Knochenbruch - Therapie
Wie wird ein Knochenbruch behandelt?
Damit der gebrochene Knochen heilen kann, müssen beide Knochenenden so zusammengefügt werden, dass sie sich wieder in der korrekten anatomischen Lage befinden (Reposition) - ansonsten resultiert eine Bewegungseinschränkung oder ein Achsenknick - und zwischen ihnen kein größerer Spalt entsteht, da sonst kein neues Knochengewebe aufgebaut wird.
Die Knochenheilung braucht einige Zeit, in der der Knochen ruhiggestellt werden muss (Retention und Fixation). Das geschieht bei einfachen Frakturen meist mit einem starren Verband aus Gips oder ähnlichen Materialien.
Komplizierte Frakturen werden oft operiert, die Knochenbruchstücke werden dabei mit speziellen Drähten, Nägeln, Schrauben und Platten zusammengefügt, um die exakte anatomische Form wiederherzustellen. Oft wird dabei der Innenraum des Knochens genutzt, um besonders dicke Schrauben zu verankern. Diese metallischen Hilfen führen dazu, dass der Knochen hinterher soweit stabilisiert ist, dass er eingeschränkt belastet werden darf.
Gerade für ältere Patienten mit einem Oberschenkelhalsbruch ist diese schnelle Mobilisierung oft die Lebensrettung - früher starben viele ältere Patienten an den Folgen einer langen Bettlägerigkeit (z.B. einer Lungenentzündung), die nach einem Schenkelhalsbruch folgte.
Welche Komplikationen gibt es?
Wenn der Knochenbruch nicht ausreichend ruhiggestellt wird, die Knochenenden keinen festen Kontakt zueinander haben oder sich wieder verschieben, kann der Körper kein neues Knochengewebe in der Bruchstelle aufbauen. Er baut minderwertiges Gewebe in den Knochenspalt ein, das sich erst langsam zu stabilem Knochengewebe umbaut.
Diese sekundäre Knochenheilung kann bis zu zwei Jahren dauern. Wenn sie unterbleibt, entsteht eine sog. Pseudarthrose, d.h. ein instabiler Knochenbereich, der zu Schmerzen und einer Bewegungseinschränkung führt. Gerade bei offenen Brüchen besteht die Gefahr einer Knochenentzündung (Osteitis, Osteomyelitis), die eine langwierige Behandlung erfordert und dazu führen kann, dass der Knochen nicht zusammenwächst.
Autor/Quelle: Nathalie Blanck

