau erklären. Möglicherweise sind einige Vertreter etwas harmloser oder sie warten nur auf einen passenden Moment um zuzuschlagen.
Außerhalb des menschlichen Körpers haben diese Bakterien keine langen Überlebenschancen. Anstecken kann man sich daher nur durch den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. Mediziner sprechen hier von einer so genannten Tröpfcheninfektion – also durch Anhusten, Niesen, Schmusen oder Küssen. Die Gefahr lauert überall dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, wie Diskotheken, Jugendherbergen, Schulen oder Kindergärten.

Ein Erreger mit vielen Gesichtern

Eine Infektion mit Meningokokken führt zu Hirnhautentzündung und Blutvergiftung. Dabei können die Krankheitsbilder einzeln oder gemeinsam auftreten. Das Spektrum der Erkrankung reicht von leichten Verläufen mit guter Abheilung bis zu hochakuten Ausbrüchen, die trotz Behandlung in wenigen Stunden zum Tod führen.
Die ersten Anzeichen können dabei einer Grippe ähnlich sein. Kurz danach kommt es aber zu hohem Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen, starken Kopf- und Gelenkschmerzen, Reizbarkeit – bis hin zu Bewusstseinsstörungen. Typisch für die Hirnhautentzündung ist die so genannte Nackensteifigkeit, bei der die Betroffenen im Liegen den Kopf nicht mehr nach vorne beugen können. Treten zusätzlich Hautflecken oder punktförmige Hauteinblutungen auf, gilt das als typisches Anzeichen einer Blutvergiftung. Die Bakterien breiten sich über die Blutbahn rasant im ganzen Körper aus und überschwemmen den Körper mit ihren Giftstoffen - ein lebensbedrohlicher Zustand. Bei Verdacht auf eine Meningokokken-Infektion zählt jede Minute, denn die Behandlung mit Antibiotika muss so schnell wie möglich erfolgen.

Wie kann man vorbeugen?

Weltweit sind 13 verschiedene Typen von Meningokokken unterwegs. In Deutschland trifft man fast ausschließlich auf die Typen B und C. Gegen die häufiger auftretenden Meningokokken des Typ B ist leider zurzeit noch kein Impfstoff verfügbar. Vor dem Typ C kann man sich durch eine gut verträgliche Impfung schützen. Die so genannten Konjugat-Impfstoffe sind auch bereits für die besonders gefährdete Altersgruppe von Kindern unter zwei Jahren geeignet.
Die Ständige Impfkomission am Robert-Koch-Institut (STIKO) hat die Liste der Standard-Impfungen, die für alle Kinder empfohlen werden deutlich erweitert. Die STIKO empfiehlt inzwischen die Impfung gegen Meningokokken C für alle Babys und Kleinkinder im zweiten Lebensjahr als Grundimmunisierung. Sollte dies zu diesem Zeitpunkt nicht möglich gewesen sein, so soll die Impfung bis spätestens zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden.

 
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