Borreliose (Lyme Borreliose)

Die Zeckensaison dauert von März bis Oktober und erreicht im Juni/Juli ihren "Stich-Gipfel“. Die Parasiten beißen übrigens nicht, wie allgemein behauptet wird, sondern sie stechen. Eine andere, weit verbreitete Meinung ist, dass sich Zecken von Bäumen auf ahnungslos darunter spazierende Menschen fallen lassen. Auch das stimmt nicht: Ab einem Meter Höhe herrscht zeckenfreie Zone. Zecken lauern also eher in Gräsern am Wegrand und nicht auf Bäumen.

Die Borreliose ist eine Zoonose

Die Lyme-Borreliose ist eine durch den Erreger Borrelia burgdorferi (nach ihrem Entdecker 1981 William Burgdorfer) verursachte bakterielle Infektionskrankheit. Der Krankheitserreger wird durch Zecken der Gattung Ixodes ricinus (der gemeine Holzbock) übertragen.
Die Borreliose ist die bedeutendste durch Zecken übertragene Zooanthroponose (= Krankheit, die von Tieren auf Menschen übertragen wird). Der Name der Erkrankung geht auf den Ort, Lyme im US-Staat Connecticut, zurück, da dort nach Zeckenstichen gehäuft Gelenkentzündungen auftraten. Es wird vermutet, dass 5 bis 35 % der Zecken mit Borrelien befallen sind.
Die Zecken sind durch einen Zweijahres-Lebenszyklus gekennzeichnet: Die weibliche Zecke legt 2.000 bis 4.000 Eier im frühen Frühjahr, die sich im späten Frühjahr oder im Frühsommer zu Larven entwickeln. Im darauf folgenden Frühjahr werden die Larven zu so genannten Nymphen und daraus wiederum im Spätsommer die ausgewachsenen Zecken.

Holzbock goes down under

Die Lyme-Borreliose ist praktisch weltweit verbreitet. Auch aus Australien, Südafrika und China gibt es Berichte über diese Erkrankung. Generell ist aber vor allem die nördliche Hemisphäre Heimat des gemeinen Holzbocks.
In allen Teilen Deutschlands ist von einem Infektionsrisiko auszugehen, während die FSME (Frühsommer- Meningo-Enzephalitis) nur in begrenzten Gebieten vorkommt.
Die Borreliose wird häufig mit FSME verwechselt. Bei FSME handelt es sich jedoch um eine Erkrankung, die durch einen von Zecken übertragenen Virus hervorgerufen wird. An FSME erkranken in der gesamten Bundesrepublik jährlich "nur" 200 bis 250 Menschen, an Borreliose hingegen 50.000 bis 100.000. Gegen FSME steht zudem im Gegensatz zur Borreliose eine Impfung zur Verfügung.

 
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