PPS - Das Post-Polio-Syndrom - Symtome, Ursache und Diagnose

Die allgemeinen Symptome der Spätfolgen sind:

  • Überhöhte Müdigkeit, die nicht mit körperlicher Anstrengung zu erklären ist
  • Verlust von Kraft und Ausdauer
  • Schmerzen in der Muskulatur und/oder den Gelenken
  • Probleme mit Atmung, Schlucken und Sprechen.

Diese Symptome treten erst nach langer Zeit - man spricht von Zeiträumen zwischen 10 und 20 Jahren – wieder auf. Weil das Wissen um die akute Erkrankung kaum noch präsent ist, fehlen auch die Kenntnisse um deren Spätfolgen. Patienten, die 30 Jahre nach einer durchgemachten Polio-Erkrankung mit schweren Müdigkeitserscheinungen und Gelenkschmerzen einen Arzt aufsuchen, brauchen oft viel Geduld, bis es eine gesicherte Diagnose gibt.
Ursachen und Diagnose
Die Diagnose des Post-Polio-Syndroms (PPS) ist schwierig. Zwei Vorraussetzung für die Diagnose müssen auf jeden Fall gegeben sein:

  • Der Patient muss eine Polio-Erkrankung durchgemacht haben,
  • und er muss mindestens 10 Jahre lang symptomfrei gewesen sein.

Über die Ursachen für die Spätfolgen, die je nach Patient mit unterschiedlicher Schwere auftreten können, wird noch heftig spekuliert. Eine These ist, dass die Spätfolgen auf eine zweite, langsam fortschreitende Degenerationsphase zurückzuführen ist, die erst viele Jahre nach der ursprünglichen Infektion auftritt. Diskutiert wird auch, ob das Virus in den Nervenzellen erhalten bleibt und aus bislang ungeklärten Gründen Jahr später wieder aktiv wird. Möglicherweise führt auch ein anderer, viraler Infekt zum erneuten Ausbruch der Erkrankung in abgeschwächter Form, die dann nicht ansteckend ist.
Verschiedene Studien weisen derzeit darauf hin, dass der Immunstatus der Patienten nach einer durchgemachten Polio-Erkrankung verändert ist und es generell bei Post-Polio-Patienten eher zu entzündlichen Prozessen im Muskelgewebe kommt. Außerdem ist bekannt, dass die Muskeln von Polio-Patienten eher und intensiver ermüden und wesentlich längere Erholungsphasen brauchen als bei Nicht-Erkrankten.
Für die Betroffenen ist es besonders wichtig, dass ihre Beschwerden nicht als degenerative Alterserscheinungen abgetan werden – auch wenn das Alter der meisten Patienten diesen Gedanken durchaus zulässt. Wer von sich weiß, dass er als Kind Polio gehabt hat, sollte dieses umgehend seinem Arzt mitteilen. Die Diagnosestellung wird dann möglicherweise leichter.

 
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