Kniegelenksarthrose - Therapien

Zahlreiche Therapien bei Arthrose - aber welche ist sinnvoll?
Die Webseite des Deutschen Arthrose Forums listet 229 Therapien für Arthrosen auf – doch bei weitem nicht alle sind medizinisch anerkannt, hilfreich und sinnvoll. Egal, welche Wundertherapien angepriesen werden, nach derzeitigem Wissenstand ist eine Arthrose nicht heilbar, denn ein ge-
schädigter Knorpel kann nicht wieder heilen oder nachwachsen. Ganz wichtig für die betroffenen Patienten aber ist, dass der Verlauf der Arthrose verlangsamt werden kann, Schmerzen können teilweise sehr gut behandelt werden. Physiotherapie, Wärme- und Kälteanwendungen, Bewegung und Medikamente gehören zu den nicht-operativen Therapien und bringen oft Erleichterung.
Am häufigsten verschreibt der Arzt cortisonfreie Schmerzmittel. Über 30 Millionen Menschen nehmen nach Angaben des Deutschen Grünen Kreuzes weltweit täglich diese so genannten "nicht steroidalen Antirheumatika" (NSAR) ein. Sie wirken gut gegen Entzündung und Schmerz. Aber bei längerer Anwendung (und bei empfindlichen Patienten) führen sie zum Teil zu schwerwiegenden Nebenwirkungen. Studien haben ergeben, dass jeder fünfte Patient bei einer Therapie mit den cortisonfreien Antirheumatika unter Minigeschwüren oder kleinen oberflächlichen Schleimhautschädigungen im Magen- und Darmbereich leidet. Im Zuge einer langjährigen Therapie können bis zu 20 Prozent der Betroffenen Geschwüre an Magen und Zwölffingerdarm entwickeln.
Häufig verabreicht der Arzt daher so genannte COX-2 Hemmer zur Schmerzbekämpfung. Eine Studie (VIGOR-Studie - Vioxx Gastrointestinal Outcomes Research), an der über 8.000 Patienten teilgenommen haben, hat gezeigt, dass die Häufigkeit von schwerwiegenden Komplikationen durch den Wirkstoff Rofecoxib, einen der neuen COX-2 Hemmer, im Vergleich zu einem herkömmlichen NSAR um mehr als die Hälfte gesenkt wird. Auch das Risiko einer Blutung im Magen-Darm-Trakt sank deutlich: Es kann durch die Einnahme des neuen Wirkstoffs um 60 Prozent gemindert werden.
Akupunktur und Hyaluronsäure
Die Informationsplattform rheuma online berichtet auf ihren Webseiten von einer Studie mit 73 Patienten, die an einer symptomatischen Kniegelenksarthrose litten. Ein Teil der Patienten wurde auf herkömmliche Weise behandelt, eine andere Gruppe erhielt Akupunktur. Die Beurteilung der Behandlung erfolgte nach vier, acht und zwölf Wochen. Dabei zeigte sich für die Akupunktur-Gruppe ein deutlicher Vorteil. Akupunktur-Patienten hatten nach vier und acht Wochen weniger Schmerzen als die nach dem üblichen Verfahren behandelte Gruppe, außerdem waren Schmerz und Steifigkeit geringer. Unerwünschte Nebenwirkungen der Akupunktur wurden nicht beobachtet.
Die Ärzte-Zeitung berichtete am 12.04.2006: "Hyaluronsäure schmiert Gelenke und reduziert Schmerzen". Hyaluronsäure (HA) ist ein natürlicher Bestandteil des Bindegewebes. Es heißt in dem Artikel weiter: "Daten aus 64 prospektiven kontrollierten Studien bestätigten die praktische Erfahrung, dass die Therapie mit Hyaluronsäure Placebo eindeutig überlegen ist. Hyaluronsäure verbessert ähnlich gut wie eine NSAR-Dauertherapie die Schmerzen und Gelenkfunktionen...", wobei hochmolekulares Hyaluron eine signifikante Wirkung zeige, niedermolekulare substanzidentische Präparate im Wesentlichen eher wirkungslos seien." In arthrotischen Gelenken ist die Menge an Hyaluronsäure deutlich geringer als in gesunden Gelenken. Es gibt Präparate mit Hyaluronsäure, die der Arzt direkt ins Gelenkinnere injizieren kann. Die so mit Hyaluronsäure angereicherte Gelenkflüssigkeit kann Unebenheiten der Knorpeloberfläche wieder besser ausgleichen und das Gelenk gleitet wieder leichter.
Autor/Quelle: bo


