Zecken - Bei mildem Winter gibt es viele.

Experten raten zur Impfung gegen die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). Die durch Zeckenstiche übertragene Virus-Infektion kann zu einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung führen. Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) ist auf dem Vormarsch. Wie das Robert-Koch-lnstitut meldet, hat sich seit 2004 die Zahl der FSME-Erkrankungen fast verdoppelt. Besonders ungewöhnlich: Selbst im Dezember und Januar wurden in Deutschland FSME-Fälle gemeldet. Normalerweise sind Zecken, die mit ihrem Speichel die tückischen FSME-Viren auf den Menschen übertragen, zu dieser Zeit gar nicht aktiv.
Selbst beim Winterspaziergang nicht sicher
Doch die milden Temperaturen in diesem Winter begünstigen die Entwicklung und Vermehrung der gefährlichen Krabbeltiere und lassen sie frühzeitig auf Blutsuche gehen. "Ab etwa 7°C Bodentemperatur besteht Infektionsgefahr, denn dann suchen sich Zecken einen Wirt", erklärt Prof. Jochen Süss, Leiter des Nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten in Jena (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit).
Zeckenplage im Frühjahr
Und auch für das kommende Frühjahr und den Sommer wird gewarnt: "Der außergewöhnlich milde Winter lässt für 2007 überdurchschnittlich hohe Zecken-Populationen erwarten. Dadurch steigt das FSME-lnfektionsrisiko noch weiter an", erklärt Prof. Dr. Horst Aspöck vom Hygieneinstitut der Medizinischen Universität Wien.
Wer ist gefährdet?
Am Waldrand, im Gebüsch und auf Wiesen und Feldern lauert die Zecke - genauer gesagt der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) - auf Warmblüter. Selbst der eigene Vorgarten ist vor ihnen nicht sicher. Meist begnügt sich die Zecke mit Mäusen, Kühen oder Wildtieren. Doch auch der Mensch passt in sein Schema. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich viel in der Natur aufhalten: Spaziergänger, Hobbysportler, Camper. Und viele Eltern denken zwar an den FSME-Schutz ihrer Kinder, vernachlässigen sich aber selbst. Dabei kann eine FSME-lnfektion bei Erwachsenen viel dramatischer verlaufen als bei Kindern.
FSME-Ansteckung und Krankheitsverlauf
Ein Stich einer infizierten Zecke genügt, um die FSME auf den Menschen zu übertragen. Nach vier bis 14 Tagen treten grippe-ähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber oder Magen-Darm-Beschwerden auf - und meist hält der Erkrankte dies für einen harmlosen Infekt, denn der Zeckenstich ist längst vergessen.
Nach einer kurzen Ruhepause können die FSME-Viren dann im zentralen Nervensystem richtig zuschlagen: Eine Hirnhautentzündung mit starken Kopfschmerzen, hohem Fieber und Nackensteifigkeit ist möglich. Die Folgen können Sprach- und Bewusstseinsstörungen, schlimmstenfalls dauerhafte Lähmungen sein, die bei etwa zwei Prozent der Betroffenen zum Tode führen.
Mit steigendem Lebensalter steigt das Risiko für schwerwiegende Komplikationen. So ist die Sterblichkeitsrate bei Personen über 50 Jahren 15-mal höher als bei Betroffenen unter 50 Jahren.

