Mumps - nicht nur eine Kinderkrankheit!

Das Mumpsvirus kommt weltweit vor und tritt vor allem im Winter und Frühjahr gehäuft auf. In der Bevölkerung sind vorwiegend Kinder und Jugendliche betroffen, doch aufgrund der verbesserten Impfraten im Kinder- und Jugendalter sind Mumps-Erkrankungen bei Erwachsenen zunehmend häufiger als früher.

Mumps (Parotitis epidemica, Synonyme: Ziegenpeter, Bauernwetzel, Wochentölpel) wird durch das Mumpsvirus, ein Virus aus der Familie der Paramyxoviridae, übertragen.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Die Übertragung erfolgt in der Regel durch die so genannte "Tröpfcheninfektion" von Mensch zu Mensch. Der Infektionsort ist der Nasen-Rachen-Raum. In seltenen Fällen kann das Virus auch über Speichel oder kontaminierte Gegenstände mittels "Schmierinfektion" übertragen werden.

Wie lange ist ein Patient ansteckend?

Die Schwellung der Ohrspeicheldrüse (Parotis) kann u.a. als Indikator des Ansteckungsrisikos heran gezogen werden. Ansteckend ist der Infizierte in der Regel eine Woche vor bis 9 Tage nach Auftreten der Parotis-Schwellung (als "dicker Hals" oft gut erkennbar). Am größten ist die Ansteckungsgefahr ungefähr 2 Tage vor bis 4 Tage nach dem Erkrankungsbeginn (d.h. beim Einsetzen der ersten Krankheitssymptome). Doch Vorsicht! Auch Infizierte die keine Symptome zeigen können ansteckend sein!

Wie äußert sich die Erkrankung?

Etwa 2 bis 5 Wochen nach der Ansteckung tritt im Regelfall eine druckempfindliche Schwellung im ohrnahen Bereich auf. Dieses Anschwellen der Ohrspeicheldrüse ist häufig begleitet von Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Besonders stark ist die Schwellung unter dem Ohr, so dass sich das Ohrläppchen abhebt und das Kauen beeinträchtigt wird. Nach ungefähr 5 bis 8 Tagen geht das Fieber und auch die Schwellung wieder zurück. Mindestens 30 bis 40% der Infektionen verlaufen jedoch subklinisch, d.h. ohne das Auftreten von Symptomen (Krankheitszeichen).

Welche Komplikationen können auftreten?

Mumps ist eigentlich eine harmlos verlaufende Erkrankung - es können jedoch Komplikationen hinzukommen. Diese treten mit zunehmenden Lebensalter häufiger auf. Wenn sich im Verlauf einer Mumpsinfektion die Hirnhäute entzünden, kommt es zu einer Mumpsmeningitis. Diese Entzündung ist in 3 bis 10% der Fälle mit Beschwerden verbunden, bleibt aber sehr viel häufiger unbemerkt. Gefährlicher sind folgende Komplikationen:

  • Wenn sich im Rahmen einer Mumpsmeningitis der VIII. Hirnnerv (N. vestibulocochlearis) entzündet, kann das in seltenen Fällen zur Schwerhörigkeit oder Ertaubung führen (1:10.000 Fälle).
  • Führt eine Mumpsvirusinfektion zur Entzündung des Gehirns (Meningoenzephalitis), können daraus in ungefähr 50% aller Fälle Dauerschäden resultieren.

Seltenere Komplikationen sind Entzündungen anderer Drüsenorgane, die in Mitleidenschaft gezogen werden, so u.a. die Bauchspeicheldrüse (als "Pankreatitis" mit starken Bauchschmerzen) oder die Hoden (als "Orchitis" mit Gefahr der Sterilität).

Wie oft kann man sich infizieren?

Im Normalfall nur einmal, da die Infektion mit dem Mumpsvirus zu einer lebenslangen Immunität und somit zu einem Schutz vor der Erkrankung führt. In seltenen Fällen kann es jedoch zu Zweiterkrankungen kommen.

Wie kann man sich schützen?

Mit einer aktiven Schutzimpfung. Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt, die Impfung mit einem so genannten "trivalenten" Impfstoff, d.h. einer Vakzine die gegen drei Krankheiten schützt, nämlich Masern, Mumps und Röteln. Empfohlener Zeitraum in vollendeten Monaten lt. STIKO:

  • 1. Impfung: 11. - 14. Lebensmonat
  • 2. Impfung: 15. - 24. Lebensmonat (möglichst vor Aufnahme in eine Kindereinrichtung und auf alle Fälle vor der Einschulung).

Eine Altersbegrenzung für die Impfung besteht nicht. Personen mit erhöhten Risiko sind: ungeimpfte und empfängliche Personen in Einrichtungen der Pädiatrie, in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter und in Kinderheimen.