Tetanus (Wundstarrkrampf)

Landläufig wird dem Wundstarrkrampf wenig bis kaum Beachtung geschenkt, da eine zuverlässige und wirksame Impfung gegen Tetanus zur Verfügung steht. Aber Hand aufs Herz: Kennen Sie Ihren Tetanus-Status? Viele müssen diese Frage verneinen. Dabei ist Tetanus eine schwere, oft tödlich verlaufende bakterielle Infektion, die durch typische Muskelkrämpfe gekennzeichnet ist. Immerhin enden auch heute noch 30 bis 50 Prozent der Fälle tödlich. Deshalb ist die Tetanus-Impfung eine der wichtigsten Impfungen überhaupt.
Die Wahrscheinlichkeit der Infektion ist im Süden der Republik größer als im Norden, in ländlichen Gebieten höher als in Städten. Wegen der konsequenten Durchimpfung ist der Wundstarrkrampf in den Deutschland selten geworden. Wenn der Impfschutz aber nicht mehr gewährleistet ist, darf die Gefahr nicht unterschätzt werden.
Bakterielle Infektion mit Clostridium tetani
Der Erreger ist ein Bakterium, nämlich Clostridium tetani, das sich im Erdreich, Staub, tierischen oder in menschlichen Ausscheidungen befindet. Die Sporen kommen überall im Erdboden vor und können im Erdreich jahrelang überleben. Verletzt man sich z. B. durch einen Holzsplitter, Gartenerde, Nagel oder Dornen können die Bakterien in den Körper gelangen. Gerade auch kleine bis kleinste Wunden, kaum sichtbare „Bagatellverletzungen" können gefährlich werden.
In Wunden mit mangelhafter Sauerstoffversorgung vermehren sich die Keime dann schnell. Das Bakterium scheidet dabei eines der stärksten Gifte, ein so genanntes Toxin aus. Das heißt: nicht die Bakterien selber, sondern das von ihnen produzierte Gift entfaltet im Organismus die schädlichen Wirkungen.
Tetanus: Symptome und Verlauf
Wenn die Entzündung sich ausbreitet kann daraus eine Blutvergiftung werden. Sie führt zu einem sichtbaren roten Streifen unter der Haut, der der Blutvergiftung ihren Namen gegeben hat. Das Gift der Bakterien gelangt dabei über die Blutbahn oder entlang der Nerven bis ins Gehirn. Dort hemmt es bestimmte Bereiche des Gehirns, so dass es etwa nach 3 bis 60 Tagen zu den typischen Krämpfen der Muskulatur kommt.
Die Krämpfe beginnen im Gesicht und breiten sich anschließend auf den ganzen Körper aus. Hohes Fieber, Schüttelfrost, Verwirrtheit, beschleunigte Atmung und schneller Herzschlag sind weitere Symptome des Wundstarrkrampfes. Später breitet sich die sehr schmerzhafte Verkrampfung - bei vollständig erhaltenem Bewusstsein - auf praktisch alle Muskeln des Körpers aus, die Gliedmaßen bleiben meistens verschont. Es kommt zur so genannten Kieferklemme, die dem Erkrankten einen grinsenden Gesichtsausdruck verleiht. Krämpfe der Atemmuskulatur führen zu lebensbedrohlichen Erstickungsanfällen und enden in vielen Fällen tödlich.
Tetanus: Wie oft impfen?
Obwohl es einen zuverlässigen Impfstoff gegen Tetanus gibt, haben viele Menschen keinen ausreichenden Impfschutz mehr. Risikogruppen sind vor allem Ältere, chronisch Kranke oder Menschen mit Hauterkrankungen. Hat der Körper bei einer Infektion mit den Bakterien zu wenig Antikörper im Blut, kann er es oft nicht mehr schaffen die Krankheitserreger zu bekämpfen, die Infektion breitet sich im gesamten Organismus aus. Sicherheit über den aktuellen Impfstatus kann der Hausarzt bzw. ein gut geführter Impfpass geben.
Nach einer Verletzung müssen immer zuerst eventuell eingedrungene Fremdkörper entfernt werden, danach die Wunde mit Jod oder Alkohol unbedingt desinfizieren. Dies gilt gerade auch für kleine und kleinste Wunden. Tiefe Wunden dürfen nicht verschlossen werden, damit in das Wundgebiet genügend Sauerstoff gelangen kann. Einen sicheren Schutz gegen Tetanus bietet aber in jedem Fall die Schutzimpfung. Diese Impfung ist gut verträglich und die Schutzrate liegt bei nahe 100 Prozent.
Die Tetanus-Schutzimpfung besteht aus 3 Teilimpfungen:
- Erstimpfung
- 2. Impfung nach 4-8 Wochen
- 3. Impfung nach 6-12 Monaten
Der Schutz beträgt zehn Jahre und muss anschließend wieder durch eine erneute Impfung aufgefrischt werden, im Verletzungsfall wird sie nach 5 Jahren durchgeführt. Wer ins Ausland reist bzw. eine Fernreise unternimmt, sollte unbedingt gegen Wundstarrkrampf geimpft sein! Denn: Eine spezielle Therapie gegen das Gift der Clostridien gibt es nicht. Bei einer Tetanus-Infektion hilft – wenn rechtzeitig ein Arzt aufgesucht wird – eine Serumtherapie. Alle Impfungen sollen im so genannten Impfpass eingetragen werden, damit Sie jederzeit ihren Impfstatus kennen.
